ructo…

Er ist weg! Wer ist weg? Der Schmerz ist weg!

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 6. 6. 2017

Eine Woche Urlaub. Außer Landes und kein Internet, keine Zeitung, kein Radio. Stattdessen einfache, harte Arbeit. Das ist wie Aspirin: Der Schmerz ist weg! Die ohnmächtige Wut auf die Politik und die Medien – weg! Und so schnell: Vom ersten Tag an.

Zurück zuhaus, wieder die Nachrichten: An sich immer dasselbe. Die Details variieren, aber das Grundmuster bleibt. Wieso habe ich das vorher nicht so gesehen? Jetzt ist der Scheidepunkt: Wieder aufregen, wieder wütend sein? Oder… mein Blick geht nach rechts, neben das Notebook. Was da ist? Dazu später.

Tagged with: , ,

Die Kirche verleugnet die Schöpfung

Posted in Gesellschaft by Verfasser on 25. 5. 2017

Ist es nicht höchst befremdlich, daß die Kirchen in Deutschland zwar – die Worte Jesu „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ mißachtend – sich in die Politik einmischen, sich lärmend „gegen rechts“ engagieren und jeden, der nicht wenigstens einen abgelehnten und zur Abschiebung vorgesehenen Asylbewerber im Keller versteckt, exkommunizieren. Aber andrerseits kein, kein einziges Wort erheben gegen den absurden und eben jedem kirchlichen Verständnis widersprechenden Genderismus, der Abschaffung von Mann und Frau?

Für dumm verkauft

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt, Wirtschaft by Verfasser on 30. 3. 2017

Eine große deutsche Bank verschickt einen zweiseitigen Brief an ihre Kunden. Darin teilt sie mit, daß ab sofort die Auszüge der Kreditkartenabrechnung nurmehr in einem Online-Postfach bereitgelegt und nicht mehr postalisch verschickt werden. Das geschieht, so wird ausführlich begründet, der Umwelt zuliebe. Von wegen Papier, Drucken und – man höre und staune – Belastung durch den Transport des Briefes.

Nur dumme Menschen werden glauben, daß es der Bank da um die Umwelt geht. Stattdessen spart sie eine stattliche Summe Geld ein, und darauf kommt es ihr an. (Nebenbei bürdet sie ihre bisherige Bringschuld nun dem Kunden als seine Holschuld auf.) Diese Einsparung gibt die Bank aber mitnichten an den Kunden weiter. Stattdessen erhöht sie, ohne in dem zweiseitigen Schreiben auch nur mit einem Wort darauf einzugehen, die Jahresgebühr der Kreditkarte noch um satte 33%.

Die Bank hält ihre Kunden entweder für dumm – oder hilflos. Rechnet jedenfalls nicht mit ernsthaftem Widerstand, der hier ja nur die Abkehr von diesem Geldinstitut bedeuten kann. Oder sie hofft vielleicht gerade darauf. Welche Bank will heute noch einen Privatkunden, der am Ende sogar noch ein bißchen Erspartes bei ihr deponieren möchte?

Ein anderer Fall: Wir haben uns ja daran gewöhnt, daß, wenn jemand seinem Kunden sagt, er habe die Preise „angepaßt“, er sie also erhöhte. Ein an sich schamloser Euphemismus. Besonders eindrucksvoll zelebriert das ein international aufgestellter Hersteller von Telekommunikationssystemen. Er hat für seine Vertriebspartner „die Rabattstruktur den Anforderungen des deutschen Marktes angepaßt“. Das, so sagt er, unter anderem aufgrund des „Feedback unserer Partner“. Also, der „deutsche Markt“ erfordert, daß die Händler künftig um bis zu einem Viertel geringere Einkaufsrabatte erhalten. Und das haben sie sich offenbar ausdrücklich so gewünscht?

Es macht mich wütend, wenn ich für dumm verauft werde!

Apropos „für dumm verkauft“. Es betrifft mich (als Mann) ja nicht, aber da gibt es diesen Werbeclip, in dem lauter elegant schwarzgekleidete zwanzigjährige Models um eine ebenso elegant schwarzgekleidete Mittfünfzigerin kreisen. Allesamt haben sie eine glatte und straffe Haut – weil sie, so erfahren wir, Collagen trinken. Jawohl: trinken! Daß es Prinzip der Werbung ist, einen für dumm zu verkaufen, wissen wir. Aber für wie dämlich hält so ein Pharmakonzern seine Kunden eigentlich, wenn er glaubt ihnen einreden zu können, daß in den Magen gekipptes Collagen die Gesichtshaut strafft?

Wollen wir wetten, die Leute kaufen das Zeug! Und zwar auch wirklich intelligente Menschen. Das eben ist der Punkt. Egal ob die Wirtschaft, Medien oder die Politik – sie alle verkaufen uns für dumm, tagaus, tagein. Während sie das früher noch einigermaßen geschickt verschleierten, geben sie alle sich zunehmend weniger Mühe. Warum? Weil sie sich gar nicht mehr anstrengen müssen. Wir machen doch auch so mit. Wir wissen’s besser, lassen uns aber dennoch gefallen, daß man uns in’s Gesicht sagt: Du kleiner blöder Vollidiot.

Tagged with: , ,

1933

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 10. 2. 2017

Wir stehen zwar nicht am Beginn einer Entwicklung wie 1933, aber unsere Demokratie und damit unsere offene Gesellschaft sind ernsthaft gefährdet.

Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfasungsschutz

Doch, wir stehen an einer ganz ähnlichen Entwicklung. Unsere Demokratie und die sogenannte „offene Gesellschaft“ sind nicht nur gefährdet, sie sind bereits weitgehend zerstört, da stehen nur noch Ruinen.

Allerdings nicht wegen der Angriffe irgendwelcher versprengter Rechtsextremer und auch nicht durch islamistische Gruppierungen. Sondern zerstört durch die Politiker, Scheinregierung wie Scheinopposition in Bund und Land, und durch die sie wohlwollend begleitenden, ja anfeuernden Medien. Kramer fokussiert – wohl berufsbedingt – die Symptome, erkennt und benennt aber nicht die Ursache.

Aber, ja, wer tut das schon?

Populist!

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 5. 12. 2016

Wenn ein Politiker einen anderen „Populist“ schmipft, klagt er doch nur: „Der da ist erfolgreich – ich bin es nicht“. Wenn die Medien einen Politiker „Populist“ nennen heißt das: „Dem da hören sie zu – uns nicht“. Das ist ähnlich wie bei dem bekannten Bonmot: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, richtet drei Finger gegen sich selbst.

Tagged with: , ,

Der Gauck, der Film und das Publikum

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 3. 12. 2016

…müssen sich Zeitungs-, Rundfunk- und Fernsehredaktionen als „Lügenpresse“ beschimpfen lassen

beklagt Pastor Gauck in seiner Rede zum Festakt anläßlich des 60jährigen Bestehens des Deutschen Presserates. Und weiter:

Die Vertrauenskrise, die wir beobachten, erfasst keineswegs allein die Medien. Sie ergreift ebenso die Politik einschließlich der Parteien genauso wie die Gewerkschaften, die Kirchen, den Sport und mit ihnen viele andere Institutionen des Staates und der Gesellschaft. Zum Lebensgefühl vieler gehört offenbar die angebliche Gewißheit, daß auf nichts und niemanden mehr Verlaß sei.

Damit tut Gauck so, als sei das Volk von irgendeiner ominösen Krankheit befallen, die einem das Vertrauen in die aufgezählten Instanzen nimmt, ganz ohne deren Zutun. Das ist rhetorisch geschickt. Aber die Menschen kamen ja nicht von ungefähr zur Gewißheit (die deshalb auch keineswegs nur eine „angebliche“ ist), daß „auf nichts und niemanden mehr Verlaß sei“. Das hat handfeste Gründe, beispielsweise wenn

  • ihnen die Medien, die Politik und die Kirchen etwas erzählen, das sich völlig anders darstellt als die Lebenswirklichkeit, als das, was sich tagtäglich vor ihren Augen, in ihrer Nachbarschaft abspielt (besonders deutlich geworden in der Migrantenkrise);
  • die Politik den Staat Zuwanderern preisgibt, ihn aber gegenüber den Einheimischen umso entschlossener verteidigt;
  • Politiker heute tun, was sie gestern noch unabdingbar ausschlossen (Nur ein Beispiel: „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben“ Originalzitat Merkel). Und dafür sogar wiedergewählt werden wollen;
  • hohe kirchliche Würdenträger – in gewissem Sinne – Jesus Christus verleugnen. Oder, sei das nun idiotisch oder ketzerisch, ein Flüchtlingsboot zum Altar machen;
  • im Sport ein Dopingskandal auf den den folgt ablöst und gigantische Schmiergeldsümpfe zutage treten.

Da ist es dann schon zynisch, wenn Gauck „Kommunikationsflüchtlinge aus ihren Parallelwelten“ hervorlocken will. Dort ist die wirkliche Welt – die virtuelle Parallelwelten sind das, was Medien, Politik, Kirchen fortwährend auf die Leinwand zaubern.

Dann ist 1984

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 11. 11. 2016

In Gesprächen mit Freunden und Bekannten erkenne ich leider immer wieder: Die wissen’s nicht besser.

Konkret: Die glauben fest an den ganzen Quatsch mit CO2 und Energiewende, mit Putin und Assad, mit Trump und Clinton, mit Rentenlücke und Flüchtlingen. Denn sie wissen’s nicht besser. Sie lesen das tagtäglich in den Zeitungen. Sie sehen es in tagesschau, heute und auf N24. Ja, sie hören es sogar sonntags in der Kirche. Und sie haben zwischen Beruf, Kindern und vielleicht Yogakurs und Fußballverein gar keine Zeit, sich auch abseits vom Mainstream Informationsquellen zu erschließen. Sie haben also überwiegend gar keine Ahnung, daß da etwas nicht stimmt. (Und wenn doch, weder Muße noch Ehrgeiz, das herauszufinden.)

Kann man den Bürgern da überhaupt einen Vorwurf machen, wenn sie behaglich im Mainstream schwimmen? Wenn sie – bis auf Ausnahmen – nicht auf die Straße gehen, „Lügenpresse“ skandieren oder ein Kreuz bei der AfD machen?

Vielleicht ist es gar nicht die Politik, die hier das Orwell’sche „1984“ installiert. Es sind die Medien, die sogenannte vierte (inzwischen erste?) Gewalt im Staat. Denn niemand verpflichtet sie auf Lügen oder Lücken. Das tun sie, in unserem Lande hier, freiwillig. Wenn dann aber im Volk keiner weiß, daß vieles tatsächlich ganz anders ist – dann ist eben „1984“.

Welche andere Staatsform macht die Menschen so faul und so feige?

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 12. 8. 2016

Demokratie ist schlimm! Denn sie macht die Menschen faul und feige. Das Deutschland des beginnenden dritten Jahrtausends ist ein prägnantes Beispiel, wenngleich sich das in allen großen Demokratien abzeichnet, in den Ländern Westeuropas aber auch beispielsweise in den USA.

Überall ist zu beobachten, wie das Land langsam vollständig narkotisiert wird, von der Politik einerseits und den Medien andrerseits in – fast – reibungsloser Zusammenarbeit. Wenn schließlich in den Tiefschlaf gefallen, wird der Bürger von den herrschenden „Eliten“, meist nicht oder nicht nur die Regierung sondern multinationale Konzerne dahinter, mißbraucht. (Diese Beschreibung soll die auf dem Behandlungstisch von Ärzten sexuell mißbrauchten, betäubten Patienten assoziieren – die Opfer mögen mir den ihnen wohl unverhältnismäßig scheinenden Vergleich verzeihen, aber er steht mir spontan vor Augen.)

Der Bürger wehrt sich nicht, er spürt sie kaum, die politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Weichenstellungen, die mit Vernunft niemandem zu erklären sind (aber mit besonderen Einzelinteressen). Für – beziehungsweise: gegen – jene wenigen, die nicht so leicht auf das Anästhetikum ansprechen, muß flankierend eine Gesinnungspolizei aufgebaut werden, an sich ja eine Unmöglichkeit in einer Demokratie. Aber die, die bereits im Koma liegen, merken das gar nicht mehr.

Wie es überhaupt soweit kommen kann? Vielleicht, weil es dem Volk in eigentlich allen entwickelten Demokratien erst einmal gut und immer besser geht. Es erfährt bescheidenen Wohlstand, eine sichere Rundumversorgung, Meinungsfreiheit und fühlt sich am regierungspolitischen Geschehen beteiligt. Anfangs. Das ist der Beginn der Narkose.

Wollt Ihr wirklich Gefühle verbieten?

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 30. 7. 2016

Haß ist keine Meinung!

So schallt es uns von überall entgegen. Von der Kanzlerin (Merkel) über das Justizministerium (Maas) und dessen Spitzel (Kahane) bis in alle Medien.

Ja, es stimmt, Haß ist keine Meinung. Haß ist ein Gefühl. Wollt Ihr – tatsächlich – Gefühle verbieten? Wollt Ihr Jagd auf Menschen wegen ihrer Gefühle machen? Wollt Ihr zu deren Ächtung aufrufen? Ist Euch bewußt, welcher Entwicklung Ihr damit den Weg bereitet?

Das Entscheidende beim Haß ist, daß er aus Hilflosigkeit und Ohnmacht entsteht. Erst wenn wir uns nicht erwehren können, wird aus Ablehnung, Ärger oder Verachtung: Haß. Und da schließt sich der Kreis. Die Machthaber – Politiker, sekundiert von den Medien! – stellen sich selbst als moralisch erhaben und als im Besitz einer höheren Wahrheit dar. Jeder Andersdenkende wird als schändlich, dumm und böse mit einem Bann belegt. Es wird über ihn verfügt, ohne ihn überhaupt anzuhören. Daraus wächst dann Haß. Da die Kampfhunde anzusetzen wird was bewirken? Noch mehr Haß!

Vielleicht ist das Kalkül der Gesinnungswächter, daß der Deutsche zu feige und zu träge ist, um – bis auf ein paar Spinner ganz links und ganz rechts – gegen die Obrigkeit aufzubegehren. Vielleicht sehen sie in ihrem Blutrausch die Gefahren nicht. Lange genug gereizt, wird sich auch ein unterwürfiger Gegner (die herrschenden Eliten sehen im Bürger den Gegner – und behandeln ihn als solchen) erheben. Die Geschichte ist voll solcher Episoden.

 

 

Tagged with: , , ,

Drei Stunden nur

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 28. 7. 2016

Ich war kürzlich wieder einmal beruflich in einer „Flüchtlings“-Unterkunft. Sie wird im Auftrag der Stadt von einem Kunden von mir betrieben. Nebenbei: kein Containerdorf und keine Turnhalle.

Drei Stunden in den Diensträumen des Betreibers, bei regem Parteiverkehr durch die Bewohner. Zwischendrin die Gespräche des – übrigens aufrichtig motivierten – Personals. Ich unterliege dem Datenschutz und darf daher nichts erwähnen, was Rückschlüsse auf die Einrichtung erlauben würde. Ich will auch gar nicht von Einzelheiten sprechen – darüber zu schreiben reißt ja doch nur Gräben auf.

Politiker, Journalisten und alle jene, die in den Foren und Kommentarspalten inbrünstig für die – unüberlegt pauschal so bezeichneten – „Flüchtlinge“ eintreten: Sie mögen doch auch einmal, einmal nur für drei Stunden hospitieren in einer wirklichen (nicht inszenierten) „Flüchtlings“-Unterkunft. Und dann sprechen wir gerne nocheinmal.

Nizza (II)

Posted in Politik by Verfasser on 18. 7. 2016

Nach einem Massaker wie in Nizza wird von Politikern, von den Staatsoberhäuptern der ganzen Welt erwartet, daß sie sich dazu äußern. Täten sie es nicht, würde sie von der Presse geteert und gefedert.

Aber muß es wirklich das dumme, immer gleiche Gestammel sein? Merkel beispielsweise, ohnehin selten imstande, auch nur zwei grammatikalisch richtige und inhaltlich stimmige Sätze nacheinander zu sprechen:

An diesem Tage gilt die Solidarität, die Solidarität aller Menschen in Deutschland mit den Freunden in Frankreich, die Solidarität aller hier anwesenden Länder im Kampf gegen den Terrorismus … Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs, vereint mit vielen, vielen anderen. Ich bin sehr überzeugt, dass trotz aller Schwierigkeiten wir diesen Kampf gewinnen werden.

Was dürfen wir uns darunter vorstellen, wie sieht diese Solidarität in der Praxis aus? Und weiter, wie sieht der Kampf Deutschlands gegen den Terrorismus aus? Ist das, wenn Herr de Maizière beim Kauf einer Prepaid-SIM einen – wo auch immer gefertigten – Ausweis verlangt? Oder wenn er meine Telekommunikationsdaten speichert? Oder kämpft da das Kommando Maas-Kahane, wenn es regierungskritische Bemerkungen als „Haßkommentare“ verfolgt?

Ähnlich sinnfrei ist, solche Attentate als „feige“ zu verurteilen (zuletzt Obama zu Baton Rouge). Gibt es denn auch „mutige Anschläge“? Wie sehen die aus? Und sind die dann nicht ganz so böse? Oder will der wackere Staatsmann mit „feige“ dem – toten – Attentäter wenigstens noch auf’s Grab spucken? Oder Nachahmer abhalten, die dann sagen sollen: „Nee, ich bin ja bereit, mein Leben hinzugeben, aber ‚feige‘ soll mich dann doch keiner nennen, dann laß‘ ich’s eben“?

Es gibt meiner Meinung nach durchaus Alternativen zu diesen blödsinnigen Worthülsen. Die Politiker können ihr Entsetzen und ihre persönliche Trauer bekunden. Punkt.

 

Tagged with: , ,

Wir vertrauen unser Land Leuten an, die jegliche Haftung von sich weisen?

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 6. 6. 2016

Ein Artikel von Manfred Haferburg auf der Achse (dessen Lektüre ich undabhängig von meinen folgenden Ausführungen dringend empfehle) läßt mich fragen:

Warum eigentlich werden Politiker für Fehler ihrer Amtsführung nicht zur Rechenschaft gezogen und bestraft, indem sie etwa – anteilig – für die Wiedergutmachung des angerichteten Schadens aufkommen müssen oder auch in’s Gefängnis kommen können?

Haferburg zeigt ja nur einige aktuelle Beispiele auf. Grundsätzlich fallen die in zwei Kategorien. Einerseits werden begangene Straftaten von Politikern erkennbar nachsichtiger verfolgt und geahndet als bei „normalen“ Bürgern. Anderseits werden ihnen Fehler im Amt nicht angelastet. Anders als bei praktisch jedem anderen Beruf. Setzt ein Klempner das Abflußrohr falsch und das Bad wird mit Fäkalien überschwemmt, muß er (oder seine Versicherung) für den Schaden aufkommen. Begeht ein Architekt einen Planungsfehler haftet er dafür noch Jahre später. Unterläuft einem Arzt ein „Kunstfehler“, wird er dafür vor Gericht gestellt.

Aber der Politiker kann den Steuerzahler durch Unfähigkeit, Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz Milliarden kosten (vielleicht das Leben), ihm geschieht – nichts.

Viele sagen, sonst würde doch keiner mehr „Politiker“ machen. Heißt das wir wollen, daß Leute über unser Schicksal und das unseres Landes bestimmen, die das nur dann tun, wenn sie dafür keinerlei Verantwortung übernehmen müssen? Würden wir eine solche Einstellung bei einem anderen Dienstleister (nichts anderes ist ja der Politiker) tolerieren, den wir über unser Leib und Leben walten lassen?

Und wenn sich angesichts einer Haftungsordnung dann tatsächlich weniger finden, die das noch machen, dann hätte der Bundestag vielleicht nicht mehr 630 – bezahlte – Sitze, von denen mehr als drei Viertel an einem normalen Sitzungstag ohnehin leer bleiben? Sondern dann würden da Menschen gewissenhaft am Schicksal der Republik arbeiten, die ihren Beruf als Berufung sehen und eben wirklich ernst nehmen? Denen könnten wir auch mehr bezahlen, allein schon von den eingesparten Mißwirtschafts-Milliarden.

Das ist ein ideeller Ansatz, der möglicherweise bereits daran scheitert, daß sich seine Unterstützer wandeln werden, sobald sie in die Machtposition kommen, ihn überhaupt umzusetzen. Andrerseits begannen viele politische Systeme als Utopie…

Alle, alle

Posted in Gesellschaft, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 24. 5. 2016

Die gesamte Politiker-Riege in Bund und Ländern steht grundsätzlich zu Merkel’s Kurs – sei es Energiewende, Eurorettung, Ukrainekrise, Flüchtlingspolitik oder was auch immer. Selbst die Opposition im Bundestag ist eigentlich stets mit dabei. Die Leitmedien stützen einhellig den Duktus der Kanzlerin. Das gesamte deutsche Volk (bis auf ein paar Störenfriede: Pegida, AfD-Wähler) macht mit. Ja, sogar die europäischen Staatschefs (bis auf ein paar Störenfriede: Österreich, Ungarn, Polen) folgen Berlin. Kein Putsch, nirgends. Und der amerikanische Präsident lobt Angela Merkel.

Leute, denkt doch ‚mal nach. Wenn alle, alle sagen: „Ja, so machen wir das!“, dann muß das doch richtig sein! Dann kann doch die Merkel gar nicht falsch liegen, sondern eben die Spinner und diese schlimmen Rechtspopulisten.

. . .

Haha, Witz! Fangt bloß nicht an, wirklich nachzudenken. Dann werdet Ihr nämlich depressiv oder – schlimmer – rastet aus, wie in „Falling Down“.

Tagged with: , , ,

Pfefferminzeis

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 21. 1. 2016

Aus Medien und Politik hören wir immer wieder, wir Bürger hätten Angst vor den Flüchtlingen (womit allein zahlenmäßig vorrangig die Zuwanderer gemeint sind). Weil wir um unsere Arbeitsplätze, Sozialleistungen, unseren Wohlstand fürchten. Außerdem hätten wir ganz allgemein „Xenophonie“, also Fremdenangst. (Bei Wikipedia werden wir unter dem Begriff freilich zu „Fremdenfeindlichkeit“ geführt – offensichtlich eine Erziehungsmaßnahme; denn im englischsprachigen Wikipedia führt „Xenophobia“ auf eine Seite, die korrekt von „fear“ spricht.) Jedenfalls, so heißt es dann verständnisvoll wie gegenüber einem kleinen Kind, müsse man unsere „Sorgen ernst nehmen“ und uns helfen zu verstehen, daß unsere Ängste unbegründet sind.

Sehr geehrte Damen und Herren Journalisten und Politiker, die Sie sich einen Erziehungsauftrag anmaßen, wo sie doch einen Informations- beziehungsweise Regierungsauftrag haben: Ich habe keine Angst, weder vor Flüchtlingen noch vor Einwanderern. Wenn ich etwas ablehne, muß das nicht aus Angst sein. Ich mag zum Beispiel auch kein Pfefferminzeis – habe aber keine Angst davor. Ich will vielleicht jetzt gerade nicht die Geschirrspülmaschine ausräumen – aber sicher nicht aus Angst.

Mit ein paar tausend Flüchtlingen und ein paar zehntausend Einwanderern habe ich überhaupt kein Problem. Aber eine Million davon, vielleicht gar alljährlich, lehne ich ab. Weil sie, wie unsere liebe Angela vom freundlichen Gesicht zutreffend bemerkte, das Land verändern werden. In einer Weise, die ich für falsch halte. Und hin zu etwas, das ich nicht will. Das hat nichts mit Angst zu tun. Und ich habe es satt, daß auf diese überhebliche Art unsere Vorstellung von Deutschland und seiner Gesellschaft in’s Lächerliche gezogen wird.

Reingefallen!

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 10. 10. 2015

Bei der Ukrainekrise war es nur ein diffuses Gefühl: Das stimmt doch irgendwie nicht, das ist zu schwarzweiß, um echt zu sein. Auf der einen Seite, so hörten und lasen wir, die nach Demokratie dürstenden Ukrainer, auf der anderen Seite der mörderische Despot. Und über allem dieser russische Schurke Putin, der – eiskalt und unberechenbar – nach der Weltherrschaft strebt. Wir hatten das Gefühl, daß da etwas nicht stimmt, und das artikulierte sich in einer Gegen-Öffentlichkeit im Internet. Aber die wenigsten von uns konnten sich selbst ein Bild vor Ort machen.

Bei der Flüchtlingskrise ist das anders. Politik und Medien erzählen uns beispielsweise unisono, daß da lauter bestausgebildete syrische Ärzte und Ingenieure zu uns kommen, dort Opfer des Bürgerkrieges und hier ein Gewinn für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme. Doch halt: Zwar zeigt uns das Fernsehen Interviews mit mustergültigen Vorzeige-Flüchtlingen, die in verständlichem Englisch berichten, wie schlimm es in ihrer Heimat war und wie sehr sie sich darauf freuen, im sicheren Deutschland arbeiten und alle durch sie entstandenen Kosten bald zurückzahlen zu dürfen. Aber dann wieder sind da Bilder endloser Ströme von ganz anders aussehenden Menschen. Da wirkt keiner wie ein eifriger Facharbeiter oder gebildeter Akademiker. Und irgendwie ist doch auch nicht recht vorstellbar, daß die Menschenmassen auf den Hauptbahnhöfen und an den Grenzübergängen alles Syrer sind, alles Ärzte und Ingenieure? Wütet nur in Syrien Bürgerkrieg? Besteht dort die Bevölkerung nur aus Ärzten? Gelingt nur denen die Flucht?

Da helfen dann auch keine konstruierten Statistiken, die diese Wohlfühl-Legende untermauern sollen. Was wir mit eigenen Augen – und sei es nur in den Nachrichten – sehen, das paßt einfach nicht mit dem zusammen, was uns Politik und Medien darüber erzählen. Und dann gibt es ja noch das früher leerstehende Haus gegenüber oder das Container-„Dorf“ bei uns am Ortsrand. Die Menschen dort, das sind alles knapp dem Tod entronnene Ärzte? Oder traumatisierte, aber qualifizierte und dringend benötigte Facharbeiter?

Die unheilige Allianz von Regierung und „Leit“-Medien hat es in der Ukraine-Krise (und bei der Auflösung der Sozialsysteme, dem Ausverkauf von Staats- und damit Volkseigentum an „Private-Public-Partnership“, bei der NSU-Affaire, der NSA-Schnüffelei, dem TTIP undsoweiter) noch so leidlich geschafft, das Volk soweit zu infiltrieren, daß es freiwillig den politisch opportunen Pfad dahintrottet. Aber weil das inzwischen so gut funktionierte, hat sie es sich bei den Flüchtlingen zu leicht gemacht. Sie hat sich verschätzt als sie dachte, sie könnte uns wie gewohnt ein X für ein U vormachen und das einfach solange wiederholen, bis wir es endlich glauben.

Jetzt aufeinmal wundert sich die Kanzlerin, daß sie in der Beliebtheit abstürzt. Und manche der Medien, die eben noch wehklagten daß man ihnen nicht mehr glaube, versuchen immerhin ihre Haut zu retten, indem sie schreiben, was sie – und die Bürger – sehen und nicht mehr nur das, was sie gerne hätten.

Wie sagte einst Abraham Lincoln: „Man kann einige Menschen dauernd belügen, alle Menschen zeitweise belügen, aber man kann nicht dauernd alle Menschen belügen.“ Vielleicht hat diese Flüchtlings-„Krise“ insofern auch für uns etwas Gutes, als daß sie dem Volk vor Augen führt, daß unsere Regierung (von der durften wir nichts anderes erwarten) und unsere Medien (von denen hätten wir anderes erhofft) uns lange genug etwas vorgemacht haben. Nicht nur bei den Flüchtlingen.

____________________________
Nachtrag 12.10.2015: Was bei der Ukraine noch so leidlich gelang, geht natürlich auch bei Syrien: Der Freitag.

 

Angst

Posted in Politik, Wir können nichts dagegen tun, Wirtschaft by Verfasser on 18. 3. 2015

Das Bayerische Fernsehen zeigt die aus 2011 stammende Dokumentation „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ (17.3.2015 22h45). Der Film macht uns Angst. Nicht so sehr vor den möglichen schädlichen Auswirkungen von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln. Das war uns schon immer suspekt – auch übrigens aus ethischen Gründen.

Viel mehr fürchten wir uns vor der Macht der Konzerne, die ihre wirtschaftlichen Interessen ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Menschen durchsetzen, mit Infiltration, aber auch mit Erpressung und roher Gewalt. Die Dokumentation zeigt uns, wie unglaublich hilflos wir gegenüber diesen Imperien sind. Wir haben niemanden, der uns beschützt. Die Politik, die das theoretisch könnte (und sollte!), ist von Lobbyisten beeinflußt, gekauft und vielleicht auch bedroht. Das gleiche gilt für die Medien. Sicher gibt es ein paar aufrechte Kämpfer. Doch sobald sie genügend Öffentlichkeit erlangen, daß sie den Konzernen gefährlich werden könnten, werden sie ausgeschaltet. Mit Geld, Drohungen – oder Maßnahmen, die schlichtweg den Tatbestand eines Verbrechens erfüllen.

Dergleichen geschieht tagtäglich. Natürlich nicht nur im Bereich der Gentechnik. Überall, wo wirtschaftliche Interessen – vulgo: Geldgier – im Spiel sind, gewinnen diese letztlich. Ihre Dimension korreliert dabei meist mit der Gefahr, die uns droht. Was einem Unternehmen viel Geld bringt, bringt uns viel Schaden. Ist Geld die Wurzel allen Übels – oder Gier?

_____
(Wie – sorry – dämlich sind die Programmdirektoren des BR, daß sie gleich nach dieser anspruchsvollen Dokumentation wieder diesen unsäglichen blöden „I bin der Irgendwas, und do bin I dahoam“-Spot zulassen?)

Tagged with: , ,

Wir können nichts dagegen tun…

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 8. 1. 2015

Zur Zeit kränkeln wir ein wenig, leiden an einem Anfall von Sprachlosigkeit, von Verzweiflung und Ohnmacht. Irgendwie war wohl die Lektüre der Nachdenkseiten, die wir regelmäßig aufsuchen, in den letzten Tagen zuviel. Überall werden wir Bürger belogen und betrogen, von Politikern im In- und Ausland verkauft (nicht ‚Volksvertreter‘ sondern ‚Volksverräter‘), von Wirtschaft und Banken ausgeplündert. Die Regierung macht sich nicht einmal mehr die Mühe, den Anschein der so verklärten Demokratie über das bloße Wort hinaus zu wahren. Und die Medien, die weit verbreiteten zumindest, begleiten das üble Treiben als willfährige Hofberichterstatter, sei es aus Vorsatz oder Fahrlässigkeit. Ja, es lassen sich auch die entlarvenden Stimmen finden. Aber es sind wenige und die Suche ist mühsam. So bleiben es einzelne, die sich wahrhaft kritische Bürger nennen dürfen. Die anderen sind zu anästhesiertem Stimmvieh degradiert oder haben frustriert die Segel gestreckt.