ructo…

Timothy Garton Ash: Historiker oder Satiriker?

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 25. 5. 2017

Es ist erschreckend zu sehen, wie naiv selbst honorige Wissenschaftler sein können. Der 61jährige britische Historiker Timothy Garton Ash erhält den Aachener Karlspreis „Für die Einheit Europas“. In seiner Dankesrede spricht er auch deutsch: „Ich persönlich finde es unglaublich bewegend, dass sich heute Flüchtlinge aus aller Welt nach Deutschland sehnen, als wäre es das Gelobte Land“.

„Bewegend“ ist das? Kann gerade ein Historiker tatsächlich so blind gegenüber der bereits evidenten Gefahr für die Gesellschaft und der gar nicht mehr zu bewältigenden Last für den Sozialstaat sein?

Ja, kann er. Vorausgesetzt, daß das nicht nur höflich war – immerhin ist er Brite. Denn Ash weiter: „Es ist doch wunderbar, daß Deutschland heute wie eine Insel der Stabilität, der Besonnenheit und der Liberalität aus einem Ozean des nationalistischen Populismus herausragt“. Das ist entweder unvorstellbar naiv – oder aber dermaßen dick zuckersüß aufgetragene Höflichkeit, daß es schon wieder an Beleidigung heranreicht. Dann allerdings: Bravo, Ash! Der Schulz und der Steinmeier klatschen begeistert Beifall. Und merken gar nicht, daß Du sie gehörig verar… hast.

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Giegold wirft Teddybären

Posted in Gesellschaft, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 28. 3. 2017

Manchmal, so finde ich, schreibt er ja klug, der Sven Giegold, Mitglied der Grünen im Europaparlament. Aber in seinem Jubel über die „neuen pro-europäischen Bürgerbewegungen“ (und gegen die bösen Anti-Europäer bei AfD oder Front National) rutscht er arg nach unten weg. Da ist er plötzlich auf dem Niveau der Teddybärenwerfer vom Münchner Hauptbahnhof, die ohne nachzudenken mit kindischer Euphorie in jedem Versorgungsmigranten eine Bereicherung sahen. Die aber schon damals, denn es fehlte nicht an Mahnern, hätten ahnen können, daß das kein Geschenk ist, sondern umgekehrt alljährlich über zwanzig Milliarden Euro (und werweiß wieviele Tote) kostet.

Sich jetzt über ein paar tausend Europajubler zu freuen, ist beschämend naiv. Nicht nur weil es dazu verleitet zu sagen „dann ist ja alles gut“ und demzufolge auch nichts substanziell ändern zu wollen. Sondern auch, weil es die Lebenswirklichkeit von ein paar Hundertausend, vielleicht Millionen Europäern ausblendet, die an dieser EU leiden und keinesfalls von ihr profitieren.

Giegold jedenfalls leidet nicht, was seinen bias erklären mag. Frau Dr Niebler (CSU) hat uns ehrlich dargelegt: Als Abgeordneter im Europaparlament erhält man gut 9.300 EUR monatlich und dazu steuerfrei gut 4.300 EUR als pauschale Aufwandsentschädigung. Die von der EU Abgehängten, Vergessenen und Verratenen können von solchen Summen nur träumen…

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Ehrt die Nation!

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 24. 2. 2017

Wann begreifen unsere herrschende Euro-Aristokraten endlich, daß wir, die Bürger europäischer Nationen, kein Europa wollen, sondern europäische Nationen? Wann verstehen unsere „Eliten“, daß die Menschen keine Weltbürger sein wollen, sondern Deutsche, Franzosen, Amerikaner und so fort? Und wann akzeptieren unsere Politiker, daß „Frieden und Wohlstand“ einerseits und „Nation“ andrerseits  überhaupt keine Gegensätze sind – solange sie selbst es nicht dazu machen?

Ich fürchte sehr: nie. Und das wird erst Aufstände, dann vielleicht sogar Kriege verursachen, diese blinde Ideologie der Staatenlenker, nicht etwa das, was sie als das vermeintliche Übel auszurotten bemüht sind.

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Möget Ihr lange leben

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 24. 2. 2017

Kann Europa die linksgrüne Selbstverleugnung als herrschendes Narrativ überleben? Ich habe keine Antwort auf diese Frage, aber die Hoffnung, daß ich die Islamisierung Europas nicht mehr erlebe.

Der aus Syrien stammende Politikwissenschaftler Prof Dr Bassam Tibi – er hat nichts mit PEGIDA zu tun! – stellt sich diese Frage und hat vielleicht ganz knapp die „Chance“, daß sich seine Hoffnung erfüllt: er ist 72 Jahre alt. Ich bin fast eine Generation jünger. Wenn ich nicht, wie offenbar die meisten Menschen um mich herum, den Kopf in den Sand stecke, dann darf ich mir wohl keine Hoffnung machen.

Tibi wird selbstredend, wo nicht totgeschwiegen, von den – eben linksgrün durchtränkten – Medien zerrissen. Ich wünsche jedem dieser Journalisten ein hinreichend langes Leben, frei von Demenz. Sie sollen die Lebenswirklichkeit, die sie in fünf oder fünfzehn Jahren erleben, ihren heutigen Pamphleten gegenüberstellen müssen.

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Die Bürger in Europa hätten das auch gern

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 12. 2. 2017

Auch wenn man es aufgrund der hämischen Artikel in unserer Presse glauben mag: Es sind beileibe nicht viele, schon gar nicht die meisten Richter in den USA, die Trump’s neunzigtägigen Einreisestop für Bürger bestimmter Staaten ablehnen. Wenn wir aber unsere bundesdeutschen Medien verfolgen, verurteilt – auf’s Entschiedendste! – das Dekret des US Präsidenten jedenfalls jeder Deutschen (sofern nicht AfD Anhänger) und eigentlich jeder Europäer.

Hm – geben unsere „Qualitätsjournalisten“ damit die Stimmung im Land oder ihre eigene, freilich als Richtschnur verordnete edle Gesinnung wieder? Denn der Aussage

Eine weitere Einwanderung aus vorwiegend muslimischen Ländern sollte gestoppt werden

stimmen mehr als die Hälfte (!) der Bürger Europas zu. So jedenfalls eine Umfrage des britischen Instituts Chatham House in zehn Ländern Europas. Darunter auch Deutschand, das mit fast 60% Zustimmung und weniger als 20% Ablehnung sogar noch über dem europaweiten Durchschnitt lag.

F… the EU (V. Nuland)

Posted in Politik by Verfasser on 8. 12. 2016

Mich in eine Ecke meiner Echokammer kuschelnd, habe ich diesen Artikel von Dirk Schümer in der Welt gerne gelesen. Einige Zitate für jene, die die per Javascript ungefragt Werbefilme abspielende Originalseite nicht dafür -also für die unverschämte Werbeflutung – mit Klicks belohnen wollen:

Bisher hat die Elite auch in Deutschland auf die Kritik der AfD an EU und Euro einzig mit moralischer Empörung regiert. Wer keine Massenzuwanderung wünscht, gehört zum Pack; und wer den Euro ablehnt, gefährdet den Frieden in Europa.

Während die Bürger für ihre Reisen besser wieder den Paß einstecken – denn an den Binnengrenzen wird wieder vielerorts kontrolliert –, gelangen zahllose „neu Hinzugekommene“ am besten ans Ziel, indem sie ihre Papiere wegwerfen und ihre Identität verschleiern.

Und Millionen, die seit dem Euro ärmer wurden, während Banken mit Steuergeld gerettet und Superreiche immer reicher wurden, lassen sich nicht mehr mit dem Hinweis auf allgemeinen Wohlstand in Europa abspeisen.

Sowas werden unsere „Eliten“ natürlich laut zeternd als populistisch verurteilen (bedenke: Wer schreit hat unrecht). Sie werden darauf verweisen, daß es „keine einfachen Antworten“ gebe.

Doch, die gibt es durchaus. Nur wenn man einen Sachverhalt nämlich auf seine Essenz herunterbricht und nicht kunstvoll verschwurbelt, kann man den Kern erkennen – und damit das, um was es eigentlich geht. Dazu passende Antwort haben Trump jenseits Europas und Fillon gegeben. Der eine will sein Land groß machen („Make America Great Again“) und der andere seines stolz („Nous avons besoin d’être fiers de la France…“). So schlimm das für „überzeugte Europäer“ – also für um ihre üppig bezahlten Posten fürchtende EU-Bürokraten einerseits und für die Länder der Nettoempfänger andrerseits – sein mag:

Es ist absehbar, dass Europa in den kommenden bleiernen Jahren nurmehr als lockerer Verbund von Nationalstaaten eine Überlebenschance hat.

Deutschland muß noch kräftig aufholen!

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 22. 11. 2016

„Laut einer Umfrage verfangen populistische Parolen in Deutschland deutlich seltener als in anderen Ländern Europas“ titelt die Welt und beruft sich auf eine Studie des britischen YouGov vom September diesen Jahres. Die Grundrichtung platzt damit schon aus dem Anreißer: „verfangen populistische Parolen“ – gleich drei negativ besetzte und negativ benutzte Begriffe direkt miteinander verbunden. Kaum verwundern kann daher, was wir denn darunter zu verstehen haben: „eine ablehnende Haltung zur EU, generelle Vorbehalte gegen Einwanderung in ihr Land, eine kritische Haltung gegenüber der gängigen Formulierung der Menschenrechte sowie eine Präferenz für eine robuste, auf nationale Interessen fokussierte Außenpolitik.“

Kurz: Was nicht im Einklang mit dem von den sogenannten „Eliten“ über Lautsprecher in Medien und Politik verordneten Mainstream steht, ist Populismus. Das heißt folgerichtig: Ein Andersdenkender ist stets dem Populismus verfallen. Übertragen auf unsere hochgelobte Demokratie: Jeder Wähler einer Oppositionspartei wurde von Populisten verführt. Erstens selbst und zweitens kritisch zu denken, daher drittens zu anderen Schlüssen zu kommen, das gibt’s gar nicht.

Die EU – in der gegenwärtigen Form – abzulehnen, halte ich für höchst vernünftig, ja für unausweichlich. Generelle Vorbehalte gegen die seit letztem Sommer praktizierte Form der Einwanderung in mein Land habe ich durchaus. Wenn die „gängige“ Formulierung der Menschenrechte jeden Zuwanderer zu einem Flüchtling erklärt oder verlangt, daß sich das gesellschaftliche Zusammenleben an den Forderung kleinster Minderheiten ausrichtet, ja, dann bewahre ich mir demgegenüber eine kritische Haltung. Und ich möchte selbstverständlich, daß mein Land im Ausland seine eigenen Interessen vertritt – das ist für mich das Wesen von Außenpolitik!

Wir sehen also, ich bin ganz schlimm den bösen Populisten aufgesessen. Wie eben auch:

  • 18% der Deutschen
  • 33% der Spanier
  • 35% der Schweden
  • 47% der Italiener
  • 48% der Briten
  • 49% der Dänen
  • 50% der Finnen
  • 55% der Niederländer
  • 63% der Franzosen
  • 78% der Polen
  • 82% der Rumänen.

(Und das nennt nur die, die es auch sagen.)

Das muß einem schon richtig Angst machen, daß ein Volk (lateinisch: populo) populistisch, also auch: an sich selbst denkt. Ich bin gespannt, wie die „Eliten“ dieses „Problem“ lösen werden.

 

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Endlich können wir die Freiheit Deutschland’s an der Elbe verteidigen

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 12. 11. 2016

Hohohooo – Europa muß jetzt selbst für seine Sicherheit sorgen, der Beschützer USA zieht ab!

Welchen Bedrohungen, vor denen uns die USA bisher beschützt hätten, sind wir denn ausgesetzt? Glaubt irgendjemand ernsthaft, der „Dämon“ Putin würde jetzt einen Eroberungsfeldzug nach Westen, bis an den Atlantik starten? Wer Putin’s Reden etwa auf den letzten Sicherheitskonferenzen gehört hat (nicht die von einer geifernden und hetzenden Pressemeute aus dem Zusammenhang gerissene Fetzen), der wird über solche Drohkulissen nur mitleidig lachen. Oder marschiert etwa der „Schlächter“ Assad auf Berlin, weil’s ihm daheim zu unruhig wird?

Die einzige Gefahr, der Europa im allgemeinen und gerade unser „Willkommen!“-Deutschland ausgesetzt sind, von Selbstzerfleischung einmal abgesehen, ist die von terroristischen Anschlägen im Inneren. Sicher haben da die Geheimdienste der USA mit ihren Hinweisen unsere Sicherheitsbehörden gelegentlich aus dem Büroschlaf gerissen. Das aber ist kein militärischer Beistand, wie ihn Trump nun zurückfahren könnte. Problem ist eher: Wer interessiert sich künftig für die Zielkoordinaten, die unsere Tornados – so sie gerade fliegen können – irgendwo in Islamistan petzen wollen?

Die Kanonen-Uschi aber wird sich dennoch freuen, wenn wir die Freiheit Deutschland’s jetzt auch an der Elbe verteidigen müssen. Und mit ihr EADS, Rheinmetall und Krauss-Maffei. Es klingeln die Kassen!

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Mußte das sein?

Posted in Gesellschaft by Verfasser on 23. 9. 2016

162 Menschen, vermutlich mehr, sind vor der ägyptischen Küste beim Versuch ertrunken, Europa zu erreichen. Wieviele darunter waren wohl „Glücksritter„, die sich und ihre Familien – angelockt von den Verheißungen geschäftstüchtiger Schlepper – ganz unnötig der tödlichen Gefahr aussetzten und einfach nur „ein besseres Leben“ in Europa wollten (wo sie doch genügend Geld zusammenbringen konnten, eben diese Schlepper zu bezahlen)?

Europa? Bullshit!

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 11. 9. 2016

Hans-Peter Canibol liest auf Tichy’s Einlick für uns den aktuellen SPIEGEL quer. Er endet seinen Beitrag so:

Zum Schluß begeben wir uns mit Juan Moreno auf eine nostalgische Reise in eine Zeit, als wir selbst noch unbeschwert im Sommer mit dem Interrail-Ticket kreuz und quer durch Europa reisten. „Schöne Grüße aus Europa“ ist eine feine Reportage gegen die Europamüdigkeit, nicht zuletzt auch all derjenigen, die sich heute nicht mehr an Ihre damaligen Erlebnisse von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in stickigen Zugabteilen, auf zugigen Bahnhöfen, in den Vielbettzimmern von Jugendherbergen und auf den Treppenstufen und Mäuerchen der zentralen Plätze erinnern wollen.

Es gibt sie noch, diese Lust auf Europa.

Was für ein Quatsch.

Dieser letzte Satz ist, was uns traurige Gestalten wie Jean-Claude Juncker oder Martin Schulz einreden wollen. Ich weiß nicht, ob es für Canibol zutrifft – für mich schon: Ich war einer jener „Interrailer“. Und ich kann mich sehr wohl erinnern: Wir hatten an „Europa“ nie auch nur gedacht. Es ging uns um’s Reisen, um die eben mit der Bahn bequem (naja) und billig (naja) ereichbaren Länder mit fremdsprachigen Städten, mit Sonne und Meer, mit dem Geschmack von Aussteigen, von ein bißchen „großer weiter Welt“.

Um „Europa“ ging es keinem von uns. Wäre die Bahn für denselben Preis dorthin gefahren, hätte es auch Südamerika oder Australien sein können (wäre sogar besser gewesen).

„Interrail“ als Vorbote oder Ausdruck einer Begeisterung für „Europa“? Bullshit!

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Lieber Verbotsschilder?

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 8. 9. 2016

Es werden wieder Mauern gebaut in EUropa.

So klagt nicht nur Eric Bonse in seinem meist klugen Blog „Lost in EUrope„. Das ist ein Tenor, der sich in Politik und Medien vielfach findet. Das tut so, als sei es gar schrecklich, wenn an den Grenzen Europas – Bonse nennt hier einerseits Ungarn, anderseits das Vorhaben Großbritanniens in Calais – Mauern errichtet werden. Verrat an den Werten der Union!

Nein, eben nicht. Solche Stimmungsmache ist dumm. Wenn Menschen die Grenzen eines Landes überschreiten, ohne dazu berechtigt zu sein (etwa über eine Mitgliedschaft im Schengen-Raum), dann ist das illegal. Wenn sie dabei Grenzkontrollen planmäßig umgehen, dann ist das illegal. Wenn sie das in großer Zahl tun, dann ist das ein Problem – wer will das leugnen?

Welche Möglichkeiten gibt es nun, vielfachen illegalen Grenzübertritt zu verhindern? Mehrsprachige Verbotsschilder? Scharfschützen? Natürlich Unsinn, also: Mauern. Mauern an den Außengrenzen Europas, damit die Menschen nicht unkontrolliert hereinkommen. Und Mauern innerhalb, wenn diese Menschen schon da sind und umherziehen, weil sie zuvor an den Außengrenzen nicht aufgehalten und einem geordneten, rechtsstaatlichen Verfahren unterzogen wurden.

Wer Mauern „in Europa“ ablehnt (und damit mal eben Mauern an den Außengrenzen mit einbezieht, was freilich etwas ganz anderes ist), der kann nur unkontrollierte und unbegrenzte Zuwanderung wollen. Gleich, ob von Asylberechtigten, Kriegsflüchtlingen, Wirtschaftsmigranten, Sozialtouristen oder Kriminellen. Dann muß er aber erklären, wie er sich vorstellt, daß wir das „schaffen“. Nicht mit banalen Überschriften à la „Deutschland ist stark“, sondern mit konkreten, kleinteilig auf den Alltag bezogenen Konzepten.

Da bin ich ja mal gespannt. (Vielleicht doch besser Mauern?)

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Identität entsteht durch Unterscheidung

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 26. 8. 2016

Jeder kennt sie, diese Science-Fiction-Filme der achtziger und neunziger Jahre. Da laufen alle Menschen in einer Art Uniform herum, Zivilkleidung zwar, aber in Schnitt und Farbe einheitlich und sich nur zwischen Frauen und Männern (sowie Polizisten) unterscheidend.

Die Filmemacher sahen die Zukunft der Menschheit (oder die Menschheit der Zukunft) in der Auflösung aller Unterscheidungsmerkmale. Es soll nur noch ein globales Volk geben, einen Staat rund um den Erdball, von Amerika über Afrika und Asien bis Australien. Alle sehen gleich aus, sprechen dieselbe Sprache, denken dieselben Gedanken, tun dieselben Dinge. Endlose Harmonie.

Und damit auch endlose Langeweile. So ließ sich kein Film machen, der Publikum in’s Kino lockt. Deswegen gab es dann immer irgendwelche Rebellen, die gegen diese totale Gleichmacherei aufbegehrten.

Das Europa, das uns Merkel et al. einreden wollen, ist eine nötige Vorstufe zu solch‘ einer Schience-Fiction. Die Auflösung der Nationen, die Abschaffung – vorerst über: Leungung – kultureller Unterschiede. Beispiel: „Der Islam gehört zu Deutschland“. Wenn alles irgendwie zu Deutschland gehört – was macht dann Deutschland noch aus? Wie kann ich mein Land erkennen?

„Du hast kein Land mehr, Du brauchst sowas nicht, Du bist jetzt Europäer“ sagt man mir. Schon sind wir morgen in Europa alle diese unterscheidungslosen Science-Fiction-Menschen. Und in der logischen Konsequenz kann es dann übermorgen auch keine „Europäer“ mehr geben, sondern nur noch „Weltbürger“ oder sowas. Sieben Milliarden (bis dahin wohl eher: fünfzehn Milliarden) „Weltbürger“, die alle gleich aussehen, dieselbe Sprache sprechen, dieselben Gedanken denken, dieselben Dinge tun.

Wer will das wirklich? Und wo ist der Benefit? Es in diesem Zusammenhang übrigens schlicht falsch zu behaupten, erst durch die Unterscheidung von Menschen, Nationen oder Kulturen entstünden Kriege. Die entstehen durch Gier und Neid.
(Übrigens: In den Science-Fiction-Filmen siegen am Ende immer die Rebellen.)

Einfach mal machen

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 1. 7. 2016

Nicht erst seit dem Brexit-Votum hören wir von den Politikern, denen die Bürger noch nicht ganz egal sind:

Wir müssen Europa den Menschen besser erklären!

Wobei stets mit „Europa“ die EU gemeint ist. Aber schon der Ansatz ist falsch. Richtig:

Wir müssen Europa besser machen.

Wenn ich’s gut mache, dann muß ich nichts erklären. Dann sehen – und wertschätzen – das die Menschen auch so. Wenn ich’s aber versaue, immer und immer wieder, dann wird das auch nicht durch „Erklärung“ gut.

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Die Propagandamaschine läuft

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 24. 6. 2016

In Politik und Medien, leider auch in den Medien, heißt es jetzt ständig, die Briten hätten „dem Kontinent den Rücken gekehrt“, sie hätten sich „gegen Europa entschieden“.

Nein, haben sie nicht. Sie haben sich gegen die EU entschieden, konkret: gegen diese EU. Das stand zur Abstimmung, nichts anderes.

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Die richtige und die realistische Reaktion

Posted in Politik by Verfasser on 24. 6. 2016

Ich sehe zwei Möglichkeiten, wie die Europäische Union mit dem Votum für den Brexit umgehen könnte. Die eine: Sie hält inne, besinnt sich, spürt ihrem Gründungsgedanken nach und reformiert sich – wie allerorten gefordert, sogar in Brüssel selbst.

Das andere Szenario: Die EU klammert sich aus Trotz – und Angst – noch fester an das Mantra vom „enger und strenger“, das sie uns seit Jahren als alternativlos darstellt. Sie verfährt wie gehabt, wenn etwas nicht funktioniert braucht’s einfach mehr davon, und wenn das nicht hilft, noch mehr. Wenn also „enger“ zum Austritt der Briten – und Unmut in allen Mitgliedsländern – geführt hat, dann eben „noch enger“. Die Folge ist immer stärkere Zentralisierung und mittelfristig eine totalitäre Diktatur aus Brüssel.

Um sich zu reformieren, wie für den ersten Fall dargestellt, müßten offensichtlich die Zügel aber gelockert und den nationalen, gewählten Parlamenten die den dortigen Verfassungen gemäße Bedeutung zurückgegeben werden. Das würde auch bedeuten, den Zentralregierungsappart in Brüssel abzubauen. Und genau dies ist illusorisch. Die Funktionäre werden sich nicht selbst abschaffen. Keiner wird auf seinen Posten verzichten. Niemand wird Macht abgeben.

Deshalb ist das zweite Modell zu erwarten. Damit wird die EU zu einer Art DDR. Überall Planwirtschaft, alles liegt im Argen, nichts funktioniert. Aber die Propaganda bejubelt unbeirrt angebliche Erfolge und beschwört die europäische Bruder*innenschaft. Die Partei (das Europaparlament) und der Vorsitzende (Juncker? Schulz? Merkel?) erreichen 99% Zustimmung. EU-Kritik oder gar EU-Flucht wird als „Zersetzung“ unter Strafe gestellt.

Wer das jetzt für Unsinn und Phantasterei hält, sollte mal genauer hinschauen, wie weit wir bereits sind.

 

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Nein, eine Leuchte ist er wahrlich nicht…

Posted in Politik by Verfasser on 13. 6. 2016

Weil das Bewußtsein von und das Bekenntnis zur Nationalität, die sich nun einmal über ein Heimatland mit klaren Grenzen definiert, nicht zur lobgepriesenen Idee eines geeinten Europa – weil’s edler klingt sagt man ja heute gerne „Europa“ wenn man „Europäische Union“ meint – paßt, bedient sich der ewige Präsident des Europaparlaments Martin Schulz eines Kunstgriffs. Er selber sei ja noch mit diesem „engen“ Verständnis der Heimat aufgewachsen. Aber die „jungen Menschen“ heute wollten das gar nicht mehr: „Sie haben eine Heimat der vielen Orte“ sagt er in einer Rede an der Neuen Universität Heidelberg (zitiert nach Rhein-Neckar-Zeitung).

Weiterzudenken ist nicht unbedingt die Stärke des schlichten Mannes aus Würselen. Denn zum einen wäre dann ja auch die Europäische Union, deren Kommissionspräsident er so verteufelt gerne werden möchte, ein unzeitgemäßes Konstrukt. Schließlich steht nirgendwo, daß die „jungen Menschen“ die „vielen Orte“ ihrer Heimat nur in Europa überall sähen.

Zum anderen aber steht das sowieso nirgendwo, außer in der Rede des Herrn Schulz. Wer heute einen jungen Europäer nach seiner Heimt fragt, bekommt ohne Zögern vom Briten die Antwort: Großbritannien, vom Niederländer: die Niederlande, vom Franzosen: Frankreich, vom Polen: Polen, vom Italiener: Italien, undsoweiter.

Mag Herr Schulz aus Würselen auch nicht gerade ein großer Denker sein (der schulische und berufliche Werdegang ist bei Wikipedia nachzulesen), schlau jedenfalls ist er. Wo Ideen wie Heimat und Nation seinem persönlichen Machtanspruch und der Vision von seinem Lebenswerk im Wege stehen, stellt er frech die Behauptung auf, dergleichen wolle ohnehin keiner mehr. Wird schon keiner nachprüfen.

Und dann gerät Schulz in seiner Rede noch in’s Schwärmen: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold. Es ist der unbeirrbare Glaube an den Traum von Europa.“ Genau, die Zuwanderer – worunter tatsächlich immer wieder auch Flüchtlinge sind – sind nur getrieben von der glühenden Bewunderung unseres „Wertekanons“: Demokratie, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung! Kindergeld! Glühlampenverbot!

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Gerettet!

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 1. 6. 2016

Ich bin dermaßen erleichtert, es läßt sich kaum in Worte fassen. Meine Zweifel an Europa im allgemeinen und an Deutschland im besonderen sind wie weggeblasen.

Wir retten die Welt! Also, wenigstens schon mal die Weltmeere. Und ausgerechnet ein Konsumkonzern, Rewe, macht den Anfang: Er verkauft keine Plastiktüten mehr! Endlich! Damit ist das vordringlichste Problem Europas so gut wie vom Tisch!

Ganz ehrlich, ich verstehe, daß Bundesumweltministerin Barbara Hendricks darüber ganz aus dem Häuschen ist. (Wahrscheinlich wird sie ein bißchen geweint haben vor Freude, so wie damals, als sie mit dem epochemachenden „Klima-Abkommen“ von Paris schon mal das Weltklima gerettet hat.)

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Von zwei Übeln – das größere

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 5. 5. 2016

Der Sozialforscher Wolfgang Streeck macht seinem Unmut Luft über das „System Merkel“. Steht zwar in der FAZ und ist ein bißchen ausführlich, aber dennoch: Lesen!

Einmal mehr frage ich mich aber, ob Wegbereiter des Untergangs wirklich die peinlich naive Regentin selbst ist. Oder ob nicht gerade den Sozialforscher vielmehr ihre Gefolgschaft interessieren – und erschrecken – müßte. Das „System Merkel“ (das keines ist, weil einem System Logik zugrunde liegt) konnte seine unheilvolle Wirkung für Deutschland und Europa nur deshalb entfalten. Nur wegen dieser für mich völlig unverständichen, hündischen Unterwerfung von Ministern und Parteivorsitzenden im Inland und von ausgewachsenen Regierungschefs im Ausland. Und wegen der fatalistischen Somnolenz der deutschen Bevölkerung.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß die alle nicht erkennen, was Merkel für Schaden anrichtet. Zumal sie ihn am eigene Leib beziehungsweise im eigenen Land erfahren. Aber wo bleibt der Aufstand? Erst in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ probten den einige, eher zaghaft. Auf europäischer Ebene etwa Österreich. Nur um sogleich wieder umzufallen und jeden von Merkel geforderten Beschluß, grummelnd zwar, doch mitzutragen. Und machen wir uns nichts vor – wenn hierzulande heute ein Achtel der Wähler der AfD die Stimme gibt, dann ist das noch lange nicht „Auf die Barrikaden gehen“. Wenn’s drauf ankommt, zur Bundestagswahl, ziehen viele von denen, die sich jetzt ein bißchen was getraut haben, wieder den Schwanz ein und wählen von zwei Übeln das größere: Merkel.  (Ja, nicht direkt, aber über Stimmen für die Union und die Grünen.)

Der Sozialforscher sollte also fragen: Ist diese unbedarfte Mutti tatsächlich ein eiskalter Politprofi, der sich ganz Europa unterworfen hat und gegen den sich niemand zur Wehr setzen kann? Oder geht es Deutschland und Europa inzwischen so gut, daß wir so fett, faul – und feige – geworden sind und einfach das alles mit uns machen lassen? Oder…?

Erklärt uns nicht, wie toll Europa ist – zeigt es uns!

Posted in Gesellschaft, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 9. 4. 2016

Der Deutschlandfunk führte nach dem „Nee!“ der Niederlande ein Gespräch mit dem Europaabgeordneten der CSU Manfred Weber. Wie manch‘ anderer dieser Tage beklagt der, daß alle, „die in den Hinterzimmern sagen, Europa ist richtig und auch alternativlos, daß die zu wenig rausgehen und das den Menschen auch erklären…“.

Mal abgesehen davon, daß die Behauptung, Europa (so wie es in diesen Hinterzimmern verstanden wird) sei richtig und alternativlos, keineswegs auf Hinterzimmer beschränkt bleibt sondern uns allen fortwährend aus Politik und Medien entgegen schallt – wozu „erklären“? Wie wäre es denn stattdessen mit „machen“?

Niemand müßte uns erklären, wie toll Europa ist, wenn wir es sehen würden. Wenn nicht ein macht- und geldgieriger, elitärer und keine wirksamen Kontrolle fürchtender Zirkel in Brüssel Bananenkrümmungen vorschreiben und Glühbirnen oder Plastiktüten verbieten würde, während die Arbeitslosigkeit jedes Jahr neue Rekorde erreicht, prekäre Beschäftigungsverhältnisse um sich greifen, auf Sparguthaben und Lebensversicherungen keine Zinsen mehr zu bekommen sind, die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird, eine neoliberale Agenda unbeirrt die Demokratie abschafft und, und, und.

Wenn diejenigen, die andauernd den Marsch vom wunderbaren (und alternativlosen) Europa trompeten, nach nunmehr Jahrzehnten endlich eine kluge, ausgewogene Wirtschafts- und Sozialpolitik machen würden zum Vorteil aller europäischer Bürger – dann bräuchte es gar keine Worte, keine „Erklärungen“. Die dienen doch nur dazu, das Ausbleiben von Taten zu verschleiern.

Nachtrag: Interessant wäre allerdings schon, mit welchen Argumenten uns diese „Erklärer“ ein Assoziierungsabkommen mit einem durch und durch korrupten, faschistischen, bankrotten und noch dazu knietief im Bürgerkrieg steckenden Staat schmackhaft machen wollten.

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Die EU ist nicht Europa

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 5. 3. 2016

Nicht „Europa“ droht zu zerfallen, wie viele unken. Sondern vielleicht die EU. Das ist keineswegs dasselbe. Und damit würde Europa eine unheilvolle Bürde abschütteln, von einer Krankheit genesen.

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