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Welby und Käßmann zum Fremdschämen

Posted in Gesellschaft by Verfasser on 8. 6. 2017

Berlin ist wie Manchester eine Stadt, die zeigt, daß Liebe den Haß überwinden kann.

So zitiert der RBB den anglikanische Erzbischof von Canterbury Justin Welby am Kirchentag. Das Thema ist ernst, ja tragisch. Deshalb sollte ein solcher schwülstiger Schwachsinn sich von selbst verbieten. Benebelt auch der christliche Glaube derart die Sinne?

Entschuldigung, aber dadurch, daß sich ein paar tausend Menschen an die Hände fassen und „Kumbaya My Lord“ singen, wird überhaupt nichts überwunden. Das sagt der gesunde Menschenverstand – und das zeigt die bittere Realität fortfolgender Terroranschläge.

Derlei entrückte Käßmann-Verse („Terroristen mit Beten und Liebe begegnen“) sind bestenfalls zum Fremdschämen peinlich, sie sind angesichts der Anschlagsopfer und der Trauer der Angehörigen zynisch – und sie ziehen das Christentum in’s Lächerliche.

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Mal wieder der Ausweis

Posted in Politik, Verschaukelt, Verschwörungstheorie by Verfasser on 25. 5. 2017

Du liebe Güte, das gibt’s doch nicht! Hat der IS den islamistischen Selbstmordattentätern bei Todesstrafe (Witz) vorgeschrieben, auf jeden Fall sicherzustellen, daß am Tatort ihr Ausweis – oder wenigstens ein vergleichbares Identitätsdokument – gefunden wird?

Jetzt haben sie in Manchester auch wieder den Ausweis des Terroristen entdeckt. Er sprengt sich, wie es so beharrlich wie unsinnig heißt, „in die Luft“, der eigene Körper zerfetzt wie die der 22 Opfer. Aber der Ausweis, der widersteht der Explosion. Wie an 9/11, wo Ermittler im kaum überschaubaren Trümmerfeld und Ascheregen die lediglich ein wenig angesengten Ausweise der Attentäter fanden.

Wenn verhindert werden soll, daß sich Leute finstere Verschwörungstheorien zurechtlegen, dann wäre es angebracht damit anzufangen, nicht an jedem Anschlagsort mit beeindruckender Regelmäßigkeit die Ausweise der Attentäter zu „finden“.

Die getöteten Kinder

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 23. 5. 2017

Nach dem Attentat in Manchester betonen alle Medien, daß auch Kinder unter den Toten waren. So wie bei Anschlägen im Nahen Osten oder bei ertrunkenen Migranten im Mittelmeer stets hervorgehoben wird, wenn es Frauen und Kinder unter den Opfern gab.

Gilt das Leben eines Mannes weniger als das einer Frau? Oder das eines Erwachsenen weniger als das eines Kindes? Sind ein Anschlag oder ein Unglück weniger tragisch, wenn es sich bei den Getöteten um erwachsene Männer handelt?

Wohlgemerkt: Auch mir geht der – durch was auch immer verursachte – Tod eines Kindes näher. Aber warum eigentlich? Weshalb sollte das Leben des einen Menschen weniger gelten als das des anderen? Und wenn wir das einmal so annehmen – wie ist die Abstufung, wo sind die Grenzen? 15jähriges männliches Anschlagsopfer weniger schlimm als 10jähriges weibliches? 30jähriger männlicher Toter weniger schlimm als 40jähriger weiblicher? Wäre es dann nicht folgerichtig irgendwann fast egal? Aber ab wann – bei einem 60jährigen Mann? Wer bestimmt das?

Hat jemand weniger „Recht auf Leben“, weil er schon mehr Lebensjahre hinter sich hat als ein anderer? Gibt es denn eine Art Anspruch auf eine bestimmte Lebenszeitspanne, und je näher der Mensch dem – statistisch gemittelten – Ablauf ist, desto geringeren Wert hat sein Leben?

Wer sich jetzt empört und diese Ausführungen zynisch nennt, den frage ich: Ist es nicht vielmehr zynisch, solche Vergleichsbewertungen anzustellen?

 

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