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Pfefferminzeis

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 21. 1. 2016

Aus Medien und Politik hören wir immer wieder, wir Bürger hätten Angst vor den Flüchtlingen (womit allein zahlenmäßig vorrangig die Zuwanderer gemeint sind). Weil wir um unsere Arbeitsplätze, Sozialleistungen, unseren Wohlstand fürchten. Außerdem hätten wir ganz allgemein „Xenophonie“, also Fremdenangst. (Bei Wikipedia werden wir unter dem Begriff freilich zu „Fremdenfeindlichkeit“ geführt – offensichtlich eine Erziehungsmaßnahme; denn im englischsprachigen Wikipedia führt „Xenophobia“ auf eine Seite, die korrekt von „fear“ spricht.) Jedenfalls, so heißt es dann verständnisvoll wie gegenüber einem kleinen Kind, müsse man unsere „Sorgen ernst nehmen“ und uns helfen zu verstehen, daß unsere Ängste unbegründet sind.

Sehr geehrte Damen und Herren Journalisten und Politiker, die Sie sich einen Erziehungsauftrag anmaßen, wo sie doch einen Informations- beziehungsweise Regierungsauftrag haben: Ich habe keine Angst, weder vor Flüchtlingen noch vor Einwanderern. Wenn ich etwas ablehne, muß das nicht aus Angst sein. Ich mag zum Beispiel auch kein Pfefferminzeis – habe aber keine Angst davor. Ich will vielleicht jetzt gerade nicht die Geschirrspülmaschine ausräumen – aber sicher nicht aus Angst.

Mit ein paar tausend Flüchtlingen und ein paar zehntausend Einwanderern habe ich überhaupt kein Problem. Aber eine Million davon, vielleicht gar alljährlich, lehne ich ab. Weil sie, wie unsere liebe Angela vom freundlichen Gesicht zutreffend bemerkte, das Land verändern werden. In einer Weise, die ich für falsch halte. Und hin zu etwas, das ich nicht will. Das hat nichts mit Angst zu tun. Und ich habe es satt, daß auf diese überhebliche Art unsere Vorstellung von Deutschland und seiner Gesellschaft in’s Lächerliche gezogen wird.

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6 Antworten

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  1. atroksia said, on 21. 1. 2016 at 21:21

    Ich hab schon Angst aber nicht wegen Arbeitsplätzen, Sozialleistungen und unserem Wohlstand, sondern vor der Aggressivität der Flüchtlingsmänner, dem Totalitären und dem veralteten Denken, dem Frauenhass etc. Diese Menschen wollen sich nicht anpassen bzw. ein Großteil, was auch schon damals nicht geklappt hat und so werden wir eben überrannt von bornierten Menschen.

    • Verfasser said, on 21. 1. 2016 at 22:22

      Freilich wollen sich viele, möglicherweise sogar die meisten, nicht anpassen („integrieren“): Sie kommen ja nicht zu uns, weil sie sich nach unserer säkularen, papierdemokratischen Staatsform oder unserer aufgeklärten Gesellschaftsordnung sehnen. Sie sind idR stolz auf ihre Tradition und Kultur – und verachten uns, weil wir die unsere nicht verteidigen. In gewissem Sinn kann ich das verstehen…

      • atroksia said, on 21. 1. 2016 at 22:22

        Ja kann ich auch allerdings verachten die sicher nicht nur das an uns.

      • Verfasser said, on 21. 1. 2016 at 23:23

        Und wenn Du die Ängste hast, wie oben beschrieben, dann lies mal besser nicht das hier: http://sichtplatz.de/?p=5100 .

      • atroksia said, on 22. 1. 2016 at 0:00

        Konnt nicht widerstehen. Schließlich habe ich dennoch den drang zu wissen was hier vor sich geht.

  2. alphachamber said, on 21. 1. 2016 at 2:02

    Volltreffer, exzellent formuliert.

    Staatliches Wohl = Allgemeinwohl. Im Faschismus gewöhnt man sich an solche Projektionen.


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