ructo…

Die Überheblichkeit kotzt mich an

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 16. 2. 2017

Mich wundert – nein: ärgert ja die schiere Überheblichkeit, denen wir ständig in Politik und Medien begegnen. (Wobei ich mich in diesem Blog leider nicht ausnehmen darf.) Da reden ständig irgendwelche Menschen, die es im Leben zu nichts anderem als beispielsweise einem „Fraktionsvorsitzenden“ oder, im Falle der Medien, einem der vielen linksliberalen Geifergriffel gebracht haben nicht nur davon, welche dummen Fehler „das Volk“ machte (Beispiel England oder USA). Sondern auch, welche fatalen Fehlentscheidungen richtige Regierungschefs (Beispiel Trump, sowieso), eben nicht nur Hinterbänkler, getroffen haben.

So als seien gerade diese wortgewaltigen aber ohnmächtigen Menschen in der Lage, das fachmännisch zu beurteilen. Mehr noch, Journalistenbürschlein wie Wolfram Weimer machen sich zum oberschlauen Oberlehrer über den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit folgendem Satz im The European:

Trump wird zusehends diplomatisch erzogen, und Trudeau zeigt, wie man das macht.

Mit welcher Arroganz muß jemand gepudert sein, der soetwas von sich gibt. Wie Weimer selbst schreibt, weiß er eben nicht, was hinter den Kulissen zwischen Trump und Trudeau gesprochen wurde. Die „vier Schritte“, mit denen der kanadische Jungspund den US Präsidenten „gezähmt“ haben soll, hat Weimer einfach erfunden.

Aber das ist gar nicht der Punkt. Sondern der Umstand, daß irgendein deutscher Schreiberling (ja, auch ich bin einer, und im Vergleich zu Weimer ein Nichts) meint, er könne über den Präsidenten der – noch – bedeutendsten Nation der Erde urteilen. So ein bayerischer Verleger hält sich für befähigt, Fehler eines Staatschefs zu erkennen und für berufen, sie uns zu erklären. Und er wähnt sich so erhaben, daß der US Präsidenten für ihn nur ein rotznasiger Schulbub‘ ist. So freilich denkt nicht nur Weimer, diese Überheblichkeit schallt uns aus allen Kanälen entgegen.

Wir wissen nicht, ob Trudeau Trump eingeseift hat oder andersherum. Wir wissen nicht, ob es zwischen beiden einen Deal gab, nach dem man dann einvernehmlich vor die Presse trat. Was doch wohl das Wahrscheinlichste jedes politischen Hinterzimmertreffens ist. Wir wissen nicht, ob Trump sehr wohl zwischen Fassade und Taktik zu unterscheiden vermag – weil wir uns immer berufen fühlen, die Fassade zu bewerten. Politik aber besteht sicher nicht nur aus Fassade, sondern eben auch aus ganz viel Hinterzimmer.

Ich behaupte nicht, den amerikanischen Präsidenten durchschaut zu haben. Was von seinen Entscheidungen ein Fehler war und was nicht, wird die Geschichte zeigen. Nicht ein Herr Weimer und nicht ein Herr Oppermann (oder sowas). Aber ich weiß, auch aus meinem Job, daß hinter den sichtbaren Entscheidungen meist viele unsichtbare Prozesse stehen. Und bevor die Geschichte es tut, sollte niemand sich großmäulig ein Urteil anmaßen, der diese Prozesse nicht hinreichend genau kennt. Gerade die Würstchen, die über den Bullen reden, sollten die Weisheit der Indianer bedenken:

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.

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