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Der verkehrte Lemming

Posted in Exil by Verfasser on 28. 6. 2017

Dies ist mein letzter Beitrag hier. Ich mache zu. Ich habe in bald zehn Jahren (bin selbst überrascht) knapp 1.500 Beiträge geschrieben und noch etwa 400 als unvollendete Entwürfe stehen. In dieser ganzen Zeit ist nichts besser – so wie ich „besser“ verstehe – geworden. Im Gegenteil.

Natürlich kann ich mit diesem Blog, einem unter ‚zig Millionen, auch nichts bewirken. Ich komme am Tag selten auf mehr als 15 Leser. Fünfzehn! Und die sind entweder ohnehin überwiegend meiner Meinung, oder sie haben sich nur verirrt, klicken kopfschüttelnd weiter. Überzeugt habe ich vermutlich: niemanden. Aber warum auch? Vielleicht liege ich ja ganz falsch. Ja, so muß es sein, denn alle machen mit bei dem, was ich falsch finde. Ich bin also der Geisterfahrer. Ich bin der eine verkehrte Lemming.

Ich habe mir ein neues Projekt vorgenommen, das mich aus Deutschland wegführen wird. Es ist nicht mehr lange bis dahin, und ich muß noch sehr viel vorbereiten. Deshalb sind zuletzt hier immer weniger neue Beiträge entstanden. Meine Prioriäten haben sich verschoben. Und so wütend ich immer wieder war (und noch bin) über all‘ das, was in den Artikeln hier zu lesen ist, so sehr freue ich mich jetzt darauf, das hinter mir zu lassen. Aufzuatmen.

Volker Beck weiß das nicht

Posted in Gesellschaft, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 28. 6. 2017

An sich wollte ich einen Beitrag über den Schwachsinn „Ehe für alle“ schreiben, wie sie jetzt kommt. Kommt, weil die, die das fordern, nämlich SPD, Grüne und Linke, zusammen 320 Sitze im Bundestag haben, die Union „nur“ 309. Ich wollte darlegen, daß Ehe nun einmal die Verbindung von Mann und Frau ist, wie – na, wie Wurst ein Produkt aus Fleisch (weshalb es eben keine vegetarische Wurst geben kann). Ich wollte über die Gefahren für die Psyche eines Kindes schreiben, das nun von solchen Paaren adoptiert und großgezogen werden darf. Und auf die noch kaum thematisierten mittelfristigen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hinweisen. Ich wollte kritisieren, daß da ganz ohne Not ein Gesetz für 2% der Bevölkerung gemacht wird, mit dessen Folgen 98% leben müssen.

Ich lasse es. Es hat keinen Sinn. Es ist niemand mehr da, der sich dem ganzen Irrsinn entgegenstellt. Jeder weiß, daß es falsch ist (gut, Volker Beck weiß das nicht) und dennoch macht jeder mit.

Und bitte: Keinesfalls nur hier.

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Stammtischgespräche (Folge 13)

Posted in Stammtisch by Verfasser on 28. 6. 2017

Jetz schau’n mer erscht amoi, ob’s den Schmarrn mit dera „Ehe für alle“ ned nach da Wahl glei wieda kassier’n – vo wegen Rücksicht auf de muslimische Mitbürger.

Neulich, am Stammtisch nebenan…

Sorry, aber der Özdemir widert an

Posted in Politik by Verfasser on 17. 6. 2017

Cem Özdemir „würdigt“ Helmut Kohl – hier bei Youtube zu sehen. Was auch immer Kohl für Deutschland zu verantworten hat, diese verlogene Schmonzette hat er nicht verdient. Warum Özmedir übrigens bei einem Nachruf – trotz Mikrophon – schreien muß? Und zu jedem einzelnen Wort seine Hand wie ein Fallbeil herniedersausen läßt?

Genau so verdient

Posted in Gesellschaft, Politik by Verfasser on 14. 6. 2017

Es ist unbegreiflich genug, daß der fälschlich sogenannte Justizminister Heiko Maas ein Gesetz erarbeiten ließ, das offensichtlich gegen geltendes Europarecht verstößt und die Meinungsfreiheit verletzt. Das sage nicht ich, sondern der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages in zwei Gutachten* sowie der Sonderbeauftragte der UN für die Meinungsfreiheit**. Schließlich hat nicht nur Maas selbst Rechtswissenschaften studiert, sondern auch diejenigen, die in seinem Auftrag diesen Gesetzentwurf erarbeiteten. Das bedeutet, sie alle wissen, daß sie gesetzeswidrig handeln. Im Justizministerium. Wie soll man das einem Bürger dieser Republik erklären?

Gar nicht. Denn es ist sowohl Maas als auch der ihn theoretisch beaufsichtigenden Kanzlerine – als auch dem Bürger egal. Und so wird das den gewohnten Weg gehen: Das Gesetz wird vor der Sommerpause – und vor der Bundestagswahl – durchgepeitscht, Bundestag und Bundesrat stimmen mehrheitlich zu, obwohl da fast jeder weiß, daß der Entwurf gegen geltendes Recht verstößt. Nach der Wahl klagt dann irgendwer, irgendwann landet es vor’m Bundesverfassungsgericht und das spricht eines der sattsam bekannten Voßkuhle’schen „Ja aber“-Urteile. Es wird ein bißchen herumgefeilt (statt 50 Mio Euro Strafandrohung nur 25 Mio?), aber im wesentlichen bleibt’s. Die EU und die UN halten sich bedeckt – es geht ja schließlich um Deutschland, nicht um Ungarn oder Polen.

Und der Bürger gewöhnt sich schnell an, was er posten darf und was nicht. Katzenvideos und Photos vom eigenen Essen (aber bitte kein Fleisch!) sind OK, ansonsten eben, was die tagesschau gemeldet hat.

Ja, werte Mitbürger – dann habt Ihr das auch genau so verdient.

__________
* Gutachten vom 29.05.2017: PE 6 – 3000 – 32/17, „Der Entwurf des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes – Vereinbarkeit mit dem Herkunftslandprinzip“ sowie Gutachten vom 12.06.2017: WD 10 – 3000 – 037/17, „Entwurf eines Netzwerkdurchsetzungsgesetzes – Vereinbarkeit mit der Meinungsfreiheit“

** http://www.ohchr.org/Documents/Issues/Opinion/Legislation/OL-DEU-1-2017.pdf

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Frieden im Land!

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 13. 6. 2017

Im ORF wird berichtet, daß die ägyptische Regierung immer mehr mißliebige Internet-Portale sperrt. Die sollten mal bei unserem Justizminister hospitieren, der stellt das eleganter an. Der sperrt nicht, der läßt die Betreiber störende Beiträge einfach zügig entfernen – sonst gibt’s was hinter die Löffel (50 Millionen Euro Strafe nämlich)!

Das Ergebnis ist dasselbe, „Es herrscht wieder Frieden im Land!„, aber die Bundesregierung hat sich die Hände nicht schmutzig gemacht.

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Empörend: Syrischer Flüchtling kennt Assad!

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 13. 6. 2017

Ja, es ist wieder soweit. Neben der Gesinnungsdiktatur und der Zensur holen wir das nächste Instrument totalitärer Staaten hervor, die Sippenhaft. (Tief graben mußten wir nicht, nicht einmal zwei Generationen zurück.)

Eine entfernte Verwandte des syrischen Präsidenten – eifrige Medienkonsumenten wissen: Machthaber, Diktator, blutrünstiger Schlächter, Massenmörder – hat in Deutschland einen Asylantrag gestellt. Für die Welt eine Skandalschlagzeile „Assad-Verwandte lebt in Flüchtlingsunterkunft in NRW“. Und weiter: „Der Landrat des Kreises zeigte sich gegenüber der Zeitung empört darüber, daß die Behörden vorher nicht über den familiären Hintergrund aufgeklärt worden waren.“

Die Frau ist, berichtet die Welt, die Witwe eines Cousins von Präsident Assad. Angeheiratet also, noch weiter entfernt kann eine Verwandschaft kaum sein. Doch selbst wenn es seine Schwester wäre – belegt das folglich ihre Schuld an dem, was wir – mit dem Nahen Osten überaus vertrauten! – Deutschen Assad selbst vorwerfen? Ist der Landrat demnächst auch empört, wenn er einen sogenannten Flüchtling aus Syrien zugewiesen bekommt, der Assad schon einmal persönlich gesehen hat?

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Posted in Medien, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 8. 6. 2017

Dreihunderteinundfünfzig Haftbefehle gegen Islamisten sind derzeit nicht vollstreckt. Allerdings „werden nur einem kleinen Teil der Gesuchten Taten mit einem terroristischen Hintergrund vorgeworfen“, meldet die tagesschau (ab 7’40“).

Ja toll! Da können wir nun also beruhigt sein. Sind doch nur so ein paar, die sich zum Selbstmordattentäter qualifiziert haben, da muß man sich nicht wirklich Sorgen machen. Die meisten sind eh‘ bloß Vergewaltiger, Räuber, Schläger und Drogendealer.

Für diejenigen, die angesichts dieser Nachricht nicht erbost vom Fernsehsessel aufspringen: „Haftbefehl“ bedeutet, diese Menschen sind rechtskräftig verurteilt. Ein Gericht hat – selten genug bei dieser Tätergruppe! – ihre Schuld festgestellt. Und es sind nicht irgendwelche „Nafris“, es sind konkret Islamisten, also erwiesenermaßen fanatische, radikalisierte Moslems.

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Welby und Käßmann zum Fremdschämen

Posted in Gesellschaft by Verfasser on 8. 6. 2017

Berlin ist wie Manchester eine Stadt, die zeigt, daß Liebe den Haß überwinden kann.

So zitiert der RBB den anglikanische Erzbischof von Canterbury Justin Welby am Kirchentag. Das Thema ist ernst, ja tragisch. Deshalb sollte ein solcher schwülstiger Schwachsinn sich von selbst verbieten. Benebelt auch der christliche Glaube derart die Sinne?

Entschuldigung, aber dadurch, daß sich ein paar tausend Menschen an die Hände fassen und „Kumbaya My Lord“ singen, wird überhaupt nichts überwunden. Das sagt der gesunde Menschenverstand – und das zeigt die bittere Realität fortfolgender Terroranschläge.

Derlei entrückte Käßmann-Verse („Terroristen mit Beten und Liebe begegnen“) sind bestenfalls zum Fremdschämen peinlich, sie sind angesichts der Anschlagsopfer und der Trauer der Angehörigen zynisch – und sie ziehen das Christentum in’s Lächerliche.

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Das ist ganz einfach: Comey sagt die Wahrheit und Trump lügt

Posted in Medien, Politik by Verfasser on 8. 6. 2017

Vor einem Untersuchungsausschuß des US Senats belastet der von Donald Trump gekündigte ehemalige FBI Chef Comey den Präsidenten schwer.

So what, in jeder anderen Konstellation würde man sagen: Klar, der will sich doch jetzt nur rächen. Doch nicht so, wenn es um Trump geht, den Gottseibeiuns. Da kriegt jedes Wort des gedemütigten Comey das Gewicht der zehn Gebote! Und die Opposition in den USA sowie die für die Befreiung Amerikas und nebenbei der restlichen Welt zuständigen bundesdeutschen Medien saugen jeden Buchstaben gierig auf.

Protokolle habe er von den Geprächen mit Trump angefertigt. Also: Comey legt heute Texte vor, in denen er angibt, was Trump gesagt habe. Welche Beweiskraft sollen solche Aufzeichnungen haben? Ich könnte nach einem Telephonat mit meinem Finanzbeamten ein Protokoll aufsetzen, wonach der mir eine Steuererstattung in Höhe von zwanzigtausend Euro zugesagt habe.

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Kein Grund zum Jubeln

Posted in Forschung, Politik, Verschaukelt by Verfasser on 7. 6. 2017

Der neuen Version des Elektroauto Opel Ampera wird allüberall Jubel zuteil. Opel hat’s – sagt man – geschafft: endlich ein alltagstaugliches E-Mobil mit über 300 km Reichweite. Definiert man so „Alltagstauglichkeit“? Das einzige Auto, das ich je mit etwa dieser Reichweite hatte, war ein benzingetriebener Peugeot J7, gebraucht, zum Wohnmobil ausgebaut. Kleiner Tank und großer Verbrauch, ich hatte immer zwei 20 Liter Kanister „Reserve“ dabei. Das ist bald dreißig Jahre her. Seither verstehe ich unter „Reichweite“ etwas anderes.

Mit dem Opel Ampera könnte ich ohne nachzuladen keinen meiner Verwandten besuchen, sie wohnen alle mindestens knapp außerhalb dessen „Reichweite“. Klar, wenn es dann bald genügend Ladestationen an Autobahnen gibt, braucht es mit einer halben Stunde nur dreimal so lange wie das Betanken eines Verbrenners, um weiterzukommen. Macht bei dieser Schnelladefunktion freilich nur 80% voll – das sind dann wieder deutlich unter 300 km. Die gibt’s nämlich nur bei einer Ladezeit von stattlichen 20 Stunden!

Interessant finde ich als Ingenieur aber etwas anderes. Der Akku des Ampera wiegt fast eine halbe Tonne und macht damit mehr als ein Viertel des Fahrzeuggesamtgewichts aus. Dieser Ballast muß immer mit herumgeschleppt und bewegt werden, egal ob voll oder leer. In der Größe vergleichbare Benziner wiegen – vollgetankt – eben dieses Akku-Gewicht weniger. Solange es noch keine federleichten Akku gibt (die Tankfüllung eines Benziners kommt da auf ein Zehntel), sind Elektroautos also schon deswegen konzeptionell dumm.

Dazu kommt, daß sie auch keinen Deut dazu beitragen, Merkel bei „ihrem CO2“ zu helfen. Der Ampera will nicht nur geladen werden, wenn gerade die Sonne scheint oder der Wind weht. Deswegen verantwortet er effektiv 114 g CO2  je Kilometer und damit etwa genausoviel wie ein sparsamer Benziner derselben Größe (allerdings mit weniger PS).

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(alle technischen Daten und Verbrauchsangaben aus der ADAC Motorwelt und von mobile.de)

Merkel’s Arm nach Ungarn

Posted in Politik by Verfasser on 6. 6. 2017

Ich habe mich dieser Tage mit einem Ungarn unterhalten. Zwar spreche ich kein Ungarisch, er aber gut Deutsch – er kommt durch seinen Job viel herum in der Welt. Es war ihm, was mich überraschte, ein spürbares Bedürfnis zu erfahren, ob ich als Deutscher wirklich der Ansicht sei, sein Staatspräsident Orban sei der Schurke, als der er in den deutschen Medien hingestellt wird. Der europäisches Recht bricht anstatt sichert, weil er Migranten zurückweist.

Soweit reicht Merkel’s Arm also schon, daß er die Bürger souveräner Staaten in der Europäischen Union verunsichert!

Nein, konnte ich dem Ungarn versichern. Wenn Orban seine Grenzen gegen Migranten aus sicheren Drittstaaten verschließt, dann vollzieht er geltendes europäisches Recht und bricht es nicht etwa. Nicht Orban begeht da die Rechtsverletzung, sondern Merkel.

Doch so eindeutig das ist – in Brüssel wird das eben anders gesehen. Korrigiere: Gesehen nicht, aber gesagt. Anstatt Merkel auszugrenzen, verunglimpft man Orban. Ein schäbiges Schauspiel.

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Er ist weg! Wer ist weg? Der Schmerz ist weg!

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 6. 6. 2017

Eine Woche Urlaub. Außer Landes und kein Internet, keine Zeitung, kein Radio. Stattdessen einfache, harte Arbeit. Das ist wie Aspirin: Der Schmerz ist weg! Die ohnmächtige Wut auf die Politik und die Medien – weg! Und so schnell: Vom ersten Tag an.

Zurück zuhaus, wieder die Nachrichten: An sich immer dasselbe. Die Details variieren, aber das Grundmuster bleibt. Wieso habe ich das vorher nicht so gesehen? Jetzt ist der Scheidepunkt: Wieder aufregen, wieder wütend sein? Oder… mein Blick geht nach rechts, neben das Notebook. Was da ist? Dazu später.

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Mal wieder der Ausweis

Posted in Politik, Verschaukelt, Verschwörungstheorie by Verfasser on 25. 5. 2017

Du liebe Güte, das gibt’s doch nicht! Hat der IS den islamistischen Selbstmordattentätern bei Todesstrafe (Witz) vorgeschrieben, auf jeden Fall sicherzustellen, daß am Tatort ihr Ausweis – oder wenigstens ein vergleichbares Identitätsdokument – gefunden wird?

Jetzt haben sie in Manchester auch wieder den Ausweis des Terroristen entdeckt. Er sprengt sich, wie es so beharrlich wie unsinnig heißt, „in die Luft“, der eigene Körper zerfetzt wie die der 22 Opfer. Aber der Ausweis, der widersteht der Explosion. Wie an 9/11, wo Ermittler im kaum überschaubaren Trümmerfeld und Ascheregen die lediglich ein wenig angesengten Ausweise der Attentäter fanden.

Wenn verhindert werden soll, daß sich Leute finstere Verschwörungstheorien zurechtlegen, dann wäre es angebracht damit anzufangen, nicht an jedem Anschlagsort mit beeindruckender Regelmäßigkeit die Ausweise der Attentäter zu „finden“.

Die Kirche verleugnet die Schöpfung

Posted in Gesellschaft by Verfasser on 25. 5. 2017

Ist es nicht höchst befremdlich, daß die Kirchen in Deutschland zwar – die Worte Jesu „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ mißachtend – sich in die Politik einmischen, sich lärmend „gegen rechts“ engagieren und jeden, der nicht wenigstens einen abgelehnten und zur Abschiebung vorgesehenen Asylbewerber im Keller versteckt, exkommunizieren. Aber andrerseits kein, kein einziges Wort erheben gegen den absurden und eben jedem kirchlichen Verständnis widersprechenden Genderismus, der Abschaffung von Mann und Frau?

Timothy Garton Ash: Historiker oder Satiriker?

Posted in Politik, Verschaukelt by Verfasser on 25. 5. 2017

Es ist erschreckend zu sehen, wie naiv selbst honorige Wissenschaftler sein können. Der 61jährige britische Historiker Timothy Garton Ash erhält den Aachener Karlspreis „Für die Einheit Europas“. In seiner Dankesrede spricht er auch deutsch: „Ich persönlich finde es unglaublich bewegend, dass sich heute Flüchtlinge aus aller Welt nach Deutschland sehnen, als wäre es das Gelobte Land“.

„Bewegend“ ist das? Kann gerade ein Historiker tatsächlich so blind gegenüber der bereits evidenten Gefahr für die Gesellschaft und der gar nicht mehr zu bewältigenden Last für den Sozialstaat sein?

Ja, kann er. Vorausgesetzt, daß das nicht nur höflich war – immerhin ist er Brite. Denn Ash weiter: „Es ist doch wunderbar, daß Deutschland heute wie eine Insel der Stabilität, der Besonnenheit und der Liberalität aus einem Ozean des nationalistischen Populismus herausragt“. Das ist entweder unvorstellbar naiv – oder aber dermaßen dick zuckersüß aufgetragene Höflichkeit, daß es schon wieder an Beleidigung heranreicht. Dann allerdings: Bravo, Ash! Der Schulz und der Steinmeier klatschen begeistert Beifall. Und merken gar nicht, daß Du sie gehörig verar… hast.

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Die glauben das wirklich

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 24. 5. 2017

In Brüssel demonstrieren ein paar tausend Spinner gegen den Besuch von Donald Trump bei der EU. Er sei da nicht „welcome“, entscheiden sie – mal eben den Anspruch vertretend, für die ganze Stadt (1.1 Mio Einwohner), eigentlich natürlich für die ganze Europäische Union (510 Mio Einwohner) zu sprechen. Ich bin mir sicher, neun von zehn EU Bürgern geht Trump am A… vorbei, aber das nur am Rande bemerkt.

Diese Demonstranten „Spinner“ zu nennen ist offensichtlich begründet. Da haben die Organisatoren eigenem Bekunden zufolge einen wilden Haufen von Splittergruppen aus allen Ländern zusammenrufen müssen, um überhaupt auf eine nennenswerte Zahl zu kommen. Es stehen also Kämpfer für ein von jetzt ab unveränderliches Weltklima (allen Naturgesetzen zum Trotze) neben Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht wissen, ob sie nun Männlein oder Weiblein sind. Egal, selbstgestrickte Mützen in zum jeweiligen Lager passenden Farben gibt’s für jeden – Hauptsache es geht gegen Trump. Denn der ist der, nein: das Böse schlechthin. Wenn der endlich weg ist, gibt es nichts als Liebe und Frieden auf unserer Erde, die sich freiwillig nur noch um 1,49°C erwärmt, damit sie taktvoll die todbringende 1,5°C-Marke von Paris nicht reißt.

Das bei aller Lächerlichkeit Tragische daran ist: Die glauben das wirklich. Nicht etwa, weil sie nachgedacht oder gar geforscht hätten. Sondern weil das so oder so ähnlich alle großen Medien verbreiten. Diese verwirrten Seelen ziehen überhaupt nicht gegen Donald Trump in die Schlacht, sondern gegen das Zerrbild, das von ihm gezeichnet wird.

Das ist die Gefahr, die von den Medien ausgeht, und der Schaden, den sie – sehenden und zufriedenen Auges – mit ihren Hetzkampagnen anrichten: Einfältige Menschen, und davon gibt es viele, nehmen dieses Zerrbild für die Wirklichkeit und rüsten daraufhin zu einem fanatischen Kreuzzug. Der nicht selten gewalttätig wird. Sei es hier Trump, da die AfD, dort ein „Klimaleugner“ oder sowieso ein „Nazi“.

Zurück nach Brüssel. Seltsam ist, daß die Polizei zuerst rund 6.000 Teilnehmer der Demonstration zählte. Nach dem Ende der Verastaltung korrigierte sie plötzlich auf 9.000 . Wie das? Gab es da eine wohlwollende staatliche Stelle im Hintergrund, die der Meinung war, 6.000 gegen Trump sei einfach nicht genug angesichts des leibhaftigen Gottseibeiuns?

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Das muß man gar nicht kommentieren

Posted in Politik, Verschaukelt, Wir können nichts dagegen tun by Verfasser on 24. 5. 2017

Im Islam würden viele menschliche Werte sehr stark verwirklicht. Als Beispiele nannte er Gastfreundschaft und Toleranz.

So zitiert der Deutschlandfunk den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, eineinhalb Jahre nach Preisgabe unseres Staatsgebietes. Ihm zufolge steht also der Islam beispielgebend für ‚Toleranz‘.

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Stammtischgespräche (Folge 12)

Posted in Stammtisch by Verfasser on 24. 5. 2017

Sag amoi – wiaso hat jetz‘ unsa Innenminista Trauerbeflaggung überoi bei uns in Deutschland befohlen zwengs dene Tot’n in England? Und, woaßt scho‘, wenn der des jetz‘ jedesmal so macht – na kumma die Flaggen ja überhaupt nimmer hoch!

Eben erst, am Stammtisch nebenan…

Die getöteten Kinder

Posted in Gesellschaft, Medien by Verfasser on 23. 5. 2017

Nach dem Attentat in Manchester betonen alle Medien, daß auch Kinder unter den Toten waren. So wie bei Anschlägen im Nahen Osten oder bei ertrunkenen Migranten im Mittelmeer stets hervorgehoben wird, wenn es Frauen und Kinder unter den Opfern gab.

Gilt das Leben eines Mannes weniger als das einer Frau? Oder das eines Erwachsenen weniger als das eines Kindes? Sind ein Anschlag oder ein Unglück weniger tragisch, wenn es sich bei den Getöteten um erwachsene Männer handelt?

Wohlgemerkt: Auch mir geht der – durch was auch immer verursachte – Tod eines Kindes näher. Aber warum eigentlich? Weshalb sollte das Leben des einen Menschen weniger gelten als das des anderen? Und wenn wir das einmal so annehmen – wie ist die Abstufung, wo sind die Grenzen? 15jähriges männliches Anschlagsopfer weniger schlimm als 10jähriges weibliches? 30jähriger männlicher Toter weniger schlimm als 40jähriger weiblicher? Wäre es dann nicht folgerichtig irgendwann fast egal? Aber ab wann – bei einem 60jährigen Mann? Wer bestimmt das?

Hat jemand weniger „Recht auf Leben“, weil er schon mehr Lebensjahre hinter sich hat als ein anderer? Gibt es denn eine Art Anspruch auf eine bestimmte Lebenszeitspanne, und je näher der Mensch dem – statistisch gemittelten – Ablauf ist, desto geringeren Wert hat sein Leben?

Wer sich jetzt empört und diese Ausführungen zynisch nennt, den frage ich: Ist es nicht vielmehr zynisch, solche Vergleichsbewertungen anzustellen?

 

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