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Weißhelme: Der Dokumentarfilm ist tatsächlich Propaganda

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 15. 3. 2017

Ein, so heißt es, Dokumentarfilm über die Weißhelme in Syrien. „Die letzten Männer von Aleppo“, so der Titel. Beim Deutschlandfunk sogar die „die wahren Helden von Syrien„. Beeindruckend. Laut Bayerischem Rundfunk (B5 aktuell, 14.3.2017) hätten die Weißhelme nicht nur den alternativen Nobelpreis, sondern gar den Friedensnobelpreis verdient.

Toll, denken wir, und – das ist wohl auch beabsichtigt – irgendwie im Hinterkopf an den „Schlächter“ Assad.

Aber stimmt das Gemälde, daß dieser „Dokumentarfilm“ malt? Wer hinter die Kulissen schaut, findet Merkwürdiges. Die Weißhelme, offenbar ein Konstrukt eines ehemaligen britischen Geheimdienstoffiziers, der später im Kosovo-Krieg für die UN tätig war und nun als Militärberater der Vereinigten Arabischen Emirate – Feind Assad’s! – tätig ist. Die Weißhelme, die für Videos die „Rettung“ von Bombenopfern auch gerne nur inszenierten. Die Weißhelme, „Zivilschutz der Al-Nusra-Front“ (dies eine islamistische Terrorgruppe, aber Achtung: fake-news-verdächtiger böser russischer Propagandasender). Die Weißhelme, die nur in den Gebieten tätig werden, in denen die Aufständischen die Kontrolle haben. Und von denen daher nichts zu sehen war, als Aleppo von den Regierungstruppen endlich zurückerobert war (leider finde ich den Link des Augenzeugenberichts von Karin Leukefeld nicht mehr).

Weil die Junge Welt den ganzen Artikel leider hinter eine paywall stellt, hier ein Auszug aus den Nachdenkseiten:

Europäische Medien berichten täglich mehrmals und wiederholt über den scheinbar selbstlosen Einsatz dieser Männer. Kein Thema ist in den Reportagen jedoch meist, daß es zwischen den »Weißhelmen« und bewaffneten Kampfgruppen engste Verbindungen gibt. Auf Bildern und Videos sind »Weißhelme« zu sehen, die selber Waffen tragen, mit Al-Qaida nahestehenden Kämpfern feiern und Menschen in Plastiksäcke wickeln, die Sekunden zuvor hingerichtet wurden. Es gibt Bilder von »Weißhelmen«, die auf einem Pritschenwagen über Leichen – vermutlich von syrischen Soldaten – stehen und in die Kamera das Victory-Zeichen machen.

Aber nicht nur die Berichte von Karin Leukefeld, die selbst vor Ort gewesen ist, müssen Zweifel wecken an dem Narrativ einer selbstlosen humanititären Organisation. Vorstellbar, wenn nicht wahrscheinlich ist, daß es sich um nichts anderes als eine strategische Propagandamaßnahme handelt. Doch das paßt nicht: Alles, was bei Syrien den Eindruck stützt, der Aggressor, ja Mörder sei der – gewählte – Präsident Baschar al Assad, ist hierzulande willkommen,

Und so beklagt auch UNICEF das Leid der Kinder im syrischen Bürgerkrieg (der eher ein Söldnerkrieg ist). Wobei sich mir immer die Frage stellt, weshalb das Leid eines, sagen wir, Zwölfjährigen schwerer wiegt als das eines Neunzehnjährigen. Und alle „westlichen“ Nationen stimmen ein. Doch warum wird vergessen: Syrien war ein befriedeter Staat, bevor der „Westen“ die Protestaktionen einzelner kleiner Gruppierungen soweit anheizte, daß daraus der bewaffnete Aufstand gegen eine gewählte Regierung werden konnte.

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