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Die Post – äh…

Posted in Gesellschaft, Verschaukelt, Wirtschaft by Verfasser on 28. 4. 2017

Die Deutsche Post verkündet, in der Logistik bis 2050 komplett emissionsfrei sein zu wollen. Das soll durch Effizienzsteigerung und insbesondere durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen geschehen. Jubelrufe, tosender Beifall aus Politik und Medien!

Einmal mehr werden wir in Sachen Energiewende – freilich bei weitem nicht nur da – für dumm verkauft.

Einserseits sollen ja bereits ab 2030 keine Pkw mehr mit Verbrennungsmotor zugelassen werden. Die Post will sich danach also für ihre Kleintransporter und Lkw noch satte 20 Jahre Zeit lassen.

Bemerkenswerter aber ist: Elektrofahrzeuge werden angetrieben von – äh, elektrischem Strom. Und woher kommt der? Aus – äh, Kraftwerken. Und aus was für welchen? Selbst die in dieser Hinsicht nicht unbedingt für Objektivität stehende Bundesregierung geht für 2050 noch von etwa 20% fossilen Energien aus (hier Seite 2 und hier). Wie realistisch das ist, lassen wir einmal hier außer acht. Heißt aber, daß die Transporter der Post faktisch selbst dann nicht emissionsfrei fahren, wenn man alle sonstigen Faktoren (Produktion, Wartung, Entsorgung) ignoriert und nur unmittelbar den Antrieb betrachtet.

Darüber hinaus ist – zumindest heute – Prinzip, daß die Transporter tagsüber ausliefern, also unterwegs sind, und nachts in der Halle stehen, also laden könnten. Nachts – äh, scheint aber keine Sonne, Photovoltaik als Erzeuger entfällt also komplett. Stattdessen müssen konventionelle Kraftwerke den Wind unterstützen oder, falls er eben nicht weht, sogar ersetzen. Bei der Versorgung aller Elektroautos, Beleuchtungen, Computer, Fernseher, Waschmaschinen, Aufzüge, Krankenhäuser und so fort.

Die vollmundige Ankündigung der Post ist also – äh, Quatsch.

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Für dumm verkauft

Posted in Gesellschaft, Medien, Politik, Verschaukelt, Wirtschaft by Verfasser on 30. 3. 2017

Eine große deutsche Bank verschickt einen zweiseitigen Brief an ihre Kunden. Darin teilt sie mit, daß ab sofort die Auszüge der Kreditkartenabrechnung nurmehr in einem Online-Postfach bereitgelegt und nicht mehr postalisch verschickt werden. Das geschieht, so wird ausführlich begründet, der Umwelt zuliebe. Von wegen Papier, Drucken und – man höre und staune – Belastung durch den Transport des Briefes.

Nur dumme Menschen werden glauben, daß es der Bank da um die Umwelt geht. Stattdessen spart sie eine stattliche Summe Geld ein, und darauf kommt es ihr an. (Nebenbei bürdet sie ihre bisherige Bringschuld nun dem Kunden als seine Holschuld auf.) Diese Einsparung gibt die Bank aber mitnichten an den Kunden weiter. Stattdessen erhöht sie, ohne in dem zweiseitigen Schreiben auch nur mit einem Wort darauf einzugehen, die Jahresgebühr der Kreditkarte noch um satte 33%.

Die Bank hält ihre Kunden entweder für dumm – oder hilflos. Rechnet jedenfalls nicht mit ernsthaftem Widerstand, der hier ja nur die Abkehr von diesem Geldinstitut bedeuten kann. Oder sie hofft vielleicht gerade darauf. Welche Bank will heute noch einen Privatkunden, der am Ende sogar noch ein bißchen Erspartes bei ihr deponieren möchte?

Ein anderer Fall: Wir haben uns ja daran gewöhnt, daß, wenn jemand seinem Kunden sagt, er habe die Preise „angepaßt“, er sie also erhöhte. Ein an sich schamloser Euphemismus. Besonders eindrucksvoll zelebriert das ein international aufgestellter Hersteller von Telekommunikationssystemen. Er hat für seine Vertriebspartner „die Rabattstruktur den Anforderungen des deutschen Marktes angepaßt“. Das, so sagt er, unter anderem aufgrund des „Feedback unserer Partner“. Also, der „deutsche Markt“ erfordert, daß die Händler künftig um bis zu einem Viertel geringere Einkaufsrabatte erhalten. Und das haben sie sich offenbar ausdrücklich so gewünscht?

Es macht mich wütend, wenn ich für dumm verauft werde!

Apropos „für dumm verkauft“. Es betrifft mich (als Mann) ja nicht, aber da gibt es diesen Werbeclip, in dem lauter elegant schwarzgekleidete zwanzigjährige Models um eine ebenso elegant schwarzgekleidete Mittfünfzigerin kreisen. Allesamt haben sie eine glatte und straffe Haut – weil sie, so erfahren wir, Collagen trinken. Jawohl: trinken! Daß es Prinzip der Werbung ist, einen für dumm zu verkaufen, wissen wir. Aber für wie dämlich hält so ein Pharmakonzern seine Kunden eigentlich, wenn er glaubt ihnen einreden zu können, daß in den Magen gekipptes Collagen die Gesichtshaut strafft?

Wollen wir wetten, die Leute kaufen das Zeug! Und zwar auch wirklich intelligente Menschen. Das eben ist der Punkt. Egal ob die Wirtschaft, Medien oder die Politik – sie alle verkaufen uns für dumm, tagaus, tagein. Während sie das früher noch einigermaßen geschickt verschleierten, geben sie alle sich zunehmend weniger Mühe. Warum? Weil sie sich gar nicht mehr anstrengen müssen. Wir machen doch auch so mit. Wir wissen’s besser, lassen uns aber dennoch gefallen, daß man uns in’s Gesicht sagt: Du kleiner blöder Vollidiot.

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Isch sage, wenn Du fertich hast!

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 18. 2. 2017

Das Handelsblatt spielt den Fall eines Euro-Austritts von Frankreich, im Falle des Wahlsieges von Marine Le Pen, durch. Für den Autor und alle Interviewten ganz klar eine Katastrophe – so als wäre das, was im Euro passiert, was die EZB aus hilfloser Verzweiflung treibt und plant, keine Katastrophe.

Das Blatt zitiert die Rating Agentur Standard & Poor’s „Wenn ein Emittent seine vertraglichen Verpflichtungen – inklusive der vereinbarten Währung – nicht erfüllt, würden wir das als Default [Zahlungsausfall; d Verf] werten.“ Um dann zu folgern „Im Falle Frankreichs wäre dies die größte formelle Staatspleite aller Zeiten.“

Ich verstehe nichts von Finanzpolitik. Aber für mich heißt das: Ob ein Staat „pleite“ ist, entscheidet nicht etwa seine tatsächliche Zahlungs(un)fähigkeit und -willigkeit. Sondern eine Einstufung durch drei Ratingagenturen. Macht sich irgendwer die Bedeutung dieser banalen Feststellung bewußt?

Am Hype verdienen

Posted in Politik, Verschaukelt, Wirtschaft by Verfasser on 3. 2. 2017

Ist Elon Musk, der Tesla Chef, ein „Öko-Pionier“, wie das Manager Magazin schreibt? Oder einfach nur ein gerissener Unternehmer. Dem das „Öko“ an sich höchst egal ist, der aber früh die Chance auf das große Geld gewittert hat, die sich mit dem Hype, ja mit der kostenlosen saatlichen „Verkaufsunterstützung“ bietet.

Dann muß er sich natürlich öffentlichkeitswirksam um die Erderwärmung sorgen. Schließlich verkauft er ja das – vermeintliche – Rezept dagegen.

Ich gehe jetzt einmal davon aus, daß Musk nicht dumm ist. Er weiß genau, daß Elektroautos: Strom brauchen. Und daß der meist dann geliefert werden muß, wenn das Auto übernacht in der Garage steht. Wenn keine Sonne scheint und vielleicht auch kein Wind weht. So daß konventionelle Kraftwerke gefordert sind. Nichts mit „Öko“. (Wogegen auch unter diesem Aspekt schwergewichtige und PS-starke SUV aus dem Hause Tesla sprechen.)

Musk hat früher erkannt, wo Volkswagen, Mercedes und die anderen erst nachziehen: Mit der „Elektromobilität“ ist das große Geld zu machen. Das ist nicht die Zukunft, sondern bloß Quatsch, eine Sackgasse, und das wissen Ingenieure und Manager natürlich alle. Aber heute läßt sich prima damit verdienen und später kann man sich verteidigen: Das hat doch die Regierung so gefordert!

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Wie die Hürden beim Hindernislauf

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 23. 12. 2016

Bankenkrise, aber hopplahopp: Banken-„Rettung“ – ‚zig Milliarden über Nacht (und sie dürfen genauso weitermachen). Griechenland-„Rettung“, ‚zig Milliarden Jahr für Jahr (und es funktioniert einfach nicht). Dazwischen noch Zypern-„Rettung“ (hat eh‘ keiner gemerkt). Griechenland und Italien (was haben wir über die Trilliarden Lire früher gelacht) mit derselben Währung wie Deutschland oder Finnland. Ein Land – wieder: Italien – mit Banken, denen Kreditausfälle in Höhe von einem Fünftel des Bruttoinlandsprodukts bevorstehen. Halbautomatische Staatsanleihenkäufe für ‚zig Milliarden kontinuierlich jeden Monat (ist ja nur Buchgeld). Immer neue Verträge mit Regeln, die wie die Hürden beim Hindernislauf sind: aufgestellt, um überwunden (oder eben umgerissen) zu werden.

Wenn ich mir das alles vor Augen halte, dann bin ich sprachlos, wie der Euro überhaupt so passabel dasteht im internationalen Währungsvergleich. Weshalb er nicht rangiert wie der albanische Lek oder der mauretanische Ouguiya. Aber man muß wohl ein kluger Finanzwissenschaftler sein, um das zu verstehen. Oder ein Politiker: Der versteht es zwar auch nicht, erklärt es aber dennoch.

Bilder aus dem wirklichen Leben

Posted in Gesellschaft, Medien, Wirtschaft by Verfasser on 10. 12. 2016

Auf der Achse greift Claudio Casula (Sohn eines italienischen Gastarbeiters!) ein paar Beispiele unserer herzschmerzig nugenden TV Unterhaltung heraus. Aber nicht nur dort retten immer öfter Zugewanderte oder Zuwanderungswillige (pc-deutsch: „Schutzsuchende“) den deutschen Seelenfrieden.

Es fällt auch auf, daß seit einiger Zeit vermehrt Dunkelhäutige, insbesondere Kinder, Werbeanzeigen und Prospekte bevölkern. Während das bei international tätigen Konzernen kaum verwundert (da wird, wo immer mit Ambiente und Kultur vereinbar, ja nur ein Photo gemacht und der Text in die jeweilige Landessprache übersetzt), so ist es doch merkwürdig bei ganz auf Westeuropa oder gar nur Deutschland beschränkter Zielgruppe. Doch sitzt da gerne mal ein „weißer“ Vater neben einer dunkelhäutigen und kraushaarigen Tochter auf dem Sofa. Von der Mutter, die Licht in’s Dunkel bringen – auweia, nein, das geht so nicht durch die Zensur, korrigiere: – die zur Aufklärung beitragen könnte, ist derweil nichts zu sehen. (Natürlich, verehrte Generisten, funktioniert das auch andersherum; aber die Anzeige, die mich zu diesen Zeilen inspirierte, zeigte eben diesen einen Vater – nicht zwei davon, und nicht eine Mutter.)

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Vogelgrippe und Schiedsgerichte

Posted in Wirtschaft by Verfasser on 15. 11. 2016

Wäre ich klug und weniger träge, hätte ich damals, als nach Bekanntgabe des sogenannten Abgasskandals die VW-Aktien fielen, kräftig gekauft. Denn VW wird sich bald erholt haben, und damit die Aktie massiv zulegen.

Und heute würde ich Aktien von Geflügel-Baronen kaufen. Selbst von norddeutschen. Denn wenn – wegen der sogenannten Vogelgrippe H5N8 – zehntausende Viecher gekeult werden müssen, werden wohl die Preise für Geflügel und Eier steigen. (Und für die Betriebe gibt’s noch eine Entschädigung aus der Seuchenkasse.) Importe aus Rußland, zum Ausgleich, geht ja nicht – perfekt.

Leider bin ich nicht klug und bin träge. Wen kann ich jetzt eigentlich vor welchem Schiedsgericht auf meinen entgangenen Gewinn verklagen?

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Endlich können wir die Freiheit Deutschland’s an der Elbe verteidigen

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 12. 11. 2016

Hohohooo – Europa muß jetzt selbst für seine Sicherheit sorgen, der Beschützer USA zieht ab!

Welchen Bedrohungen, vor denen uns die USA bisher beschützt hätten, sind wir denn ausgesetzt? Glaubt irgendjemand ernsthaft, der „Dämon“ Putin würde jetzt einen Eroberungsfeldzug nach Westen, bis an den Atlantik starten? Wer Putin’s Reden etwa auf den letzten Sicherheitskonferenzen gehört hat (nicht die von einer geifernden und hetzenden Pressemeute aus dem Zusammenhang gerissene Fetzen), der wird über solche Drohkulissen nur mitleidig lachen. Oder marschiert etwa der „Schlächter“ Assad auf Berlin, weil’s ihm daheim zu unruhig wird?

Die einzige Gefahr, der Europa im allgemeinen und gerade unser „Willkommen!“-Deutschland ausgesetzt sind, von Selbstzerfleischung einmal abgesehen, ist die von terroristischen Anschlägen im Inneren. Sicher haben da die Geheimdienste der USA mit ihren Hinweisen unsere Sicherheitsbehörden gelegentlich aus dem Büroschlaf gerissen. Das aber ist kein militärischer Beistand, wie ihn Trump nun zurückfahren könnte. Problem ist eher: Wer interessiert sich künftig für die Zielkoordinaten, die unsere Tornados – so sie gerade fliegen können – irgendwo in Islamistan petzen wollen?

Die Kanonen-Uschi aber wird sich dennoch freuen, wenn wir die Freiheit Deutschland’s jetzt auch an der Elbe verteidigen müssen. Und mit ihr EADS, Rheinmetall und Krauss-Maffei. Es klingeln die Kassen!

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Warum TTIP und CETA abzulehen sind (Teil I)

Posted in Medien, Politik, Wirtschaft by Verfasser on 23. 9. 2016

Jenseits von Herrn Gabriel und seinesgleichen gibt es hierzulande durchaus vernünftige Menschen, die in den Freihandelsabkommen TTIP und CETA eine Chance sehen und den Protest dagegen eher in die alternative (oder sehr linke) Ecke stellen, fern der Lebenswirklichkeit einer globalen Marktwirtschaft. Diese Leute argumentieren dann stets mit den Vorzügen des Freihandels an sich.

Das mag auf den ersten Blick überzeugen. Aber sie klammern – vorsätzlich oder fahrlässig – aus, daß die hier konkreten Abkommen TTIP und CETA Elemente mitbringen, die für einen „freien Handel“ nicht erforderlich sind, vielleicht gar nichts damit zu tun haben.

Da ist zum einen der „Investorenschutz“ mittels Schiedsgerichtsbarkeit. Was auch immer daran herumgebastelt wird, das Prinzip bleibt: Ein „Investor“ kann jederzeit behaupten, ihm sei durch eine staatliche Maßnahme Gewinn entgangen, und er kann den Staat hierfür auf Schadensersatz verklagen. Das sogar dann, wenn die Investition noch gar nicht stattgefunden hat, sondern (angeblich) erst geplant war. Das greift dann eben nicht nur bei plötzlichen Verstaatlichungen von Minen oder Erdölförderstätten wie in Südamerika,  sondern auch bei Gesetzen zum Umwelt- oder Gesundheitsschutz. Damit wird die politische Souveränität eines Landes der Willkür – meist ausländischer – Konzerne unterworfen. Nicht nur die Demokratie, jedwede Staatsform wird damit ausgehebelt.

Das zweite ist das Problem der ureigensten Aufgabe eines Staates, der Daseinsfürsorge. Da geht es um kommunale Dienstleistungen wie die (Trink-)wasserversorgung, aber auch das Gesundheitswesen, die Verkehrsinfrastruktur undsoweiter. Wenn solcherlei unter allen Anbietern in den beteiligten Ländern ausgeschrieben werden und der – salopp formuliert – Billigste den Zuschlag erhalten muß (andernfalls er klagen könnte), dann geht das grundsätzlich mit Qualitätsverlust und/oder Verteuerung einher. Dafür gibt es in allen infrage kommenden Bereichen ausreichende Erfahrungswerte, in Deutschland, in der EU, weltweit. Unternehmerisches Profitstreben und Gemeinwohl sind per se unversöhnliche Gegensätze!

Kritik richtet sich daher nicht gegen Freihandelsabkommen an sich. Sondern gegen das, was im konkreten Fall unter diesem Etikett mitsegelt. Die Lobpreiser des Freihandels sollten so ehrlich sein, hier zu differenzieren.

Die Ministererlaubnis im Spiegel der Ludwig-Ehrhard-Stiftung

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 5. 8. 2016

Als das OLG Düsseldorf jüngst die Ministererlaubnis von Sigmar Gabriel zur Fusion Kaiser’s/Tengelmann – Edeka kassierte, freuten sich insbesondere jene, die den SPD-Vorsitzenden gar nicht ausstehen können. Und das sind sehr, sehr viele. „Recht geschieht’s ihm“, feixten sie – und tatsächlich war das inzwischen abgedroschene Wort von der „Ohrfeige“ selten treffender.

Jetzt entwickelt Roland Tichy den Gedanken, daß dieses Abwatschen gar nicht angebracht war. Insbesondere, weil das OLG Düsseldorf die Regeln für die Bewertung der „Geheimgespräche“ gegenüber seiner eigenen früheren Praxis unvermittelt geändert habe. Und Gabriel habe schließlich das wohlfeile Ziel gehabt, 16.000 Arbeitsplätze zu retten, was er durch strenge Auflagen an die Fusion sicherstellen wollte. (Mich erinnern „strenge Auflagen“ übrigens stets an ein halbherziges „DuDuDuDuDu“.)

Ebenfalls bei Tichy, und das gereicht diesem zur Ehre, wird aber ein anderer Beitrag veröffentlicht, der dem von ihm vermittelten Bild widerspricht. Da hebt Andreas Schirmer hervor, das OLG Düsseldorf habe eine mögliche Befangenheit Gabriel’s gesehen. Und es habe anscheinend noch mehr dieser „Geheimgespräche“ gegeben, bei denen der andere Interessent, REWE, außen vor blieb.

Am Ende dieses Beitrags ist auf zwei Artikel der Ludwig-Ehrhard-Stiftung verlinkt. In dem einen wird auf den Fall Holzmann verwiesen, wo Kanzler Gerhard Schröder eine Subventionierung durchboxte, um 17.000 Arbeitsplätze zu sichern; die dann bei der Insolvenz drei Jahre später dennoch verloren waren. Und darauf, daß die von Gabriel heute geforderte Arbeitsplatzgarantie zwar für Kaiser’s/Tengelmann gälte, nicht aber für Edeka. So sei es denkbar, daß bei lokaler Konkurrenz dann eben die Edeka-Filiale geschlossen würde. Der andere Artikel erinnert, daß eine Ministererlaubnis nur bei „gesamtwirtschaftlichen Vorteilen“ oder einem „überragenden Interesse“ der Allgemeinheit erteilt werden dürfe. Die beroffenen Arbeitnehmer mögen mir verzeihen, aber: Begründen 16.000 Arbeitsplätze ein „überragendes“ Interesse der Allgemeinheit?

Wenn auch teils unterschiedlich hergeleitet, so halten doch im Kern die drei letztgenannten Beiträge, die Ministererlaubnis für falsch, während Roland Tichy sie befürwortet. Bemerkenswert: Die drei ablehnenden stammen allesamt von Mitarbeitern der arbeitgebernahen (!) Ludwig-Ehrhard-Stiftung. Deren Vorstandsvorsitzender ist: Roland Tichy.

In eineinviertel Jahren achtmal Frankfurt – Teneriffa, na und?

Posted in Forschung, Gesellschaft, Medien, Wirtschaft by Verfasser on 27. 7. 2016

Jubel, Begeisterung, Tränen: Das Solarflugzeug „Si2“ ist am Ende seiner Weltumrundung in Abu Dhabi gelandet. Naja – Weltumrundung in 17 Einzelteilen. Die wackeren Abenteurer sind nämlich mitnichten nonstop die rund 43.000 Kilometer geflogen, wie man angesichts der Schlagzeilen meinen könnte. Sie sind seit ihrem Start vor über einem Jahr immer wieder gelandet und haben pausiert. So waren sie in 16 Monaten tatsächlich nur rund 23 Tage in der Luft. Da hätten sie – durchschnittlich – auch einmal alle sechs Wochen Frankfurt -Teneriffa und zurück fliegen können. Aber das klingt natürlich wesentlich weniger spektakulär.

Dennoch finden die Lobeshymnen kein Ende. Zitat NZZ (die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg sind Schweizer):

Solar Impulse steht als Nachweis für die praktisch unbegrenzte Nutzbarkeit nachhaltiger Energie. Wer kann noch überzeugende Argumente gegen Solarstrom für den Betrieb von Haushaltgeräten vorbringen, wenn man mit Sonnenenergie sogar um die Welt fliegen kann? Natürlich werden solar angetriebene Flugzeuge – falls überhaupt jemals – noch lange keine Massenverkehrsmittel sein. Und natürlich ist das Projekt Solar Impulse mit seinem dreistelligen Millionenbudget alles andere als wirtschaftlich und schon gar nicht nachhaltig. Aber es ist die Botschaft, die hier zählt.

Ja, und was genau ist die Botschaft? Daß die Sonnenenergie quasi unerschöpflich ist wissen wir schon lange. Aber eben auch, daß sie nicht immer und überall zur Verfügung steht – so wie wir es gerne für unsere Energieerzeugung hätten. Wir wollen unsere Flugzeuge, Autos und Mikrowellen betreiben, wenn wir sie brauchen, nicht wenn gerade die Sonne scheint. Dazu müssen wir jedoch einen geradezu unanständigen Aufwand betreiben: Wir brauchen enorme Flächen für Solarpaneele, die unter Voraussetzungen gefertigt – und entsorgt! – werden, die niemand als „umweltfreundlich“ bezeichnen kann. Und wir brauchen vor allem die Akku’s, für die dasselbe gilt.

Apropos Akku: Die haben noch dazu einen prinzipiellen Nachteil, der die ganze Technologie an sich blamiert: Einen Akku – sein Volumen und sein beträchtliches Gewicht – muß man immer zusätzlich transportieren. Und dazu natürlich wieder Energie aufwenden – die man umgekehrt erst in diesem Akku speichern muß. Man mag sich den Zyklus einmal auf einem Stück Papier aufmalen, um seine Unsinnigkeit zu erkennen. (Bei einem Verbrennungsmotor transportiert man das – geringe – Gewicht des Treibstoffs nur anteilig; je mehr Wegstrecke zurückgelegt wird, desto weniger. Natürlich muß man wieder nachtanken, das muß aber das Solarflugzeug auch: es muß „in die Sonne“.)

Und so hat der gigantische Rummel um das Solarflugzeug im Grunde nur eines bewiesen: Nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch sinnvoll. Wenn wir uns die Bilanz dieses Fluges kritisch vor Augen halten, müssen wir sogar fragen, ob das überhaupt als „technisch machbar“ durchgehen darf.

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(Nachtrag 30.7.2016: Siehe auch hier.)

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Marktwirtschaft?

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 18. 7. 2016

Weil der Markt günstig scheint, produziere ich etwas. Es läuft gut, ich verdiene bestens und produziere immer mehr. Natürlich merken das auch andere und produzieren ebenfalls. Immer mehr. Bald gibt es ein Überangebot: die Preise fallen. Eine zeitlang kann ich mich noch durch Preissenkungen behaupten. Aber bald bekomme ich auf dem gesättigten Markt nicht einmal mehr das, was meine Produktionskosten sind.

Soweit, so traurig. Das ist unternehmerisches Risiko. Wäre ich schlau gewesen, wäre ich rechtzeitig aus der Produktion von dem ausgestiegen, was alle anderen auch mit vollen Händen auf den Markt werfen. War ja abzusehen, Stichwort „Schweinezyklus„.

Während nun aber jeder kleinere Unternehmer die Folgen mangelnder unternehmerischer Weitsicht selbst zu tragen hat und nötigenfalls eben in Konkurs gehen muß, ist das bei den Milchbauern anders. Die werden „gerettet“ (wie die Banken – großartig, diese Gerechtigkeit, oder?). Dafür, daß die sich, weil’s eben so gut lief, verzockt haben, kriegen sie nun sogar eine Entschädigung. Konkret: Sie bekommen Geld dafür, daß sie weniger, eben marktgerechte Mengen produzieren. Lobby muß man haben!

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Die EM in einer besseren Welt

Posted in Politik, Wir können nichts dagegen tun, Wirtschaft by Verfasser on 5. 7. 2016

Über die Frage, wer dann zum Endspiel den Fernseher einschalten darf, entscheidet ein smartes Stromnetz per Zufallsgenerator.

So schreibt Peter Heller bei Tichy über seine Vorstellung vom „klimaneutralen“ Deutschland des Jahres 2050. Er geht davon aus, daß es dann schlicht zuwenig Strom gibt. Weil die sogenannten „Erneuerbaren“ an dem windstillen Abend nicht genug liefern und die bis dahin vielleicht entwickelten Stromspeicher schon leer sind.

Ja – gäbe es nur Deutschland und würde sich die romantische, aber mit physikalischen Gegebenheiten unvereinbare „Energiewende“ (die eine hin zum schlechteren ist) fortsetzen. Aber da gibt es eben auch noch den Markt. Und da hat es dann europäische Nachbarn, die Atom- oder Kohlekraftwerke betreiben, keinen Mangel leiden und den deutschen Engpaß füllen, indem sie ihre Anlagen geradezu spielerisch hochfahren, um auch für unseren Bedarf zu verkaufen. Und Deutschland speist das dann dezent in seine Netze, während es nach außen weiterhin den „Grünen Ritter“ mimt und eben diese Länder tadelt.

Vermutlich wird dieser Strom gar nicht einmal unverhältnismäßig teuer. Denn Deutschland ist umzingelt von Staaten, die – evidenzbasiert – der Ansicht sind: Strom kommt aus dem Kraftwerk, und das zeugt von Fortschritt. So werden die sich einen Preiskampf liefern, wie etwa die bohrende OPEC mit den frackenden USA in Sachen Öl.

Aber hier irre ich. Der Einkauf wird nicht teuer sein. Der Verkauf an den bundesdeutschen Stromkunden schon. Weil hierzulande die Markgesetze ja durch Planwirtschaft ausgehebelt sind und wir die Subventionen für ein adrettes, aber leider ineffizientes Energiesystem bezahlen müssen. Nur wir, die normalen Haushalte. Die Industrie nicht, das übernehmen auch wir. Gerne – für eine bessere Welt.

Beides geht nicht

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 29. 6. 2016

Die Ratingagenturen Standard & Poors und Fitch (andere werden folgen) haben Großbritannien nach dem und wegen des Brexit Votums von AAA auf AA beziehungsweise von AA+ auf AA zurückgestuft.

Wir lernen: Demokratie ist nicht nur in Brüssel verpönt, sie kommt auch in der Wirtschaft nicht gut an.

Beides zusammen geht eben nicht – Anerkennung einerseits und gelebte Demokratie andrerseits.

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Wer, wenn nicht die Briten?

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft by Verfasser on 3. 6. 2016

Ich bin unschlüssig, ob ich mir wünschen soll, daß die Briten am 23. Juni für den Austritt aus der EU stimmen. Ich will Großbritannien nichts Böses – doch ebendies wird dem Land für den Fall eines Votums für den „Brexit“ von allen Seiten angedroht: Dramatischer Einbruch des Bruttoinlandproduks, Arbeitsplatzverluste, Pulverisierung des weltweit bedeutenden Finanzplatzes London. Nicht nur aus der EU kommen solche schrillen Töne, wo die Angst davor, so ein prominentes Mitglied (und ganz nebenbei den drittgrößten Nettozahler) zu verlieren, sich verständlicherweise in’s Panische steigert. Auch US-Präsident Obama warnte jüngst, die dann fälligen Neuverhandlungen könnten sich bis zu zehn Jahre hinziehen und England würde erheblich an Einfluß verlieren.

Nun ist Obama inzwischen, wenn er’s nicht schon immer war, eine „lame duck“. Er hat da eigentlich nichts mehr zu melden. Abgesehen davon, daß man so recht nicht an diese langwierigen Neuverhandlungen glauben mag. Da wird in EUCONTRACT.DOC ganz schnell „European Union“ durch „United Kingdom“ ersetzt, neu ausgedruckt und fertig zur Unterschrift.

Und aufgrund welcher konkreten Annahmen neben den nachweislich nicht qualifizierten Politikern auch die stets bemühten „Experten“ davon ausgehen, daß Großbritannien’s Wirtschaft und deswegen auch die Bevölkerung die großen Verlierer wären, habe ich noch nirgendwo gelesen. Könnte es nicht genausogut andersherum sein? Die EU empfängt den Todesstoß und zerfällt jetzt anstatt in ein paar Jahren, aber die Briten haben das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen, sich in Sicherheit gebracht und feixen?

Die Gründungsidee der Europäischen Union mag gut gewesen sein. Aber wie bisher jede große politische Idee scheitert auch diese am Menschen. Und es ist nicht der Mensch, für den sie erklärt dazusein. Sondern der Mensch, der inanspruch nimmt sie umzusetzen.

Die EU ist gescheitert und ist nicht reformierbar. Soll sie nicht implodieren, muß sie beizeiten geordnet abgewickelt werden. Es gibt vielleicht drei Nationen, die stark und stolz genug sind, dazu den Anstoß zu geben indem sie sich erheben: die Briten, die Franzosen und die Polen. Aber die Polen profitieren noch zu sehr, die Franzosen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Nur den Briten traue ich zu, es tatsächlich zu tun.

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Climate change lobby wants to kill free speech

Immer wieder graben „investigative“ Journalisten aus, wo irgendwelche verachtungswürdigen und rückwärtsgewandten Konzerne aus dem Umfeld der konventionellen Energie (Ölfirmen, Kohlekraftwerksbetreiber etc) Studien kaufen, wonach der Klimawandel erstens nicht stattfände („Klimaleugner“) oder zweitens jedenfalls nicht dem anthropogenen CO2 zuzurechnen sei. Abgesehen davon, daß es für beide Positionen seriöse wissenschaftliche Grundlagen gibt – anders als für die Theorien des sogenannten Weltklimarates – ist vielleicht noch bemerkenswerter:

Die „Climate change lobby“ versucht wiederholt, wissenschaftlich fundierte Veröffentlichungen, die den menschengemachten Klimawandel infragestellen oder sogar widerlegen, zu verhindern. Und sie hat Erfolg damit. Das berichtet, übrigens nicht als erster, jüngst die altehrwürdige englische Times (hier vom Global Warming Policy Forum wiedergegeben, weil bei der Times selbst hinter einer Paywall).

Wenn uns nur noch Informationen erreichen, die eine bestimmte Behauptung aufstellen, und wenn widersprechende Informationen verfemt oder versteckt werden, dann müssen wir irgendwann glauben, was „alle“ behaupten.

Verschwörungstheorie! Warum sollten die das tun? Das habe ich bereits vor fünf Jahren geschrieben. Zum will kein Wissenschaftler seine Reputation und den Geldsegen aus den Fördertöpfen verlieren indem er einräumt: „Wir haben uns geirrt“. (Deswegen geschieht das Zurückrudern etwa in den Berichten des Weltklimarates nur da, wo es die Evidenz erzwingt, nur stückchenweise und nur im ausführlichen Teil, den sowieso kaum einer liest.) Zum anderen ist CO2 inzwischen ein gigantes Geschäftsmodell, für die Wirtschaft wie auch für den Staat (CO2-basierte Steuermodelle). Diese Pfründe werden verteidigt solange es geht udn mit allen Mitteln.

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Verschont wenigstens unsere Kinder!

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 20. 4. 2016

Das EU-Parlament sowie der Bundestag halten Glyphosat für so gefährlich, daß es „in der Nähe von öffentlichen Parks oder Spielplätzen verboten“ sein soll. Und deshalb sprechen sie sich für eine Verlängerung der Zulassung um sieben Jahre aus.

Die Logik erschließt sich mir nicht. Ist da noch eine andere Lesart denkbar als: „Das ist Teufelszeug! Aber die Lobbyarbeit von Monsanto war erfolgreich (haben dessen Mitarbeiter in den Büroräumen und auf den Computern der Parlamentarier die Beschlußvorlage geschrieben?). Doch der Konzern möge Erbarmen haben und wenigstens unsere Kinder verschonen.“

Ich wundere mich stets auf’s neue, daß es angesichts solcher Farce dann Politiker gibt, die sich über Politikverdrossenheit bei den Bürgern wundern.

Hat Einstein Draghi gekannt?

Posted in Politik, Wirtschaft by Verfasser on 13. 3. 2016

Dieser Herr Draghi muß Mitglied in irgendeiner Loge, einem Geheimbund sein. Denn er hat ein verborgenes Wissen, an dem wir Normalsterblichen nicht teilhaben dürfen.

Wie sonst könnte er, als studierter Wirtschaftswissenschaftler und damit sicher kein Dummkopf, davon ausgehen, daß, wenn Unternehmen bei einem Leitzins von 0,05% lieber keine Kredite aufnehmen, investieren und damit die Konjunktur beflügeln, sie es bei 0,00% plötzlich tun? Für uns Dummköpfe ist der Unterschied zwischen 0,05% und 0,00% ja nicht so direkt beeindruckend. Und wie sonst könnte Draghi wissen, daß eine – viel kritisierte – Maßnahme, die sich über ein Jahr hinweg als wirkungslos erwiesen hat, verstärkt werden muß, um auf einmal den gewünschten Effekt zu zeigen? Daß also Anleihekäufe im Umfang von monatlich (sic!) 60 Milliarden (sic!) Euro nun auf 80 Milliarden (sic!) ausgeweitet den Durchbruch bringen?

Für den einfachen Menschen von der Straße muß Draghi wirken wie der, den Albert Einstein einst meinte als er sagte: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Aber Einstein konnte eben auch noch nicht wissen, was Mario Draghi weiß…

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Kennen Sie David König?

Posted in Gesellschaft, Wirtschaft by Verfasser on 24. 2. 2016

Sie kennen David König nicht? Wie der König David, nur andersherum? Nun, das macht nichts, denn er heißt vermutlich gar nicht so. Er rief mich gestern an und begann: „Ich sehe, Sie können sich an meinen Namen nicht erinnern.“ (Was gar nicht stimmt, siehe unten.) Wir hätten letztes Jahr bereits telephoniert und über Anlagemöglichkeiten gesprochen. Was er damals anbot, hätte mir zwar nicht zugesagt, aber ich hätte ihn ja gebeten, sich wieder zu melden, wenn er etwas Interessantes hätte. Und das hätte er nun.

Ich bin nicht so doof, wie Herr König mich offenbar gerne hätte. Und wie er selbst vielleicht ist. Denn mit derselben Tour – er hatte nie zuvor angerufen, ich lehne auch grundsätzlich Anlagengeschäfte per Telephon ab – hatte er erst kürzlich angerufen, und auch da hatte ich ihm schon gesagt, daß er mit so einem dummen Trick bei mir nicht landen könne. Als ich ihn diesmal aufforderte, in seinen Unterlagen doch endlich einen entsprechenden Vermerk zu machen war er wohl sehr beleidigt, denn er legte grußlos auf.

Herr König, oder wie er auch immer heißt, hat die Nummer (0491) 20243847 in das Displays meines Telephons geschrieben. Die Vorwahl gehört zur knapp 34.000 Einwohner zählenden Stadt Leer in Ostfriesland. König’s stehen dort im Telephonbuch, aber mit anderen Rufnummern, und auch kein David. Eine Reverssuche nach der Telephonnummer brachte kein Ergebnis. Und Herr König hat es so eingerichtet, daß nach dem ersten Freizeichen die Ansage kommt „Dieser Anschluß ist vorübergehend nicht erreichbar“. Das ist schade, denn sonst könnte man ihn im Gegenzug für seine Unverfrorenheit auch ein wenig belästigen…

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Elektro-Autos werden nicht sinnvoller, wenn sie billiger sind

Posted in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft by Verfasser on 2. 2. 2016

Daß Merkel’s wirrem Treiben, insbesondere früher noch gelegentlich mit Politik verwechselt, keinerlei Konzept zugrunde liegt, hat nicht erst die sogenannte „Energiewende“ gezeigt. Einerseits sind für die Kanzlerin die „Märkte“ so bedeutsam, daß sie ihnen – ohne gerade dafür legitimiert zu sein – sogar die Demokratie zum Fraß vorwirft. Nichts anderes bedeutet ja ihr Schlagwort von der „marktkonformen Demokratie“. Anderseits wird aber unbekümmert das Gesetz des Marktes hinweggefegt. Unternehmen, hier die Energiekonzerne, werden gleichsam zwangsenteignet, weil ihre getätigten Investitionen (es gab eben nicht nur längst abgeschriebene Kernkraftwerke) sich nicht mehr rentieren dürfen. Stattdessen wird der Verbraucher, nicht die Wirtschaft, nicht die Industrie, für eine Energieerzeugung zur Kasse gebeten, die sich ohne solche massiven Subventionen (EEG, Einspeisevergütung) auf dem Markt niemals behaupten könnte. Das Ergebnis ist: Planwirtschaft. Merkel kennt das aus ihrer Jugend.

Nicht anders ist es bei der sogenannten „Elektromobilität“. Von wenigen Nischen abgesehen ist das Elektro-Auto eine teure Sackgasse. Der Markt will es nicht, weil es nämlich das Gegenteil von „Mobilität“ bedeutet – und dabei viel zu teuer ist. Die realistische Reichweite liegt bei etwa der Hälfte der Herstellerangaben. Übrigens: je größer wir den Akkumulator machen, um das auszugleichen, desto weniger Platz bleibt im Auto beziehungsweise desto größer und schwerer wird der Wagen, weshalb der Verbrauch wieder steigt. An sich ist das Elektro-Auto also ein klassischer Flop. Aber unsere liebe Angela vom freundlichen Gesicht würde ebendieses verlieren, wenn sie das zugeben würde. So wird also auch hier der sonst unterwürfig verehrte Markt ausgehebelt und Planwirtschaft gemacht. Man diskutiert über Kaufprämien für Elektro-Autos, so als würden sie sinnvoller, wenn sie billiger sind. Übrigens: Wer wird wohl diese Kaufprämien letztlich bezahlen?

Bis zum Jahr 2020 hatte die Kanzlerin 1 Million Elektro-Autos in Deutschland versprochen. Während Lobby-Verbände noch im Jahr 2014 für 2015 von 33.000 ausgingen, sind es tatsächlich nicht einmal 19.000 geworden. Es wurden also knapp 1.600 monatlich neu zugelassen. Um das 1-Million-Ziel wenigstens bis Ende 2020 zu erreichen, müßten es von nun an jedem Monat mehr als das zehnfache sein! Wie realistisch ist das?

Jetzt argumentieren die Weltenretter damit, daß mit den Elektro-Autos aber doch die Welt gerettet würde. Nur ist auch das Unfug. Lassen wir gerne die Frage der Umweltfreundlichkeit der Akkumulatoren bei Herstellung und Entsorgung außer acht. Strom kommt selbst im „Musterländle“ Deutschland nicht einmal zu einem Drittel von den (fälschlich) sogenannten Erneuerbaren Energien. Das bedeutet, daß für jedes neue Elektro-Auto zusätzlich überwiegend fossiler Brennstoff verfeuert werden oder Kernkraft aufkommen muß.

Wie auch die sogenannten Erneuerbaren Energien ist das Elektro-Auto ein Irrweg, der dabei Forschung und Entwicklung tatsächlich zukunftsfähiger Technologien verhindert. Beides verkörpert aber das merkel’sche Denken an sich: romantisch, willkürlich, kurzsichtig, irrational, trotzig. Wie eine pubertierende Teenagerin. Unsere Bundeskanzlerin.