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Das ist ganz einfach: Comey sagt die Wahrheit und Trump lügt

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 8. 6. 2017

Vor einem Untersuchungsausschuß des US Senats belastet der von Donald Trump gekündigte ehemalige FBI Chef Comey den Präsidenten schwer.

So what, in jeder anderen Konstellation würde man sagen: Klar, der will sich doch jetzt nur rächen. Doch nicht so, wenn es um Trump geht, den Gottseibeiuns. Da kriegt jedes Wort des gedemütigten Comey das Gewicht der zehn Gebote! Und die Opposition in den USA sowie die für die Befreiung Amerikas und nebenbei der restlichen Welt zuständigen bundesdeutschen Medien saugen jeden Buchstaben gierig auf.

Protokolle habe er von den Geprächen mit Trump angefertigt. Also: Comey legt heute Texte vor, in denen er angibt, was Trump gesagt habe. Welche Beweiskraft sollen solche Aufzeichnungen haben? Ich könnte nach einem Telephonat mit meinem Finanzbeamten ein Protokoll aufsetzen, wonach der mir eine Steuererstattung in Höhe von zwanzigtausend Euro zugesagt habe.

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Alles fake! Der Russe war’s!

Posted in Medien, Politik, Verschwörungstheorie by Verfasser on 6. 5. 2017

Was für ein überaus merkwürdiger „Zufall“: Macron wurde „gehackt“ und zehntausende Dokumente bei Wikileaks veröffentlicht. Unmittelbar bevor den Wahlkämpfenden öffentliche Stellungnahmen untersagt sind, weil in manchen französischen Übersee-Departements bereits die Wahl beginnt. Seltsam.

Jetzt machen wir doch mal den „Faktenfinder“. Heißt, wir spekulieren.

These 1: Das wurde von Macron’s Seite selbst lanciert. Damit er nun wie ein Opfer wirkt und ein paar Mitleids- und Racheprozente kassiert. Daß er sich, der Frist wegen, nicht mehr regelgerecht als Opfer inszenieren kann, könnte dabei noch ein kluger Schachzug sein. Es verstärkt die Opferrolle, schließt aber das Risiko taktischer Fehler aus.

These 2: Es waren Macron’s Gegner. Die sich sagten, was bei Clinton v/s Trump funktionierte (zumindest behauptet Clinton diese Kausalität), müßte bei Macron v/s Le Pen auch wirken. Dann bliebe pikant, daß angeblich unter vielen echten auch manche gefälschte Dokumente seien – beeilt sich Macron’s Team, darauf hinzuweisen. Wenn sich da also belastendes Material findet, dann ist das  selbstverständlich alles fake!

Und alle sagen: Der Russe war’s. Das hat sich ja inzwischen eingespielt. Wann immer ein wahlkämpfender Elitepartner (also Wunschkandidat der Eliten) in Bedrängnis gerät, hat das der dämonische Putin veranlaßt. Im Falle Frankreich’s ist das ein Selbstläufer: Schließlich wird Le Pen ja sozusagen von Rußland finanziert.

Willkommener (oder sogar geplanter) Collateral-Nutzen: Der deutsche Wähler wird schon einmal eingenordert. Wann immer hier etwas an’s Licht kommt, das die Union, notfalls vielleicht auch die SPD, diskreditiert – alles fake! Der Russe war’s!

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Laßt den doch machen!

Posted in Politik, Verschwörungstheorie by Verfasser on 4. 5. 2017

Der Präsident des Verfassungsschutzes, Maaßen, warnt vor dem finsteren Russen. Es gäbe schon jetzt Anzeichen für dessen Versuche, die Bundestagswahl zu beeinflussen. Manch einer mag nun denken: Ach ja, und da soll sich Putin tatsächlich Chancen ausrechnen, die Linke oder die AfD an die Regierung zu bringen und Sarah Wagenknecht oder Alice Wedel zum Kanzler zu machen?

Merkel hingegen hat „keine Angst vor einer möglichen russischen Einmischung in den Wahlkampf„. Aus gutem Grund: Putin will gar nicht die Wagenknecht – er will Merkel! Denn die deutsche Überlegenheit, wirtschaftlich wie moralisch, war ihm immer schon ein Dorn im Auge. Aber mit Merkel, das sieht er ja, ist damit Schluß. „Ein rapide verfallende Infrastruktur, Abwanderung der wissenschaftlichen und technischen Intelligenz, marode Schulen mit unbenutzbaren Toiletten, die stetig sinkenden Bildungsstandard bieten“ (Zitat Vera Lengsfeld). Dazu Zensur, Staatsmedien (nicht de jure, aber de facto, da Propagandagleichklang), wackelige Energieversorgung, schrottreifes Militärgerät, Funktionärsherrschaft – und ein Präsidialsystem ohne störende Opposition.

Nochmal ein paar wenige Jahre Merkel, so Putin’s – evidenzbasiertes – Kalkül, dann kann Deutschland ihm nicht mehr auf der Nase herumtanzen. Dann kann umgekehrt er vielleicht sogar das Land demütigen: dort Entwicklungshilfe leisten und den moralischen Zeigefinger heben.

Aber – was will denn jetzt eigentlich der Maaßen da noch?

Was will der alte schwarze Mann?

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 30. 12. 2016

Was für eine erbärmliche Abschiedsvorstellung, die Barack Obama gibt! Und mit der er die stolze Nation noch dazu blamiert. So will er in Erinnerung behalten werden? Er „bestraft“ Rußland, indem er etliche Diplomaten ausweist, für Hackerangriffe, die den US Präsidentenwahlkampf beeinflußt haben sollen. Das ist in mehrerlei Hinsicht lächerlich.

Erstens: Die behaupteten Hackerangriffe waren erfolgreich. Es gelangten zahlreiche, Hillary Clinton belastende Mails an die Öffentlichkeit. Obama räumt also ein, daß die Parteizentrale der Demokraten – seiner Partei – gehackt werden kann, und dann noch „vom Russen“. Peinlich…

Zweitens: Obama nimmt an, die Veröffentlichung der kompromittierenden Dokumente hätte den Ausgang der US Präsidentenwahl beeinflussen, ein russischer Hackerangriff also derartig fundamentale Auswirkungen auf die Vereinigten Staaten haben können. Peinlich…

Drittens: Angeblich hätten die US Geheimdienste eindeutige Indizien, daß Rußland beziehungsweise dessen Militärgeheimdienst GRU hinter den Hackerangriffen stehe. Jetzt haben sich aber mehrere ehemalige hochrangige US-Geheimdienstler aus dem Bereich Cyber-Sicherheit an die Öffentlichkeit gewandt und widersprochen. Ihnen zufolge sei das ganz klar kein Hackerangriff gewesen, sondern ein Datenleck. Also nicht ein Angriff von außen, sondern ein Verräter von innen (und das muß kein russischer Agent sein, wie etwa Manning oder Snowden zeigen). Peinlich…

Also – was will der alte schwarze Mann (das muß erlaubt sein, bei der Wahl von Trump schimpfte ja auch jeder über die alten weißen Männern) mit dem Theater? Angesichts seiner beklagenswerten außenpolitischen Bilanz ein letztes Mal den dicken Max markieren? Sich für die Enttäuschung über die Niederlage seiner Parteifreundin Clinton rächen, indem er nach Trump („Sehet, er ist mit dem Teufel im Bund!“) und dessen vermeintlichen Kumpel Putin tritt? So oder so, was für ein kindisches Schulhofgebaren um verletzte Eitelkeit!

Der Russe war’s!

Posted in Politik by Verfasser on 30. 11. 2016

Da hauen sie jetzt alle auf die Pfanne, unsere sogenannten „Experten“ und die Politiker, nach dem Angriff auf die Teile der IT Infrastruktur der Telekom. Und in jedem zweiten Satz wird uns geflüstert: Der Russe war’s.

Das beginnt mit formaljuristisch untadeligen Formulierungen im Stil von „eine Beteiligungs Rußland’s ist nicht erwiesen“. Natürlich sollen dabei die Worte „Beteiligung Rußland’s“ haften bleiben – und tun sie auch. Sonst hätte man ja sagen können: „eine Beteiligung Fidschi’s ist nicht erwiesen“, das stimmt nämlich genauso. Die nächste Stufe ist, daß „in Rußland beheimatete Hackergruppen“ immer wieder solche Angriffe unternommen hätten. Und die weltweit operierende Mafia ist in Italien beheimatet – ist das deshalb ein Schurkenstaat? Nein, daher folgt die dritte Stufe, die Eskalation: diese russischen Hacker agierten oft „mit staatlicher Unterstützung“ (Bayerischer Rundfunk 29.11.2016). Das wäre nun wirklich justiziabel – aber wo sind die Nachweise für diese Behauptung? (Vor Gericht gilt sowas als Verleumdung, solange die nicht erbracht werden können.)

Im Osten Europa’s versammelt sich tatsächlich hohe IT Fachkompetenz, auch von der „bösen“ Seite. Doch wenn diese Hacker dort tatsächlich „staatliche Unterstützung“ hätten – hätten sie dann so kläglich versagt wie hier, wo es ihnen nicht einmal gelang, eine seit zwei Jahren bekannte Sicherheitslücke auf Billig-Routern der Telekom „erfolgreich“ auszunutzen? Übrigens: Daß der russische Staat grundsätzlich bestimmte Hacker unterstützt, ist nicht ungewöhnlich. Das tun die USA auch! Dort heißen die „Hacker“ NSA – und machen genau dasselbe.

Putzig ist, wenn unsere Kanzlerine eilig vor die Presse tritt und mit ernster Miene aufklärt, daß „Cyber-Angriffe zum Alltag“ gehören. Das sollen wir uns von derjenigen erklären lassen, für die vor gerade zwei Jahren  – ein Vierteljahrhundert nach Erfindung des WWW – das Internet „Neuland“ war? Also, wenn ich Merkel gewesen wäre, ich hätte zum dem Thema jemand anderen vorgeschickt.

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Trolle oder späte Rache

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 26. 11. 2016

Die Europäische Union ist ein mustergültiges Erfolgsmodell! Sie wird aber von Putin’s Trollen schlechtgemacht.

In diesem Sinne äußert sich ein Mann, der ansonsten durchaus vernunftbegabt scheint, auf der Achse. Es handelt sich um den ehemaligen SPD Bundestagsabgeordneten Gunter Weißgerber.

Mir ist schon mehrmals aufgefallen, daß an sich kluge Menschen für Propaganda gegen Putin – und gegen Assad übrigens – besonders empfänglich sind, wenn sie entweder noch recht jung sind oder aber aus der ehemals sowjetischen Einflußzone stammen (wie Weißgerber). Da scheinen sie jedwede kritische Reflexion ausgeschaltet zu haben und verfallen in blinde Hetze. Falls jemand einwenden mag: „die aus dem Osten, gerade die wissen doch, wovon sie reden“, dann widerspreche ich. Die, die sich da äußern, haben weder Putin noch „sein“ Rußland erlebt. Sie projizieren eine frühere Erfahrung auf heute.

Wer den Zustand der EU nüchtern betrachtet, mag er aus dem Osten kommen oder nicht, braucht wirklich keine Kommentare mehr von irgendwelchen Trollen. Wer aber aus dem Osten kommt, sollte am Beispiel der Sowjetunion gelernt haben, daß es nicht funktioniert, eine Vielzahl von historisch eigenständigen und ganz unterschiedlichen Nationen unter einem zentralistischen und bürokratischen Machtapparat zwangsweise zu „vereinen“.

Und ja, Rußland (nicht immer nur der eine böse Putin, um was soll der sich denn alles selbst kümmern) betreibt Propaganda gegen den Westen. Genauso wie umgekehrt – und schon lange zuvor – der Westen gegen Rußland hetzt. Warum ist das nur verwerflich, wenn es Rußland tut? Manch‘ einer gelangt dabei über RT deutsch sogar an überprüfbare Informationen, die ihm unsere Medien hier wohlweislich vorenthalten.

Schließlich blendet Weißgerber aus, daß es nachgewiesenermaßen „der Westen“ war, der etwa die Aufstände in der Ukraine und in Syrien befördert hat. Da wurde zu Freiheitskämpfern idealisiertes Kanonenfutter gegen jeweils gewählte Regierungen organisiert, finanziert und bewaffnet. Was Syrien angeht, steht Putin’s Hilfe für Präsident Assad grundsätzlich im Einklang mit dem Völkerrecht – nicht aber die Unterstützung der „Rebellen“ durch den Westen.

Bei solchen Beiträgen von einstigen Dissidenten habe ich oft den Eindruck, daß sie dank der früher nicht gekannten Meinungsfreiheit jetzt nur noch beseelt davon sind, mit Rußland abzurechnen. Wenn das auch längst nicht mehr das Rußland der Sowjetzeit ist.

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Nachtrag 5.12.2016: Ich nehme die Aussage, Weißgerber schiene ansonsten „vernunftbegabt“, zurück. Das läßt sich selbst mit Wohlwollen nicht halten angesichts dessen, was er zurzeit auf der Achse und anderswo veröffentlicht.

Lügner! Lügner!

Posted in Medien by Verfasser on 17. 11. 2016

Jaja, wenn Rußland sich vom Internationalen Strafgerichtshof zurückzieht, dann natürlich nicht etwa wegen seiner offiziell vorgebrachten Begründung. Alle wissen besser, worum es eigentlich geht (Ukraine, selbstverständlich). Manche Medien, hier etwa N-TV, versuchen sogar, das gleich in der Schlagzeile unterzubringen.

Wenn aber die USA, Israel oder Südafrika den gleichen Schritt getan haben, dann wird deren offizielle Begründung nicht angezweifelt, nicht diskutiert?

Mag für Rußland die Position des Strafgerichtshofs in Sachen Ukraine auch tatsächlich Motivation für das gewesen sein, was andere Nationen bereits lange zuvor vollzogen haben. Dieses hämische Feixen „Lügner! Lügner! Wir wissen’s besser!“, sobald es um Rußland geht, wird dennoch nicht das Vertrauen in die Medien zurückbringen.

 

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Sanktionen gegen die EU!

Posted in Politik by Verfasser on 21. 10. 2016

Soso, die EU droht damit, alle Staaten, die die syrische Regierung – natürlich „Regime“ genannt – unterstützen, mit „Sanktionen“ zu belegen. Brrr, schröcklich!

Freilich sollten dann erst recht gegen die EU und alle Staaten, die in Syrien bezahlte Söldner, schwer bewaffnete Aufständische und mörderische Terrorgruppen unterstützen, Sanktionen verhängt werden. Und das muß weh tun! Der Winter kommt – wie wär’s mit Gas? (Da können nämlich die Saudis nicht so gut in die Bresche springen wie beim Öl.)

Kaum einer bestreitet, daß die syrischen Regierungstruppen und die russischen Luftwaffe bei ihrem Vorgehen gegen die Aufständischen keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen. Allerdings: tun das denn die schwer – vom „Westen“ und Saudi Arabien – bewaffneten Rebellen und Söldner? Keineswegs! Aleppo ist ja kein Dschungel, sondern eine Großstadt. Mindestens zwangsläufig, wenn nicht ganz gezielt verschanzen die sich in Wohngebieten. Das ist jahrhundertealte Guerilla-Taktik. Wenn man da keine Bomben mehr wirft, nehmen sie eben mühelos die ganze Stadt ein. Und dann die nächste und die nächste. Krieg ist immer grausam, sein Ziel ist nicht die Kapitulation.

Aber diesen Krieg hat offensichtlich nicht der syrische Präsident Assad angezettelt, aller „westlichen“ Propaganda zum Trotz. Der hat jetzt die Bilder vom Ende eines Saddam Hussein oder Muammar al-Gaddafi vor Augen. Da haben übrigens – inzwischen historisch unstreitig – die USA den Krieg in’s Land getragen.

 

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Warum hätte Rußland MH17 abschießen sollen?

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 29. 9. 2016

Laut Bericht der sogenannten Ermittler deutet beim Abschuß der MH17 im Juli 2014 „alles auf eine russische Verantwortung“ hin. Was kann diese Formulierung anderes bedeuten als: Verantwortung des russischen Staates (und damit auch seines Staatsoberhaupts Wladimir Putin)?

Warum aber sollte Rußland, also der Staat und/oder Putin, ein Interesse daran haben, eine malayische (!) zivile (!) Verkehrsmaschine abzuschießen? Wo doch in der Ukrainekrise von Anfang an alle – „westlichen“ – Finger auf Rußland zeigten? Was hätte Rußland durch eine solche Aktion gewinnen können?

Es liest sich doch geradezu absurd: Da schafft „jemand“ angeblich ein Raketensystem aus Rußland in das von pro-russischen Rebellen kontrollierte Gebiet der Ukraine, schießt schnell mal eben ein unbeteiligtes Verkehrsflugzeug ab und räumt das Werkzeug gleich danach wieder auf, zurück nach Rußland. Wozu sollte das gut sein? Wäre nicht der einzig denkbare Sinn eher eine false flag operation, um Rußland an den Pranger stellen zu können? Was allerdings damals nicht so recht funktionierte. Naja, immerhin beim SPIEGEL hatte es gewirkt: „Stoppt Putin jetzt!„.

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Bärenjagd

Posted in Politik by Verfasser on 19. 4. 2016

Ich bin nicht der Ansicht, Polen würde verderbten Tyrannen anheimfallen, wie unsere Medien uns hysterisch einzureden versuchen. Das Land emanzipiert sich halt vom europäischen Gleichmacherbrei und dem Diktat aus Berlin. Vielleicht etwas grobschlächtig – aber Osteuropäer sind keine Asiaten. Wo immer konkrete Positionen bezogen werden, regt sich selbstverständlich auch Protest. (Und daß der zugelassen wird, ist doch wohl eher ein Qualitätskriterium.) Aber nur ihn zu fokussieren, wie es unsere Medien tun, wird der Gesamtsituation nicht gerecht. Wer keine persönlichen Kontakte nach Polen hat, mag dazu „Noch ist Polen nicht verloren“ von Gregor Grezel bei Tichy’s Einblick lesen.

Allerdings leidet Osteuropa gelegentlich unter irren, vielleicht historisch begründeten Panikattacken. Da könnte man dann ausrufen: „Die spinnen, die Polen!“ Deren Außenminister Waszczykowski behauptete jetzt tatsächlich, Rußland sei eine „existenzielle Bedrohung“ für Europa und eine größere Gefahr als der Islamische Staat.

Daß Putin sich die Krim holte lag daran, daß die fortgesetzte NATO-Osterweiterung umgekehrt gerade dort eine existenzielle Bedrohung für Rußland darstellte. Aber es ist kaum anzunehmen, daß dies der Einstieg in einen Eroberungsfeldzug wäre, alle ehemaligen Ostblock-Staaten „heim in’s Reich“ zu holen. Wo läge der Gewinn? Da überschätzt Herr Waszczykowski die Bedeutung seines Landes.

Die Gefahr für Europa und seine existenzielle Bedrohung stellt eher Europa selbst dar. Im Falle Rußland: Es war nicht klug, die ausgestreckte Hand auszuschlagen und den Bären stattdessen zu jagen. Verletzt und in Todesangst wird er möglicherweise doch unberechenbar und gefährlich.

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Ich hab’s genau geseh’n, der Russe war’s!

Posted in Medien by Verfasser on 15. 2. 2016

Im Norden Syrien, in Azaz, wird ein Krankenhaus der „Ärzte ohne Grenzen“ durch von einem Flugzeug abgeschossene Raketen zerstört. Die tagesschau (15.2.2016 20h) sagt ausdrücklich es sei „unklar, wer für den Angriff verantwortlich ist“. Um gleich darauf eine Sequenz zu zeigen, in der ein vielleicht zwölfjähriger Junge mit bandagierter Hand laut Übersetzung sagt „Es war ein russisches Flugzeug, sie haben uns getroffen, wir waren sechs, sieben Leute, in einem Auto.“

Ein kleiner Junge ist in der Lage, aus einem vollbesetzten Auto heraus zu erkennen, daß ein mit vielen hundert Stundenkilometern in einiger Entfernung (Luft-Boden-Raketen werden ja nicht aus dem Cockpit-Fenster geworfen) heranfliegender Kampfjet russisch ist?

Sicher, das ist nicht auszuschließen, ebensowenig daß es tatsächlich ein russisches Flugzeug war. Aber das ganze wirkt überdeutlich wie instruiert und aufgesagt – „Sag‘ denen, daß es ein Russe war!“ Eine in solchen Konflikten übrigens gängige Propaganda-Methode. Es wäre seriös gewesen, die tagesschau hätte auf diese Sequenz verzichtet.

Unsere Bomben sind gut, die können sogar verhandeln

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 10. 2. 2016

Glücklicherweise gab es zum Zugunglück in Bad Aibling noch keine neuen Erkenntnisse, so blieb der tagesschau (10.2.2016) mehr Zeit, NATO Propaganda gegen Rußland zu verbreiten. Zuerst Oliver Mayer-Rüth, zur Situation in den Flüchtlingslagern an der türkischen Grenze:

Auch wenn kaum nachvollziehbar ist, wer die Bomben abwirft – die Allianz zwischen dem Assad Regime und Moskau verschärft das Leid für die Zivilbevölkerung offenbar zunehmend.

Wenn kaum nachvollziehbar ist, wer die Bomben wirft, wodurch ist dann gleich wieder offenbar, daß es die Allianz zwischen Assad und Rußland ist, die das Leid für die Zivilbevölkerung verschärft?

Gleich danach Bettina Scharkus vom NATO Ministertreffen in Brüssel zum Einsatz gegen Schleuser:

Die russischen Luftangriffe auf Aleppo, so der NATO Generalsekretär, würden alle Versuche untergraben, den Konflikt noch durch Verhandlungen zu lösen.

Aber die Bomben der Allianz der Willigen, der Alliierten oder wie immer man das Sammelsurium aus einem Dutzend Nationen nennen mag, die da so über Syrien herumfliegen – diese Bomben können eine Verhandlungslösung unterstützen? Toll! Sind das diplomatisch geschulte Bomben, die erstmal versuchen zu reden und zu überzeugen und nur im äußersten Fall töten? Treffen die dann auch nur ganz gezielt („chirurgisch“) die klar auszumachenden Schurken, die sowieso nicht mitverhandeln dürfen?

Mitleid mit den Superreichen Rußland’s

Posted in Medien by Verfasser on 22. 12. 2015

Der Weltspiegel (20.12.2015) hat eine subtile Form der allgemeinen Putin Hetze entwickelt. Er bringt eine Reportage über die Superreichen im Speckgürtel Moskaus. Und die, so berichtet er, ziehen alle fort, wandern in’s Ausland ab. Millionärsvillen stehen leer und sogar der bedauernswerte Makler „verliert Geld“, denn er kann die Objekte nur weit unter Wert, wenn überhaupt vermitteln. Schuld sei Putin und seine unberechenbare Politik. Weil man nur noch Geschäfte machen könne, wenn man Staatsaufträge erhalte. Und dazu müsse man schmieren, schmieren, schmieren.

Im Kopf des Zusehers setzt sich die Botschaft fest: Der böse, gierige Putin, vertreibt mit seiner durch und durch korrupten Regierung die rechtschaffenen Unternehmer und stürzt so das Land in den Untergang.

Soviel die dezente Propaganda. Sicher kann auch ein Feature über zwei Makler von Luxusimmobilien vor den Toren Moskaus interessant sein. Nur nicht unbedingt repräsentativ. Tatsächlich hätte der Beitrag auch fragen können, auf welchen Wegen die Millionäre denn überhaupt zu ihrem imposanten Reichtum gekommen sind? Wie kommt es, daß auf der Liste der Städte mit den meisten Milliardären weltweit Moskau mit 64 den zweiten Platz nach New York belegt [2]? Wo doch die Bevölkerung Rußland’s nicht einmal halb so groß ist wie die der USA und das Durchschnittseinkommen nur gut ein Viertel. Das haben diese Leute mit ehrlicher, rechtschaffener Arbeit innerhalb weniger Jahre (nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion) erreicht? Wie plausibel ist das?

Könnte es nicht vielmehr sein, daß Putin nun daran geht, „aufzuräumen“? Daß er gegen mafiöse Strukturen und Korruption vorgeht und deshalb die Oligarchen um ihre Pfründe fürchten müssen, im Ausland so schnell wie möglich ihre Schäfchen in’s Trockene zu bringen versuchen?

Ich behaupte nicht, daß dem so ist. Aber eine Reportagesendung, die den Anspruch erhebt, die Welt zu „spiegeln“, hätte vielleicht, anstatt Klischees zu bedienen, in dieser Richtung gearbeitet.

_________
[1] http://mediathek.daserste.de/Weltspiegel/Russland-Wenn-die-Reichen-das-Land-verl/Das-Erste/Video?documentId=32385604&topRessort&bcastId=329478
[2] http://www.finews.ch/news/finanzplatz/11820-wo-die-meisten-millionaere-wohnen-ranking

 

Alle sagen

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 3. 12. 2015

Ich mache mir Sorgen: Ich bin so dumm, fehlgeleitet und verbohrt.

Alle sagen, diese ganzen Einwanderer fliehen vor Hunger und Krieg und brauchen Asyl – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, Assad ist ein Schlächter und muß weg – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, Putin ist ein hinterhältiger Aggressor – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, Saddam Hussein hat Massenvernichtungswaffen – ich hab’s nicht geglaubt Quatsch, das gehört nicht hierher. Alle sagen, die tapferen Ukrainer haben gegen einen bösen Tyrannen aufbegehrt – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, wir bringen Afghanistan Stabilität und Sicherheit – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, wir müssen in Syrien in den Krieg ziehen, um den IS zu besiegen – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, die griechischen Rotzlöffel müssen „Deutsch lernen“ – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, die Banken müssen gerettet werden – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, die Arbeitgeber müssen entlastet werden – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, der Staat darf sich nicht verschulden – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, wegen des CO2 aus unseren Auspuffen und Schloten heizt sich die Erde auf – ich hab’s nicht geglaubt. Alle sagen, die deutsche „Energiewende“ ist Vorbild für die ganze Welt – ich hab’s nicht geglaubt.

Alle Zeitungen, alle Nachrichten in Radio und Fernsehen und alle unsere Politiker sagen das. Ganz im Ernst: wenn die das alle sagen (ein paar Spinner und Querulanten gibt’s natürlich immer), dann muß es doch stimmen sein, oder? Es kann ja nicht sein, daß die alle unrecht haben und ich allein (und diese paar Spinner und Querulanten) die Wahrheit gepachtet habe?

Ich habe Angst, daß ich vielleicht irgendwann gar nicht mehr erkenne, wie sehr ich mich geirrt habe…

Also, Zufälle gibt’s…

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 25. 11. 2015

Die Türkei schießt einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet von Syrien ab, weil der angeblich ihren Luftraum verletzt hätte. NATO Generalsekretär Stoltenberg ruft zur Besonnenheit auf (Deutschlandfunk).

Es ist natürlich dringend geboten, an die Beteiligten zu appellieren, die Situation nicht eskalieren zu lassen. Immerhin geht es um eine militärischen Angriff der NATO – die Türkei ist Mitglied im Bündnis – auf Rußland. Gerade deshalb: Wie hätte sich der Herr Generalsekretär wohl geäußert, wenn umgekehrt die Russen einen türkischen Kampfjet abgeschossen hätten? Auch so vernünftig und mäßigend? Wer Stoltenberg’s Wortwahl gegenüber Rußland im Ukraine Konflikt verfolgt hat weiß: In diesem Fall gäbe es ganz andere Töne. Ich hielte sogar „Vergeltungsschläge“ nicht für ausgeschlossen.

Daß die NATO der türkischen Darstellung folgt, der russische Jet hätte ihren Luftraum verletzt, ist gar nicht anders vorstellbar: Die Türkei ist NATO-Mitglied, Rußland nicht. Nach ihren Angaben haben zwei ihrer Kampflugzeuge den Russen abgeschossen. Der sei zuvor zehnmal innerhalb von fünf Minuten gewarnt worden.

Wo kamen denn die beiden türkischen F-16 her? Fünf Minuten ist nicht lang, wohl ein bißchen knapp, um eine Luftraumverletzung festzustellen, die Besatzung zu alarmieren, aufzusteigen, anzufliegen und das Ziel einzustellen. (Reuters spricht dem Tagesspiegel zufolge sogar nur von Sekunden.) Ich bin kein Militärexperte – da werden sich andere noch zu Wort melden. Aber wenn die türkischen Jets nicht zufällig schon in der Luft waren (Zufälle gibt’s, das glaubt man gar nicht), dann halte ich die russische Version, wonach das Flugzeug von Bodenstellungen aus abgeschossen wurde, für plausibler.

Apropos Zufall: Laut Wikipedia verfügt die syrische Luftwaffe über zwanzig Kampfjets desselben Typs wie die abgeschossene russische Maschine, SU-24. Da werden die Türken, in Syrien auf Seite der Rebellen gegen die Regierung kämpfend, doch nicht übereilt geglaubt haben, …?

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Ja klar, Rußland will die Türkei erobern und es hat sich ganz toll bewährt, die Rebellen in Syrien zu unterstützen…

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 8. 10. 2015

Was soll die Hysterie in Politik und Medien, weil zweimal russische Kampfjets türkischen Luftraum verletzten? Wozu das Säbelrasseln der NATO, in der Türkei, in Polen und anderen baltischen Staaten dauerhaft Truppen zu stationieren? Die fühlen sich bedroht? Von Rußland?

Es ist doch nichts weiter als lächerlich, wenn der türkische Präsident Erdogan ‚gen Moskau poltert: „Ein Angriff auf die Türkei ist ein Angriff auf die NATO„. Glaubt irgendwer ernsthaft, Putin würde die Türkei angreifen? Was hätte er denn davon – außer eben gewaltig Ärger mit der NATO? Niemand hält Putin für dermaßen verrückt. Aber offensichtlich ist es manchem nicht peinlich, dieses Szenario dennoch zu beschwören, um die eigene Wichtigkeit zu unterstreichen. Das gilt für Erdogan genauso wie für den NATO Generalsekretär Stoltenberg (und die ihn fütternden Militärgranden), dem man richtig ansieht wie er sich freut, bedeutsam wirken zu dürfen. Endlich kommt die verrostete und fast vergessene NATO wieder zu der Bedeutung, der die Lamettaträger jahrzehntelang nachtrauerten.

Ach ja, und als die Türkei im Kampf gegen die Kurden jahrelang gezielt syrischen Luftraum verletzte, da war das für Erdogan ganz in Ordnung.

Absurd ist auch die Drohung des US-amerikanischen Verteidigungsministers Ash Carter (nach deutschlandradiokultur.de): „Diese Angriffe werden den Bürgerkrieg in Syrien weiter anfachen. Es ist unklug, das Assad-Regime zu unterstützen. Der Kampf gegen den Islamischen Staat ohne eine politische Strategie zur Ablösung Assads trägt nur zur Eskalation des Krieges in Syrien bei.“ War es denn klug, die Rebellen zu unterstützen? Was ist die Folge? Der Bürgerkrieg tobt seit vier Jahren. Niemand kann sagen, welche Rebellen gerade mit vom wem gelieferten Waffen Zivilisten massakrieren. Hat nicht gerade diese „Strategie“ die von Carter beklagte „Eskalation des Krieges“ verursacht?

Und unsere sogenannten Leitmedien schreiben kräftig mit an diesem Groschenroman um den Bösewicht und die Edlen Ritter. Der abgründige Ork Putin hat, geht es nach der FAZ, mit ein paar Flugzeugen sogar gleich „die NATO eingekreist“! (Das sind dann die Medien, die sich selbst für ihren Qualitätsjournalismus bejubeln und überhaupt nicht verstehen können, weshalb sich im Internet eine kritische Gegenmeinung formiert.)

Lügen wie der Russe können wir sowieso

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 14. 9. 2015

Soso, Telepolis berichtet, Anfang September habe der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zufolge „eine Arbeitsgruppe innerhalb des Europäischen Auswärtigen Dienstes ihre Tätigkeit aufgenommen, um ‚Russlands andauernden Desinformationskampagnen entgegenzuwirken‘.“ Ziel sei es, bei unseren östlichen Nachbarn „die Aufmerksamkeit gegenüber Desinformationsaktivitäten externer Kräfte zu schärfen, die Medienlandschaft generell zu stärken und eine effektive Kommunikationsstruktur aufzubauen, um Werte und Interessen der EU zu verbreiten“ (Mogherini).

Und wie wird das wohl stattfinden? Wenn wir einerseits die hiesige Berichterstattung und anderseits die politischen Verlautbarungen zur Ukraine-Krise betrachten, dann ist die Antwort schnell gefunden: Mit Desinformationskampagnen eben. Nun ist es grundsätzlich nicht verwerflich, Desinformationskampagnen ebensolche entgegenzustellen. Dem hehren Anspruch des glorreichen Westens gerechter würde allerdings eine objektive Aufklärung. Die ist aber wohl gar nicht beabsichtigt, sollen doch „vor allem positive und effektive Nachrichten über die EU-Politik“ verbreitet werden. (Gibt es die denn?)

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Geht’s nicht besser ohne Gehlen?

Posted in Medien by Verfasser on 13. 9. 2015

Wir hätten es von der Frankfurter Rundschau nicht erwartet, aber dort finden sich gleich zwei üble Beispiele für unkritische Putin-Hetze. Freilich jeweils vom selben Autor, Martin Gehlen. Ob der bei der FAZ nicht vielleicht besser aufgehoben wäre?

Schon der Titel sagt alles: „Putins eiskaltes Kalkül in Syrien“ lautet der des einen Beitrags. Soso, aber der Westen, allen voran die USA, die waren da nicht – schon lange zuvor – „eiskalt“? Die haben nicht versucht, mit geheimdienstlichen und militärischen Operationen einen „regime change“ zu betreiben und den unliebsam gewordenen Assad zu Fall zu bringen?

Der platten, manipulativen Wortwahl Gehlens zufolge stellt dann auch der US Außenminister Kerry seinen russischen Kollegen „zur Rede“, als sei das ein ungezogener Schulbub anstatt ein Amtsträger auf Augenhöhe. Da müßte man eigentlich nicht mehr weiterlesen. Natürlich wird im folgenden jede Militäroperation Rußlands haarklein aufgelistet – während die unzähligen vorangegangenen der USA und ihrer europäischen Vasallen keine Erwähnung finden.

Auch der andere Titel ist kaum anders als „dumpf“ zu nennen: „Putin träumt vom pro-russischen Orient„. Das mag ja sein. Aber aus welchem Grund haben denn die USA Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi mit völkerrechtswidrige Angriffskriegen – die es bei Putin nicht gibt – zu Fall gebracht? Und versuchen es, nun etwas „subtiler“, der schlechten Presse wegen, bei Baschar al-Assad? Von was träumen denn da die USA?

Dieser Gehlen ist wahrlich keine Zierde für die Frankfurter Rundschau. Ist der solcherlei Schmutz denn gar nicht peinlich?

Was? Egal. Wer!

Posted in Politik by Verfasser on 10. 9. 2015

Versteh‘ noch einer die Welt – uns will das nicht mehr gelingen:

Wenn Rußland in Syrien „Präsenz“ zeigt (NATO Generalsekretär Stoltenberg), ist das böse. Wenn es die USA und Europa tun, mit Waffenlieferungen und Luftschlägen, dann ist es gut.

Wenn Griechenland am Rande der Staatspleite steht und einen Schuldenschnitt will, ist das böse und kommt gar nicht infrage. Bei der Ukraine, die von dem Geld im eigenen Land Krieg führt, ist es gut und wird ohne viel Federlesens gemacht, weil sie ja am Rande der Staatspleite steht.

Wenn der ungarische Ministerpräsident Orban geltende EU-Rechtsvorschriften beachtet und die unkontrollierte Weiterreise von Flüchtlingen verhindert, dann ist das böse (siehe den quakenden Grünen Hofreiter, köstlich von Vera Lengsfeld wiedergegeben). Wenn die deutsche Kanzlerin Merkel jene EU-Rechtsvorschriften mißachtet, ist das gut.

Wenn Palästinenser Israelis beschießen und dabei auch Zivilisten töten, dann ist das böse. Wenn Israelis Palästinenser beschießen und dabei auch Zivilisten töten, dann ist das gut – weil ja nur Selbstverteidigung.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Jeder, der die Nachrichten verfolgt, gerade bei den Propaganda-, äh, Leitmedien, kann das wissen. Merke: Nicht was jemand tut ist von Belang. Sondern wer es tut. Wenn „wir“ es tun, oder unsere „Freunde“, dann ist es, egal was, bereits durch unsere edle Gesinnung geadelt.

Putin überfällt Estland!

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 1. 4. 2015

Im Hintergrund der Dauersendungen zum Flugzeugabsturz in Frankreich werden wir aus den Medien weiterhin mit der drögen Anti-Putin-Propaganda berieselt. Ob im Bayern2 Büchermagazin (sic!) „Diwan“ einfach ‚mal mit größter Selbstverständlichkeit die Behauptung gestreut wird, Putin führe „Krieg gegen die Ukraine“. Oder im „Auslandsjournal“ des ZDF, eine Reportage über junge Menschen in Estland gezeigt wird, die Heimatverteidigung in den Wäldern trainieren. Weil, so der Autor, „vom großen Nachbarn Rußland immer mehr Drohgebärden kommen“ und sich wieder die „Angst vor einem Krieg“ breitmache.

Wie bitte – Rußland hat Drohgebärden in Richtung Estland geschickt? Welche denn? Hat der Reporter da einfach ‚mal irgendetwas erfunden oder ein Wissen, daß er uns verschweigt? Sollte Putin wirklich so dumm sein, in ein NATO-Mitgliedsland einzufallen? Und so den stets beschworenen „Bündnisfall“ zu auszulösen?

Natürlich nicht. Aber wir fürchten, daß unsere Journalisten tatsächlich in Putin den Dämon sehen, als den sie ihn fortwährend darstellen. Sie schreiben nur, was sie glauben. Sie müssen sich also nicht den Vorwurf der Lüge gefallen lassen, sondern „nur“ den, daß sie ihr Handwerk nicht sachgerecht ausüben, ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Daß sie nicht gründlich recherchieren und nicht ausgewogen berichten. Aber nein – den Vorwurf weisen sie ja in höchster Empörung zurück. Obwohl sie selbst ihm doch tagtäglich neue Nahrung liefern.

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