ructo…

Das ist ganz einfach: Comey sagt die Wahrheit und Trump lügt

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 8. 6. 2017

Vor einem Untersuchungsausschuß des US Senats belastet der von Donald Trump gekündigte ehemalige FBI Chef Comey den Präsidenten schwer.

So what, in jeder anderen Konstellation würde man sagen: Klar, der will sich doch jetzt nur rächen. Doch nicht so, wenn es um Trump geht, den Gottseibeiuns. Da kriegt jedes Wort des gedemütigten Comey das Gewicht der zehn Gebote! Und die Opposition in den USA sowie die für die Befreiung Amerikas und nebenbei der restlichen Welt zuständigen bundesdeutschen Medien saugen jeden Buchstaben gierig auf.

Protokolle habe er von den Geprächen mit Trump angefertigt. Also: Comey legt heute Texte vor, in denen er angibt, was Trump gesagt habe. Welche Beweiskraft sollen solche Aufzeichnungen haben? Ich könnte nach einem Telephonat mit meinem Finanzbeamten ein Protokoll aufsetzen, wonach der mir eine Steuererstattung in Höhe von zwanzigtausend Euro zugesagt habe.

Advertisements
Tagged with: , ,

Die glauben das wirklich

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 24. 5. 2017

In Brüssel demonstrieren ein paar tausend Spinner gegen den Besuch von Donald Trump bei der EU. Er sei da nicht „welcome“, entscheiden sie – mal eben den Anspruch vertretend, für die ganze Stadt (1.1 Mio Einwohner), eigentlich natürlich für die ganze Europäische Union (510 Mio Einwohner) zu sprechen. Ich bin mir sicher, neun von zehn EU Bürgern geht Trump am A… vorbei, aber das nur am Rande bemerkt.

Diese Demonstranten „Spinner“ zu nennen ist offensichtlich begründet. Da haben die Organisatoren eigenem Bekunden zufolge einen wilden Haufen von Splittergruppen aus allen Ländern zusammenrufen müssen, um überhaupt auf eine nennenswerte Zahl zu kommen. Es stehen also Kämpfer für ein von jetzt ab unveränderliches Weltklima (allen Naturgesetzen zum Trotze) neben Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht wissen, ob sie nun Männlein oder Weiblein sind. Egal, selbstgestrickte Mützen in zum jeweiligen Lager passenden Farben gibt’s für jeden – Hauptsache es geht gegen Trump. Denn der ist der, nein: das Böse schlechthin. Wenn der endlich weg ist, gibt es nichts als Liebe und Frieden auf unserer Erde, die sich freiwillig nur noch um 1,49°C erwärmt, damit sie taktvoll die todbringende 1,5°C-Marke von Paris nicht reißt.

Das bei aller Lächerlichkeit Tragische daran ist: Die glauben das wirklich. Nicht etwa, weil sie nachgedacht oder gar geforscht hätten. Sondern weil das so oder so ähnlich alle großen Medien verbreiten. Diese verwirrten Seelen ziehen überhaupt nicht gegen Donald Trump in die Schlacht, sondern gegen das Zerrbild, das von ihm gezeichnet wird.

Das ist die Gefahr, die von den Medien ausgeht, und der Schaden, den sie – sehenden und zufriedenen Auges – mit ihren Hetzkampagnen anrichten: Einfältige Menschen, und davon gibt es viele, nehmen dieses Zerrbild für die Wirklichkeit und rüsten daraufhin zu einem fanatischen Kreuzzug. Der nicht selten gewalttätig wird. Sei es hier Trump, da die AfD, dort ein „Klimaleugner“ oder sowieso ein „Nazi“.

Zurück nach Brüssel. Seltsam ist, daß die Polizei zuerst rund 6.000 Teilnehmer der Demonstration zählte. Nach dem Ende der Verastaltung korrigierte sie plötzlich auf 9.000 . Wie das? Gab es da eine wohlwollende staatliche Stelle im Hintergrund, die der Meinung war, 6.000 gegen Trump sei einfach nicht genug angesichts des leibhaftigen Gottseibeiuns?

Tagged with: , ,

Was helfen Informationen, wenn man sie nicht verwenden darf?

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 17. 5. 2017

Es gibt sie noch, die Deutsch-Amerikanische Freundschaft. Und deshalb fühlen sich alle Deutschen eins mit allen Amerikanern, weil die doch den Trump weghaben wollen. Also – alle, außer fast der Hälfte (durchschnittliche Zustimmung rund 45%, siehe etwa hier). Egal, Trump muß weg. Sagen die Deutschen.

Trump kann machen was er will, es wird in den USA womöglich, in Deutschland aber ganz sicher tagelang Wellen der Empörung schlagen. Außer wenn er völkerrechtswidrig Syrien bomardiert, das ist dann schon in Ordnung, das muß man anerkennen.

Prima, daß er jetzt seinem Verbündeten im Kampf gegen den IS, nämlich Rußland, Geheimdienstinformationen zum Kampf gegen den IS gegeben hat. Das nehmen die Medien sogleich als Grund zur hysterischen Schnappatmung. Nur – Geheimnisverrat? Wenn die Präsidenten der USA und Rußlands im engsten Kreis gemeinsame Strategien gegen den islamistischen Terror entwickeln, ist das Geheimnisverrat? Sind nicht eher die meterhohen Schlagzeilen der Medien der Geheimnisverrat?

Tagged with: , , ,

Nicht einhundertvierundneunzig. Einer. Vielleicht.

Posted in Forschung, Gesellschaft, Politik, Verschaukelt, Verschwörungstheorie, Wissenschaft by Verfasser on 12. 5. 2017

Es wird 194 verschiedene Wege geben, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Ich bin sicher, die USA werden ihren eigenen Weg finden, die Ziele und den Vertrag umzusetzen.

Damit zitiert die tagesschau bewundernd Federica Mogherini, wie sie US-Präsident Donald Trump vor „Alleingängen warnt“.

Es wird – diese Vorhersage wage ich! – allenfalls einen einzigen Weg geben, die „Pariser Klimaziele“ zu erreichen: Zufall. Sollte die Erderwärmung tatsächlich in den nächsten Jahrzehnten unter einem Mittelwert von 2°C gegenüber der sogenannten vorindustriellen Zeit bleiben, dann hat das rein gar nichts mit irgendwelchen Maßnahmen der tapferen Weltenretter zu tun. Und nichts mit einem „Kampf“ gegen das böse CO2 (dazu ist genug gesagt in diesem Blog). Denn die gobale Durchschnittstemperatur ist nicht, ich wiederhole: nicht maßgeblich vom Menschen beeinflußbar. Dafür gibt es klare Evidenz, hingegen bis heute keinen, ich wiederhole: keinen wissenschaftlichen Nachweis* für das Gegenteil – auch wenn beharrlich der Anschein erweckt wird.

Und irgendwann, ob mit einer Menscheit auf der Erde oder ganz ohne sie, wird die Durchschnittstemperatur viele Grade höher sein, wie oft in der Geschichte der Erde, und dann wieder viele Grade niedriger, wie oft in der Geschichte der Erde. Das werden die Pariser Protagonisten natürlich nicht erleben. Aber sollte es dann noch Menschen geben, werden die über „Klimaschutzabkommen“ lachen – wie wir heute über die Vorstellung, die Ede sei eine Scheibe.

__________
* Umgekehrt belegen viele wissenschaftliche Studien, daß der CO2-Gehalt der Atmosphäre der Erderwärmung nachfolgt, sie also logisch nicht verursachen kann. Aber solche Forschungsarbeiten, wie diese hier der Universität Bonn, schaffen es nicht in’s Licht der Öffentlichkeit. Nicht weil sie unseriös wären. Sondern weil sie ein gigantisches Kartenhaus zum Einsturz brächten.

Tagged with: , ,

Ganz fest die Augen zumachen

Posted in Politik by Verfasser on 10. 4. 2017

Noch immer jubeln nicht nur unsere „Leitmedien“, wie nicht anders zu erwarten, sondern auch einige sonst kritische Seiten über Trump’s – an sich ja selbst für eine Warnung ziemlich mickrigen – Militärschlag gegen Assad (siehe dazu auch hier). Ich verstehe das nicht, informieren die sich denn wirklich nur aus SPIEGEL und BILD? Ist es denen wirklich zu kompliziert, sich vorzustellen, daß Assad vielleicht nicht das Ungeheuer ist, als das er stets gezeichnet wird?

Ich sage: Vielleicht. Es muß doch auffallen, daß er immer wieder plakativ als blutrünstiger Schlächter dargestellt wird, aber widersprechende Fakten (sic!) unter den Teppich gekehrt werden. Großes Geschrei, Assad habe 2013 „die eigene Bevölkerung vergast“; aber seriöse Studien belegen, daß der Giftgasangriff nicht von den Regierungstruppen geführt worden sein kann. Großes Geschrei von Folter und Massenhinrichtungen in syrischen Gefängnissen; aber selbst ehemalige Gefangene widersprechen. Und immer wieder der Vorwurf, Assad kämpfe „gegen das eigenes Volk“; nein, die Regierung kämpft gegen bewaffnete Aufständische, die allerdings immer wieder die Zivilbevölkerung als Schutzschild mißbrauchen und an der Flucht hindern, siehe Aleppo.

Ich weiß nicht, ob Assad in Chan Scheichun wirklich einen Giftgasangriff befohlen hat. Aber alle, die jetzt Trump für seine Raketen bejubeln, wissen es auch nicht. Ist denn auf Verdacht zu töten (mindestens fünf Opfer des Angriffs) plötzlich mit den „westlichen Werten“ vereinbar?

Tagged with: , , ,

Das war nicht nur völkerrechtswidrig, das war auch töricht

Posted in Politik by Verfasser on 7. 4. 2017

Im Wahlkampf hatte Donald Trump seiner Kontrahentin Clinton vorgeworfen, sie wolle die USA mit einem geplanten Einschreiten in Syrien in den Dritten Weltkrieg führen. Jetzt tut er eben dies. Er hatte angekündigt, die USA würden nicht mehr die Rolle der Weltpolizei übernehmen. Und redet nun von einer Strafmaßahme.

Strafe für was? Bislang haben weder die USA noch die Vereinten Nationen einen Beweis, ja nichteinmal belastbare Indizien vorgelegt, daß es sich bei dem Vorfall in der syrischen Kleinstadt Chan Scheichun um einen Giftgas-Angriff der Regierungstruppen gehandelt hätte. Wie kann man, ohne sich dessen sicher zu sein, in dieser Situation einen Militärschlag starten?

Für die deutsche Bundesregierung kein Problem: Assad habe schließlich auch 2013 Chemiewaffen eingesetzt. Das ist allerdings längst widerlegt, durch einen UN Waffeninspektor und eine Studie des renomierten Massachusets Institute of Technology MIT. (Was übrigens in den Medien, anders als der urspüngliche Vorwurf gegen die syrische Regierung, kaum Beachtung fand.) Niemand wird ernstlich glauben, daß die Bundesregierung das nicht weiß. Abgesehen davon, daß es eine fragwürdige Legitimation für einen nicht von den UN mandatierten, daher völkerrechtswidrigen kriegerischen Akt ist zu sagen: Assad hat’s einmal getan, also muß er es jetzt wieder gewesen sein.

Mindestens ebenso plausibel ist die von russischer Seite vorgebrachte Erklärung, wonach die syrische Luftwaffe Munitionsdepots der Aufständischen getroffen habe, in denen die auch Giftgas gelagert hatten. Es ist spätestens seit 2014, als der syrische Präsident seine Chemiewaffen den UN zu Vernichtung übergeben hatte, bekannt, daß die sogenannten Rebellen über Sarin verfügen. Und selbst wenn der Beschuß nun im Wissen um die dortigen Lagerbestände erfolgt wäre – ist das ein Giftgas-Angriff, so wie man ihn Assad nun vorwirft? (Wäre es besser, den Aufständischen ihr Sarin zu belassen? Wieso haben die es eigentlich damals nicht abgeben müssen?)

Solange nicht hinreichend belegt werden kann, wer und in welcher Weise für den Vorfall in Chan Scheichun verantwortlich ist, kann doch eine „Strafaktion“ nicht infrage kommen. Umgekehrt richtet sie absehbar großen Schaden an. Denn die Aufständischen lernen: Bei einem Einsatz von Chemiewaffen schießt Trump auf Assad. Und die Aufständischen haben Chemiewaffen. Was also liegt näher als eine – weitere? – false flag operation?

Tagged with: , , ,

Schlacht gegen Trump

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 22. 3. 2017

Daß Donald Trump im Wahlkampf fast alle gegen sich hatte, wird er früh gemerkt haben. Die (linksliberalen) Intellektuellen, die (linksliberalen) Medien, das (neoliberale) „Establishment“. Und schließlich die verkrusteten politischen Strukturen, bis hin zum Militär und den Geheimdiensten. Die alle waren – und sind! – „Clinton“.

Daß die fest entschlossen sind, ihn auch jetzt, im Amt, fertigzumachen, das hat er vermutlich nicht vorhergesehen. Ob er dann nämlich die Sache durchgezogen hätte?

Die beharrlichen Attacken der Bundesrichter, die in der Frage des Einreisestops unter klarer Überschreitung ihrer Befugnisse gegen den Präsidenten agieren, sind ein Beispiel. Ein anderes der jetzt in die Öffentlichkeit getragene Angriff des FBI gegen Trump’s Wahlkampfteam – und damit natürlich auch gegen ihn selbst. Was will man das Volk da eigentlich glauben machen, daß Trump bei Rußland’s Geheimdiensten angerufen hat: „Jungs, bitte helft mir gegen die Clinton zu gewinnen, ich schaff‘ das nicht allein“?

So absurd das klingt – damit versucht man eben dort zu punkten, wo Trump breit gewonnen und jetzt seinen Rückhalt hat, wo Clinton keine Chance hatte: beim „einfachen“ Bürger nämlich. Denn mit den Russen im Bund zu sein, das ist auch in dessen Augen noch immer Hochverrat. Deshalb spielt das FBI diese Karte.

Wie jetzt, das FBI, das hat doch selbst öffentlich gegen Clinton ermittelt, in der heißen Phase des Wahlkampfes? Man könnte einmal überlegen, ob die plakativen Ermittlungen mit ihrer „just in time“ präsentierten Ergebnislosigkeit nicht eher ein klug gesetzter Anschub für Clinton gewesen sind.

Trump hat zwei große Lager gegen sich. Die Ideologen von links, die es durchaus auch in den USA gibt. Die sich für die „Bessermenschen“ im Besitz der alleinigen höheren Wahrheit halten und mit Verachtung auf den Fox News schauenden Pöbel herabsehen. Und die mächtigen Strippenzieher im Hintergrund, in Politik und Geheimdiensten, Wirtschaft und Hochfinanz, die sich behaglich eingerichtet hatten und glaubten, es würde immer so weitergehen. Es ist spannend zu verfolgen, wer letztlich gewinnt.

Tagged with: , , ,

Wir müssen das doch lernen

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 10. 3. 2017

Eines der vielen subtil manipulativen Stückchen, mit denen uns die Medien jeden Tag ein klein bißchen mehr zum Bessermenschen erziehen wollen. Eine Fingerübung, auf dem Nachrichtenkanal (sic!) des Bayerischen Rundfunks, vergangenen Montag. Ein kurzer Beitrag über Trump’s Mauer.

Zu Wort kamen: „Menschenrechtsaktivisten“ aus den USA, Mexikaner, die „rübermachen“ wollen und welche, die schon drüben sind, eine Nonne, die mexikanische „Flüchtlinge“ betreut (und es empörend fand, daß man die Illegalen wie Illegale behandelt). Aber kein Vertreter der US Behörden, kein Regierungsamtlicher, kein Jurist. Was also bekamen wir da zu hören, als sei es die einzige – einzig mögliche, einzig denkbare – Position?

Es mußte – und sollte – so aussehen, als sei es ganz normal und eine Art Grundrecht, daß Mexikaner in die USA kommen. Und bleiben. Wäre ja noch schöner, wenn ein Staat bestimmt, wen er zu welchen Bedingungen auf sein Hoheitsgebiet läßt. Wo ist eigentlich „mein“ Menschenrechtsaktivist, wenn die Immigration am Kennedy Airport mein knapp befristetes Touristenvisum einfordert?

Tagged with: , , ,

Dummheit kennt keine Grenzen

Posted in Gesellschaft, Medien, Verschaukelt by Verfasser on 4. 3. 2017

Die ritterliche Protesthaltung der Filmschaffenden gegen Trump anläßlich der diesjährigen Oscar-Verleihung kommentierte der Bayerische Rundfunk (B5, 27.2.2017) indem er lobte, sie brächten damit zum Ausdruck, wörtlich:

Was uns eint ist die kulturelle Identität, über alle Grenzen hinweg.

Der Redakteur hat es natürlich nicht beabsichtigt, aber er hätte die Lächerlichkeit der Show – nichts weiter ist das Gehabe – dieser Stars kaum besser entlarven können. Wie geht denn bitte „kulturelle Identität über alle Grenzen hinweg“? Der Begriff „kulturelle Identität“ behinhaltet zwei Elemente, die gerade und ausschließlich durch Abgrenzung funktionieren. Eine wahrnehmbare Kultur macht sich immer am Handeln oder Schaffen einer ganz bestimmten Gruppe fest. Meist sind das Ethnien oder Nationen, auch Religionen. Kultur definiert sich durch Beschreibung, und die erzwingt Unterscheidung. Und das gilt auch für Identität. Die kann nur daraus erwachsen, anders als andere zu sein, und dies zu pflegen – zu kultivieren.

Die „über alle Grenzen hinweg“ einende „kulturelle Identität“ ist also nichts weiter als ein dumme Phrase, die das verleugnet, was sie sich zu verteidigen rühmt. Da geht es nur um nach Beifall gierenden Protest, weil man sich auf der guten Seite sehen will – was sehr bequem ist, solange andere die Drecksarbeit machen und einem den Platz an der Sonne freihalten.

Diese Hollywoodies verwechseln das Leben mit ihren Filmen. Wo es immer die finsteren Schurken gibt und die glorreichen Helden, die die Welt im letzten Augenblick, nach mutigem Kampf, vor der Verderbnis retten. Das ist die Sicht kleiner Kinder.

Tagged with: , , ,

Wer hat’s erfunden (IV)?

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 28. 2. 2017

Gar schröcklich geht der amerikanische Präsident mit der Presse um, lesen wir (gerade in unseren Medien, die ja nicht so ganz direkt betroffen sind – sei’s drum, wir haben ja einen Auftrag zur Verteidigung der Freien Welt).

Trump’s Angriff auf die Pressefreiheit

betitelt SPIEGEL online beispielsweise ein Video. Ganz vergessen wie derselbe SPIEGEL vor dreieinhalb Jahres schrieb:

US-Journalisten sehen die Pressefreiheit in ihrem Land in Gefahr.

Da allerdings betraf das nicht den faschistischen Diktator Donald Trump – sondern den gutmütigen Heilsbringer Barack Obama!

Natürlich muß, wo sie tatsächlich erfolgt, auf eine Bedrohung der Pressefreiheit hingewiesen werden. Aber es ist außerodentlich unprofessionell, andauernd so zu tun, als käme alles Böse gerade von Trump. Nicht nur hier, sondern beispielsweise auch bei den Einreisebeschränkungen oder der Mauer zur mexikanischen Grenze schritt der Friedensnobelpreisträger Obama voran. Elegant freilich, während Trump etwas unbeholfen hinterherstolpert.

(Den Hinweis auf Obama und die Pressefreiheit entdeckte ich auf der Achse.)

Tagged with: , ,

Trump and Sweden

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 22. 2. 2017

Gerade weil Trump’s „Sweden“ von allen hiesigen Medien (und von Schweden) so in’s Lächerliche gezogen wurde, habe ich mich auf die Suche nach einer Aufzeichnung seiner Rede gemacht. Es ist wichtig, nicht nur den Sweden-Satz zu hören oder lesen, sondern auch wenigstens ein bißchen Kontext. Wenn wir beispielsweise hier (Youtube, ab Minute 1) hören, dann kann ich nicht den – durchaus existierenden – wohlwollenden Kommentaren zustimmen, denen zufolge das Gesagte auch verstanden werden könne als:

Haben Sie letzte Nacht gesehen, was in Schweden los ist?“ oder, noch treffender: „…was aus diesem Land geworden ist?

Und so behauptet Trump später, es ja auch gemeint zu haben, sich eben auf einen am Vorabend ausgestrahlten Fernsehbericht bezogen zu haben. Isoliert und für sich betrachtet, würde das funktionieren. Aber unmittelbar vor dem Satz „You look at what’s happening last night in Sweden“ sagte er „You look at what’s happening in Germany“. Und das kam in dem TV Beitrag nicht vor. Obwohl kein native english speaker, wird für mich allein aus dem Kontext klar, daß Trump sein „Sweden“ nicht so gemeint hatte, wie er später zu korrigieren versuchte.

Wobei das zwar peinlich, aber verständlich ist. Ich glaube nicht, daß der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gerade in diesen Tagen, die Muße hat, abends konzentriert Foxnews zu verfolgen. Das läuft eher nebenbei, und da hat er eben etwas aufgeschnappt. Freilich kann man sich nun sorgen, mit welcher Gründlichkeit er denn sonst Politik macht.

Tagged with: , ,

Die Überheblichkeit kotzt mich an

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 16. 2. 2017

Mich wundert – nein: ärgert ja die schiere Überheblichkeit, denen wir ständig in Politik und Medien begegnen. (Wobei ich mich in diesem Blog leider nicht ausnehmen darf.) Da reden ständig irgendwelche Menschen, die es im Leben zu nichts anderem als beispielsweise einem „Fraktionsvorsitzenden“ oder, im Falle der Medien, einem der vielen linksliberalen Geifergriffel gebracht haben nicht nur davon, welche dummen Fehler „das Volk“ machte (Beispiel England oder USA). Sondern auch, welche fatalen Fehlentscheidungen richtige Regierungschefs (Beispiel Trump, sowieso), eben nicht nur Hinterbänkler, getroffen haben.

So als seien gerade diese wortgewaltigen aber ohnmächtigen Menschen in der Lage, das fachmännisch zu beurteilen. Mehr noch, Journalistenbürschlein wie Wolfram Weimer machen sich zum oberschlauen Oberlehrer über den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit folgendem Satz im The European:

Trump wird zusehends diplomatisch erzogen, und Trudeau zeigt, wie man das macht.

Mit welcher Arroganz muß jemand gepudert sein, der soetwas von sich gibt. Wie Weimer selbst schreibt, weiß er eben nicht, was hinter den Kulissen zwischen Trump und Trudeau gesprochen wurde. Die „vier Schritte“, mit denen der kanadische Jungspund den US Präsidenten „gezähmt“ haben soll, hat Weimer einfach erfunden.

Aber das ist gar nicht der Punkt. Sondern der Umstand, daß irgendein deutscher Schreiberling (ja, auch ich bin einer, und im Vergleich zu Weimer ein Nichts) meint, er könne über den Präsidenten der – noch – bedeutendsten Nation der Erde urteilen. So ein bayerischer Verleger hält sich für befähigt, Fehler eines Staatschefs zu erkennen und für berufen, sie uns zu erklären. Und er wähnt sich so erhaben, daß der US Präsidenten für ihn nur ein rotznasiger Schulbub‘ ist. So freilich denkt nicht nur Weimer, diese Überheblichkeit schallt uns aus allen Kanälen entgegen.

Wir wissen nicht, ob Trudeau Trump eingeseift hat oder andersherum. Wir wissen nicht, ob es zwischen beiden einen Deal gab, nach dem man dann einvernehmlich vor die Presse trat. Was doch wohl das Wahrscheinlichste jedes politischen Hinterzimmertreffens ist. Wir wissen nicht, ob Trump sehr wohl zwischen Fassade und Taktik zu unterscheiden vermag – weil wir uns immer berufen fühlen, die Fassade zu bewerten. Politik aber besteht sicher nicht nur aus Fassade, sondern eben auch aus ganz viel Hinterzimmer.

Ich behaupte nicht, den amerikanischen Präsidenten durchschaut zu haben. Was von seinen Entscheidungen ein Fehler war und was nicht, wird die Geschichte zeigen. Nicht ein Herr Weimer und nicht ein Herr Oppermann (oder sowas). Aber ich weiß, auch aus meinem Job, daß hinter den sichtbaren Entscheidungen meist viele unsichtbare Prozesse stehen. Und bevor die Geschichte es tut, sollte niemand sich großmäulig ein Urteil anmaßen, der diese Prozesse nicht hinreichend genau kennt. Gerade die Würstchen, die über den Bullen reden, sollten die Weisheit der Indianer bedenken:

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.

Im Deutschlandfunk sind 140 Zeichen noch zuviel

Posted in Medien by Verfasser on 16. 2. 2017

Das war mal wieder so ein typischer Deutschlandfunk, die Gesprächsrunde „Kein Frieden in Sicht – Die Ukraine drei Jahre nach dem Euromaidan“ (Deutschlandradio 15.2.2017 19h15). Typisch, weil suggestiv von „Euro“-Maidan die Rede, so als habe es sich bei dem blutigen Aufstand um einen proeuropäischen – und damit jedenfalls gerechtfertigten – Freiheitskampf gehandelt. Dabei ist längst bewiesen, daß es beim Maidan um Europa nur nebenbei ging.*

Und typisch, weil Niels Annen zu Beginn, natürlich (!) auf Trump zielend, erklärte, die Welt sei zu kompliziert, um sie in 140 Zeichen darzustellen. Aber die Runde dann, die Ukraine betreffend, gleich sogar mit nur 16 Zeichen auskam: „Putin ist schuld“. Herrn Annen halten wir freilich zugute, daß er sich getreu seines Postulats „Die Welt geht nicht in Twitter“ auch hier um Differenzierung bemühte.

__________
* Einer von der Heinrich-Böll-Stiftung zitierten Studie zufolge war die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU zu Beginn der Proteste nur eine von sechs – bei insgesamt zehn – Forderungen, die von einer Mehrheit der Demonstranten getragen wurde. Am Ende der Proteste sank hier die Rate sogar auf unter die Hälfte. Es ging um „Gegen Janukowytsch“, nicht um „Für Europa“. Und wo das Assoziierungsabkommen eine Rolle spielte, war das vielleicht auch nicht wegen der EU an sich, sondern wegen der Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung. (So wie ja auch kaum einer der sogenannten Flüchtlinge sich Deutschland zum Ziel nimmt wegen der demokratischer Werte oder Frauenrechte.)

Der Hohe Priester Heribert Prantl

Posted in Medien by Verfasser on 15. 2. 2017

Ich weiß nicht ob wegen, aber jedenfalls mit Heribert Prantl (seit 2011 einer der Chefredakteure) hat sich die Süddeutsche Zeitung über die Jahre zu einem der vielen austauschbaren Blättchen gewandelt mit hoher Reichweite, hoher Moral und hohem Anspruch, das Volk zur richtigen, also linksliberalen Gesinnung zu erziehen. Nicht von ungefähr kursiert im Netz das Schlagwort von der „Prantl-Prawda“.

Wenn ich Prantl lese oder in Talkshows reden höre, dann spüre ich, mit welcher Inbrunst und Leidenschaft er sich, da im Besitz der alleingültigen Wahrheit, berufen fühlt, diese dem Volk nicht nur zu verkünden, sondern es dazu zu bekehren. Die Menschen müssen glauben, was er weiß. Natürlich ist er ein glühender Verfechter der Willkommenkultur und ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Böse – in Gestalt von Putin, der AfD und Trump.

Ich frage mich, ob es besser wäre, Prantl wäre Richter geblieben anstatt zum Journalismus (oder dem, was er dafür hält) zu wechseln. Dort hätte er mit seiner gefühlten Berufung einzelne Existenzen vernichtet, das aber jeden Tag. Hier indoktriniert er Hundertausende und trägt damit bei zur Gefahr sozialer Unruhen, Aufstände und letztlich sogar Kriege.

Die Bürger in Europa hätten das auch gern

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik by Verfasser on 12. 2. 2017

Auch wenn man es aufgrund der hämischen Artikel in unserer Presse glauben mag: Es sind beileibe nicht viele, schon gar nicht die meisten Richter in den USA, die Trump’s neunzigtägigen Einreisestop für Bürger bestimmter Staaten ablehnen. Wenn wir aber unsere bundesdeutschen Medien verfolgen, verurteilt – auf’s Entschiedendste! – das Dekret des US Präsidenten jedenfalls jeder Deutschen (sofern nicht AfD Anhänger) und eigentlich jeder Europäer.

Hm – geben unsere „Qualitätsjournalisten“ damit die Stimmung im Land oder ihre eigene, freilich als Richtschnur verordnete edle Gesinnung wieder? Denn der Aussage

Eine weitere Einwanderung aus vorwiegend muslimischen Ländern sollte gestoppt werden

stimmen mehr als die Hälfte (!) der Bürger Europas zu. So jedenfalls eine Umfrage des britischen Instituts Chatham House in zehn Ländern Europas. Darunter auch Deutschand, das mit fast 60% Zustimmung und weniger als 20% Ablehnung sogar noch über dem europaweiten Durchschnitt lag.

Neulich, in San Francisco (USA)

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 10. 2. 2017

Canby: „Es kann doch nicht angehen, wie dieser Mister Trump unsere ehrenwerten Kollegen zu maßregeln versucht. Ich finde, wir sollten dem Burschen einen Denkzettel verpassen: Wir werden seiner Berufung nicht stattgeben. Sind wir uns einig?“

Friedland: „Klar, den Kerl machen wir fertig. Wenn wir zusammenhalten, dann hat der doch überhaupt keine Chance, der Sack!“

Canby: „Bitte, nicht so emotinal, liebe Kollegin. Was meinen Sie, Richard?“

Clifton: „Hm, gut. Ich bin dabei. Aber nur weil ich finde, Richterschelte, und dann auch noch über Twitter, das dürfen wir nicht einfach so hinnehmen.“

Canby: „Sehr schön. Dann an die Arbeit. Egal was seine Anwälte jetzt vorbringen – Wir sind lange genug dabei,“ (er zögert kurz, als sein Blick auf Friedland fällt) „um zu wissen: Es gibt immer zwei Seiten und mit jeder kann man gewinnen. Wir müssen gewinnen. Ich will nicht als Verlierer in den Ruhestand gehen!“

The Actors:

Judge William Canby Junior, 85. Vom demokratischen Präsidenten Jimmy Carter ernannt, gehört selbst der Partei der Demokraten an.

Judge Richard Clifton, 66. Vom republikanischen George W. Bush eingesetzt. Arbeitete für die republikanische Partei im – vorwiegend demokratischen – Hawaii. Von sich selbst sagt er, keine ausgeprägte politische Einstellung zu haben.

Judge Michelle Friedland, 44. Ernannt vom demokratischen Präsidenten Barack Obama. Den Demokraten nahestehend.

Die Gefahr sind die Weißen Ritter

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 9. 2. 2017

Hunderttausende, ja nach Gesprächen im Bekanntenkreis vermute ich sogar: Millionen Deutsche sehen in Donald Trump einen blindwütigen, rassistischen Irren, einen Diktator, dessen Finger nervös über dem Starterknopf für die Atomraketen zucken. Sie sind aufrichtig überzeugt davon, nicht wenige gehen sogar auf die Straße und rufen zur Rettung der freien Welt auf – und zur Beseitigung des demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten.

Aber warum? Weil die Medien unisono genau dieses Bild von Trump malen. Die Deutschen glauben, Trump zu kennen. Aber sie wissen nichts über ihn als das, was ihnen grotesk empörte Journalisten erzählen. Und das stimmt halt nicht. Es ist ein Zerrbild.

Das könnte man herausfinden. So wie Lizzy Stender hier. Oder ich selbst, als ich zum Beispiel die autorisierte Mitschrift von Trump’s erster Pressekonferenz nach der Amtseinführung recherchierte. Immer wieder, gerade bei besonders schrillem Kläffen unserer medialen Geifergriffel, bemühe ich mich, an den Originalton des Präsidenten zu kommen. Und finde nicht viel Übereinstimmung, insbesondere wenn ich den Kontext betrachte.

Aber für solche mühselige Recherche hat der seinem Tagwerk nachgehende Bürger nicht die Zeit – und oft auch nicht die Sprachkenntnisse. Dafür sind „eigentlich“ die Medien da. Doch einmal mehr verweigern sie sich dem Auftrag sachlicher Information. Das ist ihnen wohl zu banal. Stattdessen bauen sie mit ihrer – für den durchschnittlichen Rezipienten nicht als solche erkennbaren – Propaganda gezielt ein Feindbild auf.

An diesem Beispiel zeigt sich, wie gefährlich Medien sind: Sie formen das politische Bewußtsein im Land. Und wenn sie erzählen, was so nicht stimmt, es aber alle und immer wieder tun (mögen sie sich dabei auch noch so edel und gut fühlen), dann haben die Menschen keine zumutbare Möglichkeit herauszufinden, daß dies „fake news“ sind. Das, und nicht etwa ein paar g’spinnerte Posts auf Facebook, kann Unruhen im Volk heraufbeschwören.

Im Falle Trump’s gilt dies natürlich besonders für die USA. Denn das Phänomen der im Dienst des – vermeintlich – Guten und Gerechten fakenden Medien ist auch dort verbreitet (man erinnere sich an die Berichterstattung im Wahlkampf). Zwar gibt es da noch einzelne reichweitenstarke Stimmen, die ihrerseits für „das Böse“ faken. Aber beispielsweise der absurde „Women’s March“ zeigt, wie es beim Britischen Spiked heißt: „If you’re against Trump, anything is possible„. Und das liegt nur insofern an Trump, als daß eben er es ist, gegen den ein Heer von Journalisten gerade einen missionarisch beseelten Privatkrieg führt.

Tagged with: , ,

Anatolisches Wintermärchen

Posted in Politik, Verschaukelt, Verschwörungstheorie by Verfasser on 2. 2. 2017

„Verehrter Herr Präsident, was Sie hier in Ihrem eigenen Land machen, da will ich mich gar nicht einmischen, das ist doch Ihre Sache. Das geht mich ja gar nichts an. Aber bitte verstehen Sie, ich muß nachher vor den Kameras etwas sagen wegen der Sache mit den Verhaftungen, dem Parlament und so. Das erwarten alle, und wenn ich es nicht tue, dann wird nachher noch viel, viel mehr darüber geredet, wird noch viel mehr auf die Türkei geschaut. Und für mich selbst sähe das auch nicht gut aus, Sie wissen doch, wie die alle schon reden. Sie wollen, verehrter Herr Präsident, nach unseren Wahlen doch nicht lieber mit Martin Schulz zu tun haben?“

„Gut, Frau Merkel. Dann sagen Sie da was – aber ich warne Sie: Wenn das aus dem Ruder läuft, wenn das so aussieht, als würden Sie versuchen mich zu belehren, dann verliere ich die Geduld. Dann schicke ich Ihnen die Flüchtlinge, mir reicht jetzt schon, was ich mir ständig anhören muß. Ich bin der Präsident und das ist mein Land, über das Sie da reden! Und deshalb werde ich dann auch etwas für die Kameras haben: Nämlich, daß wir hier in der Türkei von niemandem Ratschläge brauchen. Verstanden?“

Und nachdem das – unter Ausschluß jeglicher Öffentlichkeit – geklärt ist, treten Recep Tayyip Erdogan und Angela Merkel vor die Kameras und sagen, was sie gesagt haben, daß sie sagen werden. Und unsere Medien sowie der Herr Seibert bejubeln die Kanzlerine dafür, daß sie unmißverständlich die Frage der Menschenrechte in der Türkei angesprochen habe. Daß sie selbstverständlich nicht dem einen – Erdogan – durchgehen lasse, wofür sie den anderen – Trump – in die Schranken verweise.

Kutcher besser nach Deutschland?

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 31. 1. 2017

Hollywood, Verleihung der „Screen Actors Guild Awards“. Ashton Kutcher macht sich – unfreiwillig, aber beifallsgekrönt – zum Komiker, indem er angesichts des Trump’schen Dekrets zum Einreisestop brüllt:

Good evening fellow SAG-AFTRA members and everyone at home – and everyone in airports that belong in MY AMERICA.

Warum „gehört“ ein am Flughafen festsitzender Somalier oder ein Sudanese in „sein“ Amerika? Wie kann Kutcher das entscheiden? Warum ist es überhaupt „sein“ Amerika?

Ja, der Bub‘ tut sich leicht: Er hat sich für 11 Millionen US-Dollar eine Residence in Hollywood gekauft. Kein Staatsangehöriger eines Landes auf der Trump-Liste wird auch nur in die Nähe der Mauern (!) um das Anwesen gelangen. Kutcher hat übrigens vermutlich noch nie einen leibhaftigen Jemeniten gesehen (er würde nur Mexikaner als Putzkraft oder Gärtner beschäftigen). Und von einem Terroranschlag auf Hollywood-Schauspieler haben wir auch noch nichts gehört.

Beste Voraussetzungen also, um sich nach Meryl Streep’s Tränenflut nicht lumpen zu lassen und vor der versammelten Öffentlichkeit den edlen Ritter, den Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit zu mimen. Sowas kann er, das ist sein Beruf. Und es tut ihm ja nicht weh. Im Gegenteil, auf der Leinwand gibt’s immer etliche Millionen Dollar dafür.

Silicon Valley: Sorge um Nachwuchskräfte aus Somalia

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 31. 1. 2017

Trump’s Einreiseverbot mag kindisch sein. Die Reaktionen darauf aber umso mehr. Je schriller, desto eher von jenen, die den Text des Dekrets gar nicht gelesen haben, sondern ihr „Wissen“ von den bundesdeutschen „Qualitätsmedien“ beziehen – die wiederum den Text auch nicht gelesen zu haben scheinen.

Ich werde wohl noch weitere Beispiele bringen, fangen wir hiermit an:

Das „Silicon Valley“ sei sehr besorgt, heißt es. Beispielsweise schreibt Mobilegeeks.de unter dem Titel „Google, Facebook und Co gehen auf die Barrikaden“ (was angesichts der tatsächlich erfolgten Reaktionen eher Stimmungsmache ist):

Die hellsten Köpfe der Branche stammen oft eben nun mal nicht ursprünglich aus den USA, sondern sind zugereist, teilweise selbst als Flüchtlinge. Das Paradebeispiel ist Apple mit seinem viel zu früh verstorbenen Mastermind Steve Jobs, der Sohn syrischer Flüchtlinge ist. Satya Nadella (Microsoft) und Sundar Pichai (Google) stammen gebürtig aus Indien, Sergey Brin – Google-Mitgründer – flüchtete damals mit seinen Eltern aus der Sowjetunion.

Syrien steht auf der Liste, ja. Nicht aber Indien, nicht die Sowjetunion. Was soll das also? Wieviele dieser „hellsten Köpfe“ im Silicon Valley – bei Apple, Google oder Microsoft – sind denn bitteschön aus dem Jemen, Somalia oder Sudan gekommen oder werden dort dringend gesucht? Da wird aus einer Mücke ein Elephant gemacht, damit man sich jetzt schick empören kann.

Sogar der syrische Vater von Steve Jobs hätte wohl noch einreisen dürfen, wenn wir diesen unsinnigen Vergleich aufnehmen wollen. Nur eben nicht sofort. Trump hat kein „Einreiseverbot“ verfügt, sondern die Einreise – vorerst – für eine Zeitdauer von 90 Tagen ausgesetzt (englisch: to suspend).

Übrigens adelt Sorgfalt nicht nur bei der Beurteilung des Dekrets, sondern auch bei der Wiedergabe der Biographie: Steve Jobs war nicht „Sohn syrischer Flüchtlinge“, wie es sich so schön dramatisch liest (ich unterstelle da keine Absicht?), sondern eines syrischen Einwanderers und einer Amerikanerin deutsch-schweizerischer Abstammung.