ructo…

Merkel’s Arm nach Ungarn

Posted in Politik by Verfasser on 6. 6. 2017

Ich habe mich dieser Tage mit einem Ungarn unterhalten. Zwar spreche ich kein Ungarisch, er aber gut Deutsch – er kommt durch seinen Job viel herum in der Welt. Es war ihm, was mich überraschte, ein spürbares Bedürfnis zu erfahren, ob ich als Deutscher wirklich der Ansicht sei, sein Staatspräsident Orban sei der Schurke, als der er in den deutschen Medien hingestellt wird. Der europäisches Recht bricht anstatt sichert, weil er Migranten zurückweist.

Soweit reicht Merkel’s Arm also schon, daß er die Bürger souveräner Staaten in der Europäischen Union verunsichert!

Nein, konnte ich dem Ungarn versichern. Wenn Orban seine Grenzen gegen Migranten aus sicheren Drittstaaten verschließt, dann vollzieht er geltendes europäisches Recht und bricht es nicht etwa. Nicht Orban begeht da die Rechtsverletzung, sondern Merkel.

Doch so eindeutig das ist – in Brüssel wird das eben anders gesehen. Korrigiere: Gesehen nicht, aber gesagt. Anstatt Merkel auszugrenzen, verunglimpft man Orban. Ein schäbiges Schauspiel.

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Es gibt sie noch!

Posted in Politik by Verfasser on 25. 8. 2016

Vor etwa einer Woche fuhren wir in Ungarn auf der Autobahn nach Osten. Auf dem Standstreifen unserer Fahrbahn marschierten gen Westen drei sehr junge und sehr dunkelhäutige Männer mit sehr kleinem Gepäck. Wir sind ja häufiger da unterwegs, und früher waren das Scharen, damals auch Frauen und Kinder darunter.

Aber auch die Drei hier waren recht offensichtlich nicht etwa heimische Zigeuner – es gibt viele Sinti und Roma in Ungarn – mit Autopanne. Da war weit und breit kein Auto mit Panne. Es waren allerdings nur noch wenige Kilometer zum Grenzübergang Hegyeshalom, beziehungsweise Nickelsdorf, wie es dann auf österreichischer Seite heißt. Da würden sie schon einen Durchschlupf finden, die Österreicher kontrollieren im Grunde ja „nur“ die Fahrzeuge an der Autobahn und der Bundesstraße (bis zu drei Stunden Wartezeit bei der Ausreise aus Ungarn an diesem Tag, laut Verkehrsfunk und Augenschein auf der Gegenfahrbahn).

Meine Begleiterin wunderte sich, daß die Drei keine Sorge zu haben schienen, vom Rendőrség (der patroullierenden Polizei) eingesammelt zu werden. Aber einerseits ist Autobahn gut, da kann man sich nicht verlaufen. Und andrerseits denke ich, da wird es wohl unter der Hand ein Dekret von höchster Stelle geben: Nicht anfassen! Sonst muß sich ja Ungarn um die Kerle kümmern. Dabei sind die doch nur „auf Durchreise“ nach Österreich (und weiter nach Deutschland). Und schon ist Ungarn sie los – ganz ohne Gedöns.

Die Bilder aus Ungarn – und die Fragen, die sie aufwerfen

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 4. 9. 2015

Fernsehbilder aus Ungarn. Flüchtlinge werfen sich auf die Eisenbahngleise, wehren sich schreiend gegen die Polizisten, die sie wegtragen wollen. Der Reporter spricht emotional von „verzweifelten“ Menschen – und die sehen tatsächlich so aus. Aber halt, irgendetwas stimmt an der Szene nicht.

Das sind doch Menschen, die aus ihrer Heimat, sei das Syrien oder anderswo, geflohen sind. Vor einem tödlichen Bürgerkrieg oder vor politischer Verfolgung. Sie haben den Weg über Serbien, ein EU-Beitrittskandidat, nach Ungarn geschafft – seit über zehn Jahren Mitglied der EU. Sollten sie da nicht erleichtert sein und sich sicher fühlen vor den Bedrohungen in ihrer Heimat? Warum also diese dramatischen Bilder von kämpfenden, schreienden, weinenden Menschen?

Ach so, die wollen nicht in Ungarn bleiben. Die wollen – über Österreich – nach Deutschland! Die wollen das so sehr, daß sie sich gebärden, also sollten sie in Ungarn in Straflager verbracht werden wo sie am Ende vielleicht größeren Gefahren ausgesetzt und mehr Qualen zu erdulden hätten als in ihren Herkunftsländern. Nun geht zwar das Ungarn unter Orban offensichtlich nicht gerade zimperlich mit bestimmten Volksgruppen um (wie übrigens viele osteuropäische Staaten). Aber das, was diese Flüchtlinge dort zu erwarten hätten, paßt doch nicht zu der tiefen Verzweiflung, mit der sie sich gegen den Verbleib im Land wehren?

Wollen sie dem Bürgerkrieg entkommen oder wollen sie nach Deutschland? Sicher schließt das eine das andere nicht aus. Aber was offenbart sich dann da für eine Motivation? Und wie gut verträgt sich die mit der Aufnahmebereitschaft hierzulande?

(Wir halten die obigen Zeilen nicht für zynisch angesichts des in allen Medien ausgeschlachteten Bildes des an die Küste angespülten Flüchtlingskindes. Obgleich es sich jeweils um Flüchtlinge handelt, haben die beiden Situation doch nicht das geringste miteinander zu tun.)

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Nicht nur Griechenland, auch Ungarn hat zu kuschen

Posted in Politik by Verfasser on 2. 2. 2015

Ja, so kennen wir unsere Kanzlerette. Andere Regierungschefs maßregeln und auf Linie einschwören. So etwa den Orbán in Ungarn. Sie mahnt ihn, die Meinungsfreiheit zu achten. Und betont, in der Ukraine-Krise müsse Europa geschlossen auftreten. Will heißen, stramm der Linie folgen, die Deutschland vorgibt. So weit kann die Meinungsfreiheit ja dann auch nicht gehen, daß einzelne Länder – Griechenland, Ungarn – bei soetwas eine andere Meinung vertreten. Oder wenn jemand, wie Orban, die automatische Gleichung „Demokratie = gut und edel“ infrage stellt (wobei seine Motivation zwar durchschaubar ist, aber der Kritik nicht ihre Berechtigung nimmt).