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„In die Luft gesprengt“

Posted in Medien by Verfasser on 3. 12. 2009

So traurig die Wirklichkeit hinter diesen Meldungen ist (Israel, Iran, Irak, Afghanistan…), so ärgerlich ist andrerseits der verwendete Begriff. Wie hat es diese unsinnige Formulierung sogar bis in seriöse Nachrichten geschafft?

Was soll das, zu sagen, ein Attentäter habe „sich in die Luft gesprengt“? Kann man denn steuern, wohin man sich sprengt? Kann man sich alternativ auch „in den Boden sprengen“? Aber das macht eben keiner – zumindest erfahren wir nichts davon? Bei „in die Luft sprengen“ sehen wir vielleicht das HB Männchen aus alten Fernseh-Werbungen vor uns, wie es „in die Luft geht“. Diese Assoziation wäre aber doch reichlich unpassend.

Eine Detonation geht nicht nur nach oben („in die Luft“), wo sie übrigens meist den geringsten Schaden anrichten würde, sondern sie geht in alle möglichen Richtungen. Und um den Attentäter herum – nicht über ihm – fallen ihm die Menschen zum Opfer.

Liebe Nachrichtenredakteure, bitte besinnt Euch Eurer Aufgabe, zu überlegen und zu prüfen, was Ihr da schreibt. Pflegt und bewahrt einen sinnvollen Sprachgebrauch und plappert nicht etwas nach, was sich schon viel zu weit verbreitet hat – nur weil es sich so weit verbreitet hat. Der Attentäter hat „sich selbst gesprengt“. Das ist schlimm genug.

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