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Er ist weg! Wer ist weg? Der Schmerz ist weg!

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 6. 6. 2017

Eine Woche Urlaub. Außer Landes und kein Internet, keine Zeitung, kein Radio. Stattdessen einfache, harte Arbeit. Das ist wie Aspirin: Der Schmerz ist weg! Die ohnmächtige Wut auf die Politik und die Medien – weg! Und so schnell: Vom ersten Tag an.

Zurück zuhaus, wieder die Nachrichten: An sich immer dasselbe. Die Details variieren, aber das Grundmuster bleibt. Wieso habe ich das vorher nicht so gesehen? Jetzt ist der Scheidepunkt: Wieder aufregen, wieder wütend sein? Oder… mein Blick geht nach rechts, neben das Notebook. Was da ist? Dazu später.

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Jeder Armutsmigrant macht Deutschland ärmer

Posted in Medien by Verfasser on 1. 5. 2017

Der Deutschlandfunk – bekanntlich aufseiten der „Guten“ stehend – bringt einen emotionalen Artikel über ein Migrantencamp in Griechenland, Titel: „Hier im Lager sterbe ich langsam„.

Ich bin überzeugt, daß in diesem Lager nicht wenige sind, die tatsächlich aus ihrer Heimat fliehen mußten, weil sie dort verfolgt wurden oder ihnen gar der Tod drohte. Ich wage einmal die Vermutung, daß es eher nicht die sind, die sich lauthals über die hier zweifellos kritischen Zustände beklagen. Wären in dem Lager nicht auch die vielen, die lediglich als „Glücksritter“ in der Hoffnung auf ein komfortables Leben in Europa aufgebrochen waren, so stünde den anderen mehr Raum, mehr Hygiene, mehr Essen zur Verfügung.

Oh – das „darf“ man nicht sagen. Aber dann vielleicht wenigstens fragen, ob solche Artikel nicht besser unterbleiben sollten. Denn sie stellen implizit einen unerfüllbaren „moralischen Imperativ“, nennen wir ihn einmal salopp „Deutschland für alle“. Europa im allgemeinen und Deutschland im besonderen sind für jene, denen es schlechter geht als uns – und das ist der weit überwiegende Teil der Weltbevölkerung – nur solange ein erstrebenswertes Ziel, wie es die wenigsten erreichen. Lassen wir einmal die Platzfrage außen vor: Jeder Armutsmigrant macht Deutschland ärmer. Und damit für ihn weniger erstrebenswert. Das ist Mathematik, dazu gibt es keine alternativen Fakten. Und selbst zum Deutschlandfunk sollte sich herumgesprochen haben, daß in den Lagern Griechenland’s nicht diese legendären syrischen Ärzte und Ingenieure warten.

Wenn es Journalisten nicht zuwegebringen, ihrem gesellschaftlichen Auftrag nachzukommen und die Dinge beim Namen zu nennen, sollten sie wenigstens darauf verzichten, sie in’s Romantische, letztlich Absurde zu verklären. Dafür gibt es Rosamunde Pilcher.

Für dumm verkauft

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt, Wirtschaft by Verfasser on 30. 3. 2017

Eine große deutsche Bank verschickt einen zweiseitigen Brief an ihre Kunden. Darin teilt sie mit, daß ab sofort die Auszüge der Kreditkartenabrechnung nurmehr in einem Online-Postfach bereitgelegt und nicht mehr postalisch verschickt werden. Das geschieht, so wird ausführlich begründet, der Umwelt zuliebe. Von wegen Papier, Drucken und – man höre und staune – Belastung durch den Transport des Briefes.

Nur dumme Menschen werden glauben, daß es der Bank da um die Umwelt geht. Stattdessen spart sie eine stattliche Summe Geld ein, und darauf kommt es ihr an. (Nebenbei bürdet sie ihre bisherige Bringschuld nun dem Kunden als seine Holschuld auf.) Diese Einsparung gibt die Bank aber mitnichten an den Kunden weiter. Stattdessen erhöht sie, ohne in dem zweiseitigen Schreiben auch nur mit einem Wort darauf einzugehen, die Jahresgebühr der Kreditkarte noch um satte 33%.

Die Bank hält ihre Kunden entweder für dumm – oder hilflos. Rechnet jedenfalls nicht mit ernsthaftem Widerstand, der hier ja nur die Abkehr von diesem Geldinstitut bedeuten kann. Oder sie hofft vielleicht gerade darauf. Welche Bank will heute noch einen Privatkunden, der am Ende sogar noch ein bißchen Erspartes bei ihr deponieren möchte?

Ein anderer Fall: Wir haben uns ja daran gewöhnt, daß, wenn jemand seinem Kunden sagt, er habe die Preise „angepaßt“, er sie also erhöhte. Ein an sich schamloser Euphemismus. Besonders eindrucksvoll zelebriert das ein international aufgestellter Hersteller von Telekommunikationssystemen. Er hat für seine Vertriebspartner „die Rabattstruktur den Anforderungen des deutschen Marktes angepaßt“. Das, so sagt er, unter anderem aufgrund des „Feedback unserer Partner“. Also, der „deutsche Markt“ erfordert, daß die Händler künftig um bis zu einem Viertel geringere Einkaufsrabatte erhalten. Und das haben sie sich offenbar ausdrücklich so gewünscht?

Es macht mich wütend, wenn ich für dumm verauft werde!

Apropos „für dumm verkauft“. Es betrifft mich (als Mann) ja nicht, aber da gibt es diesen Werbeclip, in dem lauter elegant schwarzgekleidete zwanzigjährige Models um eine ebenso elegant schwarzgekleidete Mittfünfzigerin kreisen. Allesamt haben sie eine glatte und straffe Haut – weil sie, so erfahren wir, Collagen trinken. Jawohl: trinken! Daß es Prinzip der Werbung ist, einen für dumm zu verkaufen, wissen wir. Aber für wie dämlich hält so ein Pharmakonzern seine Kunden eigentlich, wenn er glaubt ihnen einreden zu können, daß in den Magen gekipptes Collagen die Gesichtshaut strafft?

Wollen wir wetten, die Leute kaufen das Zeug! Und zwar auch wirklich intelligente Menschen. Das eben ist der Punkt. Egal ob die Wirtschaft, Medien oder die Politik – sie alle verkaufen uns für dumm, tagaus, tagein. Während sie das früher noch einigermaßen geschickt verschleierten, geben sie alle sich zunehmend weniger Mühe. Warum? Weil sie sich gar nicht mehr anstrengen müssen. Wir machen doch auch so mit. Wir wissen’s besser, lassen uns aber dennoch gefallen, daß man uns in’s Gesicht sagt: Du kleiner blöder Vollidiot.

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Gar nichts stürzt da ein

Posted in Gesellschaft, Medien, Verschaukelt by Verfasser on 16. 3. 2017

Der Bayerische Rundfunk stellt das Buch „Die den Sturm ernten“ des Islamwissenschaftlers, Politologen und langjährigen Nahost-Korrespondenten der ZEIT, Michael Lüders vor:

Ein Diktator im Kampf gegen sein Volk – und der Westen, der auf die Eskalation nur reagieren kann: Dieses Bild vom Syrienkrieg ist falsch, so Nahost-Experte Michael Lüders. Die USA und Europa sind Akteure in der Vorgeschichte dieses Krieges.

Auf den Nachdenkseiten kommentiert der Autor „JK“:

Lüders bring(t) damit das Propagandagebäude der „Qualitätsmedien“ komplett zum Einsturz und bringt es auf den Punkt: Es kämpfen nicht „gute“ Rebellen gegen den „bösen“ Assad und die „bösen“ Russen, sondern der syrische Bürgerkrieg ist die Folge eines Regime Chance Versuches der USA.

Leider irrt JK – das Buch bringt gar nichts zum Einsturz. Einfach deswegen, weil es kaum einer lesen wird. Hingegen beherrschen eben die „Propagandagebäude der Qualitätsmedien“ weiterhin das Bewußtsein der Menschen. Das Buch kommt bestenfalls in einer Auflage von einigen zehntausend für’s erste Jahr. Die tagesschau allein bringt es an einem Tag auf knapp zehn Millionen Zuschauer. Hinzu die Nachrichtensendungen der anderen Medienkonzerne sowie deren Veröffentlichungen online und print. In Lüders‘ Buch mag drinstehen was will. Die „Propagandagebäude“ vibrieren davon nicht einmal, geschweige denn daß sie einstürzen.

Dabei ist Syrien nur ein Beispiel von vielen: Für den Bürger ist Wirklichkeit, was ihm die „Qualitätsmedien“ gut portioniert, eben nicht auf lästigen 175 Seiten, in’s Wohnzimmer liefern. Damit prägen sie die Weltsicht der Bürger. Selbst wenn die wirkliche Wirklichkeit ganz anders aussieht. Das macht die Verantwortung und die Macht der Medien so groß. Ebenso wie ihre Schuld, diese zu mißbrauchen.

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Wir müssen das doch lernen

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 10. 3. 2017

Eines der vielen subtil manipulativen Stückchen, mit denen uns die Medien jeden Tag ein klein bißchen mehr zum Bessermenschen erziehen wollen. Eine Fingerübung, auf dem Nachrichtenkanal (sic!) des Bayerischen Rundfunks, vergangenen Montag. Ein kurzer Beitrag über Trump’s Mauer.

Zu Wort kamen: „Menschenrechtsaktivisten“ aus den USA, Mexikaner, die „rübermachen“ wollen und welche, die schon drüben sind, eine Nonne, die mexikanische „Flüchtlinge“ betreut (und es empörend fand, daß man die Illegalen wie Illegale behandelt). Aber kein Vertreter der US Behörden, kein Regierungsamtlicher, kein Jurist. Was also bekamen wir da zu hören, als sei es die einzige – einzig mögliche, einzig denkbare – Position?

Es mußte – und sollte – so aussehen, als sei es ganz normal und eine Art Grundrecht, daß Mexikaner in die USA kommen. Und bleiben. Wäre ja noch schöner, wenn ein Staat bestimmt, wen er zu welchen Bedingungen auf sein Hoheitsgebiet läßt. Wo ist eigentlich „mein“ Menschenrechtsaktivist, wenn die Immigration am Kennedy Airport mein knapp befristetes Touristenvisum einfordert?

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Den machen wir fertig!

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 4. 3. 2017

Ob bei Donald Trump oder hilfsweise seinen Regierungsmitgliedern, ob bei Francois Fillon, Marine Le Pen oder auch Martin Schulz und anderen Spitzenpolitikern (nennen wir sie ‚mal so) – unsere Medien haben eine Mission: Die fieberhafte Suche nach den „Leichen im Keller“.

Selbstredend ist es mindestens unanständig, wenn nicht gesetzeswidrig, daß ein Politiker seinen Verwandten oder Freunden trickreich Geldgeschenke aus den Töpfen der Steuerzahler macht. Oder daß er Erstattungen für gar nicht getätigte Aufwendungen inanspruch nimmt. Oder daß er – für uns hierzulande freilich kein Aufreger – amtliche Mails von seinem privaten Account aus verschickt.

Aber: Das machen die doch alle. Da draußen ist kein Politiker von Rang und Namen (außer vielleicht Angela Merkel, aber hat da überhaupt schon einmal jemand gesucht?), der nicht seine „Leichen im Keller“ hätte. Man denke nur an die Füllhalter-Affaire. Ja, es ist auch Aufgabe der Medien, als „Vierte Gewalt“ im Staat, soetwas an’s Licht zu zerren. Aber zurzeit wirkt das so:

Da ist jetzt einer ganz oben (den wir da noch dazu vielleicht gar nicht haben wollten). Leute, macht auf die Suche, da muß irgendwas sein! Wir brauchen einen Skandal. Und das bringen wir dann, ganz groß. Den machen wir fertig!

Eine sachliche, inhaltliche Auseinandersetzung macht offenbar weit weniger Spaß, befriedigt nicht den Jagdeifer, wenn das Opfer endlich erlegt ist (siehe Wulff). Und bei alledem geht es nur um’s Zahnrad, nicht um’s Getriebe.

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Die Überheblichkeit kotzt mich an

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 16. 2. 2017

Mich wundert – nein: ärgert ja die schiere Überheblichkeit, denen wir ständig in Politik und Medien begegnen. (Wobei ich mich in diesem Blog leider nicht ausnehmen darf.) Da reden ständig irgendwelche Menschen, die es im Leben zu nichts anderem als beispielsweise einem „Fraktionsvorsitzenden“ oder, im Falle der Medien, einem der vielen linksliberalen Geifergriffel gebracht haben nicht nur davon, welche dummen Fehler „das Volk“ machte (Beispiel England oder USA). Sondern auch, welche fatalen Fehlentscheidungen richtige Regierungschefs (Beispiel Trump, sowieso), eben nicht nur Hinterbänkler, getroffen haben.

So als seien gerade diese wortgewaltigen aber ohnmächtigen Menschen in der Lage, das fachmännisch zu beurteilen. Mehr noch, Journalistenbürschlein wie Wolfram Weimer machen sich zum oberschlauen Oberlehrer über den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit folgendem Satz im The European:

Trump wird zusehends diplomatisch erzogen, und Trudeau zeigt, wie man das macht.

Mit welcher Arroganz muß jemand gepudert sein, der soetwas von sich gibt. Wie Weimer selbst schreibt, weiß er eben nicht, was hinter den Kulissen zwischen Trump und Trudeau gesprochen wurde. Die „vier Schritte“, mit denen der kanadische Jungspund den US Präsidenten „gezähmt“ haben soll, hat Weimer einfach erfunden.

Aber das ist gar nicht der Punkt. Sondern der Umstand, daß irgendein deutscher Schreiberling (ja, auch ich bin einer, und im Vergleich zu Weimer ein Nichts) meint, er könne über den Präsidenten der – noch – bedeutendsten Nation der Erde urteilen. So ein bayerischer Verleger hält sich für befähigt, Fehler eines Staatschefs zu erkennen und für berufen, sie uns zu erklären. Und er wähnt sich so erhaben, daß der US Präsidenten für ihn nur ein rotznasiger Schulbub‘ ist. So freilich denkt nicht nur Weimer, diese Überheblichkeit schallt uns aus allen Kanälen entgegen.

Wir wissen nicht, ob Trudeau Trump eingeseift hat oder andersherum. Wir wissen nicht, ob es zwischen beiden einen Deal gab, nach dem man dann einvernehmlich vor die Presse trat. Was doch wohl das Wahrscheinlichste jedes politischen Hinterzimmertreffens ist. Wir wissen nicht, ob Trump sehr wohl zwischen Fassade und Taktik zu unterscheiden vermag – weil wir uns immer berufen fühlen, die Fassade zu bewerten. Politik aber besteht sicher nicht nur aus Fassade, sondern eben auch aus ganz viel Hinterzimmer.

Ich behaupte nicht, den amerikanischen Präsidenten durchschaut zu haben. Was von seinen Entscheidungen ein Fehler war und was nicht, wird die Geschichte zeigen. Nicht ein Herr Weimer und nicht ein Herr Oppermann (oder sowas). Aber ich weiß, auch aus meinem Job, daß hinter den sichtbaren Entscheidungen meist viele unsichtbare Prozesse stehen. Und bevor die Geschichte es tut, sollte niemand sich großmäulig ein Urteil anmaßen, der diese Prozesse nicht hinreichend genau kennt. Gerade die Würstchen, die über den Bullen reden, sollten die Weisheit der Indianer bedenken:

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.

Die Bürger in Europa hätten das auch gern

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 12. 2. 2017

Auch wenn man es aufgrund der hämischen Artikel in unserer Presse glauben mag: Es sind beileibe nicht viele, schon gar nicht die meisten Richter in den USA, die Trump’s neunzigtägigen Einreisestop für Bürger bestimmter Staaten ablehnen. Wenn wir aber unsere bundesdeutschen Medien verfolgen, verurteilt – auf’s Entschiedendste! – das Dekret des US Präsidenten jedenfalls jeder Deutschen (sofern nicht AfD Anhänger) und eigentlich jeder Europäer.

Hm – geben unsere „Qualitätsjournalisten“ damit die Stimmung im Land oder ihre eigene, freilich als Richtschnur verordnete edle Gesinnung wieder? Denn der Aussage

Eine weitere Einwanderung aus vorwiegend muslimischen Ländern sollte gestoppt werden

stimmen mehr als die Hälfte (!) der Bürger Europas zu. So jedenfalls eine Umfrage des britischen Instituts Chatham House in zehn Ländern Europas. Darunter auch Deutschand, das mit fast 60% Zustimmung und weniger als 20% Ablehnung sogar noch über dem europaweiten Durchschnitt lag.

Die Gefahr sind die Weißen Ritter

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 9. 2. 2017

Hunderttausende, ja nach Gesprächen im Bekanntenkreis vermute ich sogar: Millionen Deutsche sehen in Donald Trump einen blindwütigen, rassistischen Irren, einen Diktator, dessen Finger nervös über dem Starterknopf für die Atomraketen zucken. Sie sind aufrichtig überzeugt davon, nicht wenige gehen sogar auf die Straße und rufen zur Rettung der freien Welt auf – und zur Beseitigung des demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten.

Aber warum? Weil die Medien unisono genau dieses Bild von Trump malen. Die Deutschen glauben, Trump zu kennen. Aber sie wissen nichts über ihn als das, was ihnen grotesk empörte Journalisten erzählen. Und das stimmt halt nicht. Es ist ein Zerrbild.

Das könnte man herausfinden. So wie Lizzy Stender hier. Oder ich selbst, als ich zum Beispiel die autorisierte Mitschrift von Trump’s erster Pressekonferenz nach der Amtseinführung recherchierte. Immer wieder, gerade bei besonders schrillem Kläffen unserer medialen Geifergriffel, bemühe ich mich, an den Originalton des Präsidenten zu kommen. Und finde nicht viel Übereinstimmung, insbesondere wenn ich den Kontext betrachte.

Aber für solche mühselige Recherche hat der seinem Tagwerk nachgehende Bürger nicht die Zeit – und oft auch nicht die Sprachkenntnisse. Dafür sind „eigentlich“ die Medien da. Doch einmal mehr verweigern sie sich dem Auftrag sachlicher Information. Das ist ihnen wohl zu banal. Stattdessen bauen sie mit ihrer – für den durchschnittlichen Rezipienten nicht als solche erkennbaren – Propaganda gezielt ein Feindbild auf.

An diesem Beispiel zeigt sich, wie gefährlich Medien sind: Sie formen das politische Bewußtsein im Land. Und wenn sie erzählen, was so nicht stimmt, es aber alle und immer wieder tun (mögen sie sich dabei auch noch so edel und gut fühlen), dann haben die Menschen keine zumutbare Möglichkeit herauszufinden, daß dies „fake news“ sind. Das, und nicht etwa ein paar g’spinnerte Posts auf Facebook, kann Unruhen im Volk heraufbeschwören.

Im Falle Trump’s gilt dies natürlich besonders für die USA. Denn das Phänomen der im Dienst des – vermeintlich – Guten und Gerechten fakenden Medien ist auch dort verbreitet (man erinnere sich an die Berichterstattung im Wahlkampf). Zwar gibt es da noch einzelne reichweitenstarke Stimmen, die ihrerseits für „das Böse“ faken. Aber beispielsweise der absurde „Women’s March“ zeigt, wie es beim Britischen Spiked heißt: „If you’re against Trump, anything is possible„. Und das liegt nur insofern an Trump, als daß eben er es ist, gegen den ein Heer von Journalisten gerade einen missionarisch beseelten Privatkrieg führt.

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Was ist das da unten?

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 24. 1. 2017

Die meisten von uns kennen das Bild: Irgendwo auf dem Gehweg ein weißes Knäuel, richtungslos, ähnlich einem Wischmop. Aber das lebt: Es keift, unablässig und schrill. Das ganze soll ein Hund sein, wobei die meisten von uns unter „Hund“ etwas anderes verstehen, und seine ganze Empörung richtet sich entweder gegen einen Mensch oder einen anderen, richtigen Hund.

Ist’s ein Mensch, dann ist der belustigt, vielleicht etwas hilflos und irritiert, weil er nicht verstehen kann, warum dieser Wischmop einen Herzinfarkt riskiert. Er geht eben weiter. Der – richtige – Hund hingegen wirkt erst gelangweilt, bald genervt von dem ununterbrochenen schrillen Gekläff dieses – nein, als Artgenossen kann er das nicht erkennen. Er scheint noch unentschlossen, dem lästigen Spuk durch einen beiläufigen Schlag ein Ende zu bereiten.

Dieses Bild steht mir vor Augen, wenn ich das vor Empörung schäumende Gekläff unserer Politiker und Medienvertreter höre, sobald US Präsident Donald Trump irgendetwas gesagt oder getan hat (egal: irgendetwas, und habe er auch nur die Nase hochgezogen).

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Die Merkel hat’s gemacht!

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 13. 1. 2017

Das Wahljahr hat begonnen. Das merken wir an untrüglichen Zeichen: Selbst die Kanzlerine hat mitbekommen, daß das mit der Flüchtlingsflut allen Erziehungsmaßnahmen zum Trotze (da wurden übrigens wir erzogen, nicht die Zuwanderer) nicht so wirklich gut ankam bei denjenigen, „die schon länger hier leben“. Drum bekräftigt sie inzwischen lautstark: „eine Situation wie im Sommer 2015 darf sich nicht wiederholen„. Und fordert entschlossen: „Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung„. Flankiert wird das von öffentlichkeitswirksamen Jubelmeldungen wie der, daß in 2016 „nur noch“ 280.000 gekommen seien. Sagt die tagesschau. Im Vergleich zu 890.000 noch in 2015.

Das ist ja eine tolle Nachricht! Wir haben’s wirklich „geschafft“ – genau wie die Kanzlerine einst vorhersagte. Die Tür ist zu! Und wer hat’s gemacht? Die Merkel hat’s gemacht! Also, Ihr wißt, wo Ihr Euer Kreuzchen im September zu setzen habt!

Wer erinnert sich schon, daß Merkel’s Mantra bis eben „Reinlassen, Reinlassen und nochmals Reinlassen“ lautete – nicht „Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung“. Wer überlegt daß, hätte es das alte Mantra nicht gegeben, das neue gar nicht nötig geworden wäre? Wem fällt auf, daß der plötzliche Rückgang der Ankommenden mit der Schließung der Balkanroute im März zusammenfällt, die Merkel heftig kritisierte, ihr eigener Innenminister de Mazière aber als Erfolgsmodell preist? Obwohl beide nur insofern dazu beigetragen haben, als daß sie sie überhaupt erforderlich machten.

Im Vorfeld – besser: in Vorbereitung – der Bundestagswahl manifestiert sich ein ganz bestimmtes Narrativ in den Medien (natürlich auch bei den Regierungsparteien und sogar in großen Teilen der irrtümlich sogenannten Opposition): Merkel wird als diejenige benannt, die einzig alle Krisen zu lösen vermag – obwohl sie doch die ist, die diese Krisen erst geschaffen hat und erwiesenermaßen (darf ich „faktisch“ sagen?) nicht zu ihrer Bewältigung, sondern zu ihrer Verschärfung beiträgt.

Erdogan wird vor Neid erblassen

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 10. 1. 2017

Nach anfänglichen, eher formellen Protesten gegen den bereits angelaufenen „Kampf“ der Regierung gegen „Fake News“ werden auch die Journalistenvertreter diesen bald eifrig unterstützen. Der Grund ist offensichtlich: Sie sehen sich nach wie vor als eine Art höhere Priesterkaste, allein im Besitz der Wahrheit und berufen, das tumbe Volk zu erziehen. Den einfachen Mann, der vielleicht verstohlen nach „rechts“ schielt, zu einen guten Menschen zu formen.

Das geht aber in der Regel nicht, wenn objektiv alle – alle! – Fakten auf den Tisch gelegt werden. Denn es werden immer welche darunter sein (manchmal gar überwiegend), die nicht in die ausgerufene romantische Weltsicht passen. Damit nun das Volk nicht etwa vom Baum der Erkenntnis nascht und seine Priester als Pharisäer aus dem Tempel jagt, muß man es – leider! – vor der Information schützen, die nur „verunsichern“ würde. Und die Möglichkeit, diese, so sie sich über das gefährliche Internet dann doch Bahn gebrochen hat, als „Fake News“ zu pulverisieren, die ist doch allzu verlockend, um widerstehen zu können. Es geht doch um die gute Sache!

Deshalb also werden die deutschen Medien selbst nach Zensur (nichts anderes ist ein wie auch immer gestaltetes Vorgehen gegen „Fake News“) rufen. Erdogan wird vor Neid erblassen.

Populist!

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 5. 12. 2016

Wenn ein Politiker einen anderen „Populist“ schmipft, klagt er doch nur: „Der da ist erfolgreich – ich bin es nicht“. Wenn die Medien einen Politiker „Populist“ nennen heißt das: „Dem da hören sie zu – uns nicht“. Das ist ähnlich wie bei dem bekannten Bonmot: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, richtet drei Finger gegen sich selbst.

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Der Gauck, der Film und das Publikum

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 3. 12. 2016

…müssen sich Zeitungs-, Rundfunk- und Fernsehredaktionen als „Lügenpresse“ beschimpfen lassen

beklagt Pastor Gauck in seiner Rede zum Festakt anläßlich des 60jährigen Bestehens des Deutschen Presserates. Und weiter:

Die Vertrauenskrise, die wir beobachten, erfasst keineswegs allein die Medien. Sie ergreift ebenso die Politik einschließlich der Parteien genauso wie die Gewerkschaften, die Kirchen, den Sport und mit ihnen viele andere Institutionen des Staates und der Gesellschaft. Zum Lebensgefühl vieler gehört offenbar die angebliche Gewißheit, daß auf nichts und niemanden mehr Verlaß sei.

Damit tut Gauck so, als sei das Volk von irgendeiner ominösen Krankheit befallen, die einem das Vertrauen in die aufgezählten Instanzen nimmt, ganz ohne deren Zutun. Das ist rhetorisch geschickt. Aber die Menschen kamen ja nicht von ungefähr zur Gewißheit (die deshalb auch keineswegs nur eine „angebliche“ ist), daß „auf nichts und niemanden mehr Verlaß sei“. Das hat handfeste Gründe, beispielsweise wenn

  • ihnen die Medien, die Politik und die Kirchen etwas erzählen, das sich völlig anders darstellt als die Lebenswirklichkeit, als das, was sich tagtäglich vor ihren Augen, in ihrer Nachbarschaft abspielt (besonders deutlich geworden in der Migrantenkrise);
  • die Politik den Staat Zuwanderern preisgibt, ihn aber gegenüber den Einheimischen umso entschlossener verteidigt;
  • Politiker heute tun, was sie gestern noch unabdingbar ausschlossen (Nur ein Beispiel: „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben“ Originalzitat Merkel). Und dafür sogar wiedergewählt werden wollen;
  • hohe kirchliche Würdenträger – in gewissem Sinne – Jesus Christus verleugnen. Oder, sei das nun idiotisch oder ketzerisch, ein Flüchtlingsboot zum Altar machen;
  • im Sport ein Dopingskandal auf den den folgt ablöst und gigantische Schmiergeldsümpfe zutage treten.

Da ist es dann schon zynisch, wenn Gauck „Kommunikationsflüchtlinge aus ihren Parallelwelten“ hervorlocken will. Dort ist die wirkliche Welt – die virtuelle Parallelwelten sind das, was Medien, Politik, Kirchen fortwährend auf die Leinwand zaubern.

Die Cyber-Attacken kommen von innen

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 30. 11. 2016

„Hacker und Trolle könnten vor der Bundestagswahl versuchen, deutsche Wähler zu verunsichern“, zitiert die ZEIT den Chef des BND, Bruno Kahl. Er warnt vor „Desinformationskampagnen im kommenden Bundestagswahlkampf“.

Kahl meint den bösen Russen. Naja, wer im Glashaus sitzt… Es gibt sehr wohl Hacker und Trolle, die deutsche Wähler verunsichern. Schon lange. Die aber sitzen nicht in Rußland, sondern in der Bundesregierung, der irrtümlich so genannten Oppositon und den Parteizentralen. Und auch von Desinformationskampagnen werde wir geflutet, da hat er recht, der Kahl. Deren Ursprung ist allerdings auch nicht so weit, nämlich in den bundesdeutschen Medienkonzernen.

Den Russen braucht’s da gar nicht.

Die Bürger wollen rechts

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 24. 11. 2016

Britannien ist verloren (Brexit), die Vereinigten Staaten auch (Trump). Von der AfD hört man zurzeit kaum etwas. Deshalb schießt sich der bundesdeutsche „Qualitätsjornalismus“ nun auf Frankreich ein. Obwohl das Land ja nicht unbedingt bei ZEIT, FAZ, SZ und Co um Beistand ersucht hat. Nun muß Le Pen „verhindert“ werden. Fillon und Juppé müssen sie „stoppen“. Frankreich darf niemals an Le Pen „fallen“.

Warum? Wenn die Franzosen mehrheitlich Le Pen haben wollen, dann müssen sie die auch bekommen! Das nennt man: Demokratie. Weder französische noch gerade deutsche Medien haben ein Mandat, dem Volk seine Wahl auszureden oder abzusprechen. Wenn die Franzosen nach „rechts“ rücken, wenn sie gegen diese EU sind, wenn sie stolz sind auf ihre Nation und die gestärkt sehen wollen – dann ist das der Wille des Volkes. Auch wenn das die sich moralisch so erhaben wähnenden Edelfedern erschaudern läßt.

Ganz offensichtlich wollen im sogenannten „Westen“ große Teile der Bevölkerung, vielleicht die Mehrheit, eine ganz andere Politik als die, die im letzten Jahrzehnt gemacht wurde („Sollte uns das nicht zu denken geben?„). Sie wollen das, was heute als „rechts“ verunglimpft wird. (Im Osten übrigens auch, aber da haben sie’s zumeist.) Unsere Moralapostel an den Redaktionstischen sollten endlich einsehen, daß ihnen die Umerziehung des Volkes nicht gelungen ist – und daß das auch nie ihre Aufgabe war. Sie könnten es zwar noch mit Argumentation anstatt Agitation versuchen. Aber da fehlt es wohl an einer, die im Lichte der Lebenswirklichkeit der Menschen „da draußen“ Bestand haben könnte.

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Sie werden ihre Kampftechnik verfeinern

Posted in Gesellschaft, Medien, Verschwörungstheorie by Verfasser on 18. 11. 2016

Ich kann Giuseppe Gracia nicht zustimmen, wenn er hier schreibt, nach dem Votum für den Brexit zeige nun der Wahlsieg Donald Trump’s, daß „sich das Volk nicht vom Establishment brainwashen läßt“. Ja, es wurden da gigantische mediale Schlachtformationen aufgefahren und das Volk von allen Seiten unter Beschuß genommen. Und es hat dennoch Trump gewählt (und für den Brexit gestimmt).

Aber: Das war jeweils ziemlich knapp! Trump hat an sich sogar die Stimmenmehrheit verfehlt. Wir sollten uns daher die Frage stellen, wie das jeweilige Ergebnis – Brexit hier, US Präsident da – ausgesehen hätte, wenn es nicht diesen medialen „Brainwash“ gegeben hätte? Zweidrittel zu einem? Oder gar mehr?

Und ich sehe durchaus Grund zur Sorge. Denn es dürfte zutreffen, wenn kritische Journalisten (doch, einige gibt es) ihren Kollegen vorwerfen, sie hätten „nichts gelernt“. Aber sie werden lernen. Sie werden die verlorenen Schlachten nicht etwa als Anlaß für eine selbstkritische Neubesinnung auf ihre wirkliche Aufgabe – Information statt Erziehung – nehmen. Sondern sie werden trainieren und ihre Kampftechnik verfeinern. Und wenn wir berücksichtigen, daß dem „Brainwash“ ja bereits in den Schulen Vorschub geleistet wird, indem dort Ideologien den Lehrplan diktieren – dann kann es nicht mehr lange dauern, bis das endlich Volk macht, was man ihm sagt.

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Dann ist 1984

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 11. 11. 2016

In Gesprächen mit Freunden und Bekannten erkenne ich leider immer wieder: Die wissen’s nicht besser.

Konkret: Die glauben fest an den ganzen Quatsch mit CO2 und Energiewende, mit Putin und Assad, mit Trump und Clinton, mit Rentenlücke und Flüchtlingen. Denn sie wissen’s nicht besser. Sie lesen das tagtäglich in den Zeitungen. Sie sehen es in tagesschau, heute und auf N24. Ja, sie hören es sogar sonntags in der Kirche. Und sie haben zwischen Beruf, Kindern und vielleicht Yogakurs und Fußballverein gar keine Zeit, sich auch abseits vom Mainstream Informationsquellen zu erschließen. Sie haben also überwiegend gar keine Ahnung, daß da etwas nicht stimmt. (Und wenn doch, weder Muße noch Ehrgeiz, das herauszufinden.)

Kann man den Bürgern da überhaupt einen Vorwurf machen, wenn sie behaglich im Mainstream schwimmen? Wenn sie – bis auf Ausnahmen – nicht auf die Straße gehen, „Lügenpresse“ skandieren oder ein Kreuz bei der AfD machen?

Vielleicht ist es gar nicht die Politik, die hier das Orwell’sche „1984“ installiert. Es sind die Medien, die sogenannte vierte (inzwischen erste?) Gewalt im Staat. Denn niemand verpflichtet sie auf Lügen oder Lücken. Das tun sie, in unserem Lande hier, freiwillig. Wenn dann aber im Volk keiner weiß, daß vieles tatsächlich ganz anders ist – dann ist eben „1984“.

Diese Ignoranz ist unfaßbar

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 10. 11. 2016

Die Überraschung ist perfekt: Amerika hat sich gegen eine erfahrene und kompetente Politikerin als 45. Staatsoberhaupt entschieden und für einen unberechenbaren Volksaufhetzer.

Süddeutsche? FAZ? Zeit? – Nein, auch im benachbarten Ausland sind die Redaktionen vom „Establishment“ dominiert, von Elitenetzwerken und eifernden Moralisten. Das hier ist kommt aus der NZZ, Schweiz

„Erfahren“ kann eben auch bedeuten: mit allen Wassern gewaschen, mit allen schmutzigen Tricks bestens vertraut. „Kompetent“? Worin – souveräne, stabile Staaten aufgrund selbst inszenierter Szenarien völkerrechtswidrig mit Kriegen zu überziehen? Ja, im Verhältnis zu Clinton ist Trump tatsächlich „unberechenbar“. Aber was wir an Clinton berechnen können, sollte niemand sich selbst, seinen Freunden, nicht einmal seinen Feinden wünschen. Ich verstehe, wenn jemand Clinton als das kleinere Übel wähnt (wenngleich ich diese Meinung nicht teile). Aber sie dermaßen zu verklären, das zeugt von einer – sagen wir höflich – sich jedweder Reflexion entziehenden Sicht.

Nun fragt sich Amerika, aber auch der Rest der Welt: Wie konnte das passieren?

Das, da muß ich nicht höflich bleiben, ist dumm – oder demagogisch. Immerhin die Hälfte Amerikas hat genau diese Entscheidung getroffen, wird sich die Frage also gewiß nicht stellen. (Die Wortwahl erinnert an die empörten Reaktionen nach dem Brexit-Votum.) Und wenn „der Rest der Welt“ sich diese Frage wirklich stellt, was tatsächlich nur in Redaktionsstuben auf den Gängen vor Politikerbüros einer Handvoll europäischer Staaten geschieht, dann ist der auch dumm. Denn er könnte wissen, warum: Das Volk hat die Nase gestrichen voll von „Volksvertretern“, die fortgesetzt zu seinem offensichtlichen Nachteil und zum Vorteil einer kleinen „Elite“ handeln, die es einerseits ständig maßregeln, sich anderseits selbst maßlos geben.

Die Schweiz mag ein kleines Land sein, das diese Probleme nicht kennt und daher die Stimmung nicht versteht. Aber von Journalisten einer Zeitung wie der NZZ sollte man erwarten dürfen, daß sie sich Mühe geben, ihren Horizont nicht an den – engen – Landesgrenzen enden zu lassen.

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Da könnt Ihr besser zuhause bleiben

Posted in Gesellschaft, Medien, Verschwörungstheorie by Verfasser on 9. 11. 2016

Wir hören jetzt überall, die „Meinungsforscher“ hätten sich geirrt, als sie Clinton mit knappem bis deutlichem Vorsprung vor Trump sahen. Und wenn das gar kein Irrtum war?

Unbestreitbare, weil belegbare Tatsache ist doch, daß sich der Großteil der US-Medien (nicht anders als bei uns, aber was spielt das für eine Rolle) gegen Trump und hinter Clinton gestellt hat. Sie haben Trump seziert und Clinton balsamiert. Wäre Clinton so schonungslos angegangen worden wie Trump, wäre von ihr wohl kaum etwas übrig geblieben. Umso dramatischer muß übrigens die Unzufriedenheit im Land mit „denen da oben“ sein, wenn Trump sich sogar trotz dieser breiten Front der Meinungsmache durchsetzen konnte.

Kann es nicht sein, daß die veröffentlichten Umfragen ein Phantom waren, auch sie Meinungsmache, indem den Trump-Wählern die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens vorgeführt werden sollte? „Leute, der hat doch eh‘ keine Chance, da könnt Ihr gleich zuhause bleiben; oder wenigstens die kommende Präsidentin stärken – das wollt Ihr doch: einen starken Präsidenten!“

Es ist ja nicht revisionsfest überprüfbar, ob es die wiedergegebenen Umfrageergebnisse so tatsächlich gab. Ob nicht vielleicht bevorzugt da gefragt wurde, wo eher ein Pro-Clinton zu erwarten war. Ob nicht „versehentlich“ Antworten verlorengingen. Ob sich nicht „unbemerkt“ Rechenfehler eingeschlichen haben.

Ist es abwegig sich vorzustellen, daß die Meinungsforschungsinstitute, die ja strukturell auch Teil des „Establishments“ sind, sich – wie die Medien – entweder in aufrechter Überzeugung oder in bezahltem Auftrag als Meinungsgestaltungsinstitute versuchten?